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Die Buddhas der drei Zeiten

Es ist eine der interessantesten und wichtigsten Fragen des Buddhismus – gibt es nur einen Buddha? Betrachtet man die lange Geschichte der Menschen auf unserem Planeten, so ist es doch töricht zu glauben, dass in der gesamten Geschichte der Menschheit nur einer auf die Idee gekommen sein soll über das „Leiden“ nachzudenken. Doch in passender Weise hilft uns der Buddhismus hier selber durch die Beschreibung der „Buddhas der drei Zeiten“ weiter. Also Buddhas für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft.

Der Tantra-Buddhismus – Varajana – kennt dazu noch eine Vielzahl von unterschiedlichen Buddhas.
Diese werden Adibuddhas – fünf Dhyani-Buddhas oder Tathangas genannt.

Die Buddhas der drei Zeiten - Buddha-Statue vor den Tempelruinen in Ayutthaya - Thailand
Die Buddhas der drei Zeiten – Buddha-Statue mit dem Buddha der Gegenwart vor den Tempelruinen in Ayutthaya

Die Buddhas der Vergangenheit – der Gegenwart – der Zukunft

Sie teilen sich wie folgt auf:

  • Die Buddhas der Vergangenheit – Kāshyapa
    • Dīpańkara – Der erste Buddha in der Welt
    • Kāśhyapa – Der dritte Buddha des jetzigen Weltalters
    • Kanakamuni –
  • Der Buddha der Gegenwart – Shākyamuni
  • Der Buddha der Zukunft – Maitreya

Die Geschichten dieser legendären Buddhas findet man im Buddhavamsa, dem historischen Werk, das im Khuddaka-Nikāya (Text aus dem Pali-Kanon im Dritten Korb) zu finden ist. Bevor wir uns aber nun den Buddhas der drei Zeiten im Einzelnen zuwenden , betrachten wir doch einmal den Hintergrund, warum es eigentlich diese Einteilung gibt.

Auszug aus dem Pali-Kanon
Auszug aus dem Pali-Kanon


Wir Menschen können es doch gar nicht klären, da es ja keine Aufzeichnungen oder archäologischen Funde gibt, ob es nicht schon viel früher einen Buddha, oder besser einen Erleuchteten, gegeben hat. Bei den tausenden von vergangenen Generationen ist es doch nur logisch, dass sich eine Person mit dem Glück und dem Leid von sich und Anderen auseinandergesetzt hat.
So ist von Buddha vom Sinn her überliefert: „Schon vor mir hat es Buddhas gegeben. Wenn ein Mann die Wildnis durchstreift und plötzlich eine überwachsene Strasse findet, die zu einer vergessenen Stadt mit Gärten und Teichen führt – genau wie dieser Mann habe er mit seiner Lehre eine von den Buddhas begangene Strasse wieder entdeckt.“

Die Stellung des jetzigen Buddhas in der Geschichte ist klar umrissen und für diese Zeit klar verständlich. Was aber würde geschehen, wenn der Dharma, die Lehre Buddhas Shākyamuni, in Vergessenheit geraten würde?

Wäre nicht die Chance, dass eine neue Person diese Lehre vom Leiden erneut entdeckt riesengroß und damit wäre ein neuer Buddha, ein neuer erleuchteter Lehrer, geboren.

Insgesamt gestaltet sich aber eine Einteilung als sehr komplex da auch im Pāli-Kanon, , je nach Überlieferung verschiedene Anzahlen angegeben werden.

Kāshyapa – Die Buddhas der Vergangenheit

Bei bildlichen Darstellungen wird zumeist Dīpamkata, der Buddha der Vergangenheit gezeigt. Es sollen laut den Überlieferungen aber wie schon beschrieben drei Buddhas der Vergangenheit sein!

Kleine Statuette von Kashyapa den Buddha der Vergangenheit - Die drei Buddhas der Zeiten
Kleine Statuette von Kashyapa den Buddha der Vergangenheit (China Wei-Dynastie 220–265)
Steinrelieff - Die Geschichte vom Asketen und Buddha Dipankara
Steinrelief – Die Geschichte vom Asketen und Buddha Dipankara (Pakistan Gandhara Epoche)

Shākyamuni – Der Buddha der Gegenwart

Kopf einer frühen Darstellung des Boddhisattva Shakyamuni
Kopf einer frühen Darstellung des Boddhisattva Shakyamuni

Wer war Buddha eigentlich? Schon im Namen ist es verwirrend wenn von Siddhatta (Pali) oder Siddhartha (Sanskrit) gesprochen wird. Auch beim Nachnamen Gotama (Pali) oder Gautama (Sanskrit) oder ganz anders, nämlich Sakiya oder Shakyamuni, kann man schon in den Schriften durcheinander geraten.
Sanskrit ist die Sprache des Mahayana-Buddhismus, während im Hinayana-Buddismus es Pali ist.
Dazu kommt noch der meistens gebräuchliche Ehrenname – Tathagata.

Steinrelief Die Geburt Buddhas
Steinrelief – Die Geburt Buddhas – auf der linken Seite erkennt man den Geborenen Buddha

Er war der Sohn des Rāja, des Gouverneurs im Königreich Kosala vom Geschlecht der Shakya. So bedeutete Shakyamuni „Weiser aus dem Geschlecht der Shakya“.
Über das genaue Geburtsjahr herrscht bis heute noch Ungewissheit. Viele favorisieren das Jahr 563 v. Chr. und das Todesjahr 483 v. Chr.

Er gilt als Buddha der Gegenwart, obwohl es immer noch die offene Frage:
„gibt es nur einen Buddha in einer Zeit ?“ zu klären gibt.
Mit der ersten Lehrrede Buddhas über „Die vier edelen Wahrheiten“ begann sich das Dharma-Rad zu drehen.

Die zwei Arten der Buddha-Triaden

Es gibt zwei unterschiedliche Darstellungen der Buddha-Triaden. Beide haben gemeinsam, dass drei Figuren gezeigt werden, bei denen der Shakyamuni Buddha in der Mitte steht oder sitzt. Diese Darstellungen finden wir in fast allen buddhistischen Ländern.

Die Dharma-Triade

Bei der Dharma-Triade zeigt sich Buddha mit zwei Begleitern. Im Mahayana Buddhismus werden diese als Mahayana-Boddhisattvas dargestellt.

Die Buddha-Triade

Bei dieser Darstellung wird davon ausgegangen, dass es vor der Geburt von Shakyamuni schon andere Buddhas gegeben hat. So werden in diesen Darstellungen die drei Mahayana-Buddhas dargestellt. Sie sollen für die Vergangenheit – Gegenwart – und die Zukunft stehen, aber auch für drei von vier Richtungen oder die drei Körper Buddhay (Trikaya).

Shakyamuni Triade
Shakyamuni Triade

Maitreya – Der Buddha der Zukunft

stehender Buddha der Zukunft - Maitreya
Der Buddha der Zukunft – Boddhisatva Maitreya (Bildquelle: Metropolitan Museum of Art, New York, NY)

Als Nachfolger des Buddhas der Gegenwart, als Letzter der Buddhas der drei Zeiten und unseres Weltzeitalters, wird der Buddha Maitreya – „der Gütige“ in unserer Welt erscheinen. Zur „Jetztzeit“ wartet er als Boddhisattva mit dem Namen „Nātha“ im Tusita-Himmel. Er soll laut dem Pali-Kanon auf der Erde erscheinen, wenn Menschen eine Lebenserwartung von 80.000 Jahren haben. Weiterhin soll die Stadt Benares (Vārānasī) in Indien unter dem Namen Ketumatī zu diesem Zeitpunkt die Stadt des Königs Sańkha sein.
Zu erkennen ist der Buddha der Zukunft „Maitreya“ in Bildnissen in der Haltung mit der rechten Hand die Ermutigungs-Geste (abhaya mudrā) zeigend (siehe Die Gestik der Buddha-Darstellungen Teil 2 ) und in der linken Hand eine Flasche (kalaśa, ghata) haltend. In dieser Flasche soll sich der Nektar (amrta) – der Todlosigkeit des Nirvana befinden. Dieser wird bei seinem Erscheinen über die Menschheit gegossen.

Altardekoration - Buddha der Zukunft
Altardekoration – Buddha der Zukunft

Schlußwort

Ich gebe es zu, es ist ein schwieriges Thema da der Buddhismus in so vielen Ländern eine große Rolle spielt. Dabei sind die Unterschiede der Namen, der Bezeichnungen von Orten und natürlich die Übersetzungen der unterschiedlichen überlieferten Texte oft eine große Herausforderung.
In meinen Augen lohnt es sich einfach unvoreingenommen an die Sache heranzugehen und sich nach und nach einzulesen. Ihr werdet es erleben, wie Ihr in dem nächsten Urlaub in einen buddhistischen Land, immer mehr Einzelheiten in den Bauwerken erkennen könnt und viel mehr von der gezeigten Kultur verstehen könnt!

Euer Reiner

Hier noch ein Link zu einer interessanten Epoche der Entwicklung der Buddha-Darstellungen: Die Gandhara Epoche und auch sehr interessant – Wissenswertes über Chedis – Stupas Dogobas und Tsha-thsas

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