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Killing Fields – Kambodscha

Die Killing Fields – Orte des Grauens in Kambodscha

Die Killing Fields in Phnom Penh, wer mein posting über das Gefängnis S-21 gelesen hat und denkt, dass dort das Grauen der inhaftierten Menschen von Kambodscha ein Ende gefunden hat, findet die Weiterführung der unmenschlichen Taten der Roten Khmer im Choeung Ek Genozid Museum in Phnom Penh.

Wo liegt Choeung Ek das Völkermord Gedenkzentrum und die Killing Fields

 

Wir finden das Vernichtungslager zirka 15 Km südwestlich der Stadt Phnom Penh.

Choeung Ek – killing fields

Immer wieder, wenn es dunkel wurde, fanden die Transporte statt. Den Inhaftierten in den Gefängnissen und Lagern wurden die Augen verbunden und sie wurden auf LKWs verladen! Es sollte ihre letzte Fahrt, ihr letzter Weg werden.

Es wird vermutet, dass Dreiviertel aller Opfer nicht wegen ihren eigenen Tätigkeiten und wirklichen politischen Verbindungen, sondern wegen falscher und erzwungener Geständnisse und Verleumdungen hingerichtet wurden. Ab 1977 gab es immer mehr Hinweise auf das grausame Geschehen auf den „Killing Fields“ nahe Phnom Penh.

Was geschah auf den Killing Fields

17.000 Menschen fielen hier den Mördern zum Opfer. Sie wurden mit Gewehrkolben, Messern, Knüppeln und selbst mit den Stielen von Palmenblättern hier bestialisch ermordet. 129 Massengräber zeugen davon, dass Frauen, Kinder und Männer hier einfach in die vorher ausgehobenen Gruben geworfen wurden. Es gab Menschen, die, als sie in die Grube fielen, noch am Leben waren. Zwischen den einzelnen Schichten der Menschen wurde Kalk gestreut, um den Gestank der Verwesung und die Seuchengefahr zu bannen. Darauf folgte dann die nächste Schicht der Leichen.

Die bösartigste, brutalste und für zivilisierte Menschen unvorstellbarste Tat war jedoch, kleine Kinder, sogar Säuglinge mit dem Kopf gegen einen Baum zu schleudern!

Das Töten von Menschen beschränkte sich nicht nur auf die Stadtbevölkerung. Auf den Killing Fields wurden auch Menschen aus dem eigenen Parteikader der Roten Khmer getötet. Verschiedenste angebliche Verschwörungstheorien, lieferten „Nachschub“ für die Vernichtungslager der Killing Fields. Gerade in den Jahren 1977 und 1978 fielen sehr viele Personen in hohen Führungspositionen und deren Familien aus dem nahen Umfeld des Bruders No. 1 – Pol Pot  dem Verfolgungswahn zum Opfer und fanden auf den Killing Fields ihr grausames Ende.

1989 zogen sich die vietnamesischen Besatzungstruppen aus Kambodscha zurück und Splittergruppen der Roten Khmer gelang es kleinere Dörfer an der Kambodschanisch – Thailändischen Grenze unter ihre Kontrolle zu bekommen.

In der Stadt Anlong Veng, in dem Hauptstützpunk der Roten Khmer zu dieser Zeit, gab es noch ein Killing Field. Dort sollen noch 1993 bis 1997 mehr als 3000 Menschen von den Roten Khmer ermordet worden sein.

Die Roten Khmer in den Medien

Viele dieser Grausamkeiten der Roten Khmer wurde durch den Anti-Kriegsfilm „The Killing Fields – Schreiendes Land“ des französischen Regisseurs Roland Joffé bekannt. Dieser Film erhielt 1985 drei Oscars.

Eine makabere Dokumentation des grauenvollen Tötens auf den Killings Fields schildert der Bericht der „Welt“ „Wir töteten immer nur nachts“, sagt der Henker

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Heute ist Choeung Ek eine Gedenkstätte

Gedächtnis - Stupa in Choeung Ek an den Killing Fields in Phnom Penh in Kambodscha

Gedächtnis – Stupa in Choeung Ek an den Killing Fields in Phnom Penh

Die Gedenkstätte Choeung Ek ist eines der bedeutesten Denkmäler an die Zeit der Roten Khmer. Auf diesem Killing Field wurden mehr als 17.000 Menschen umgebracht. Choeung Ek ist eine Erinnerungsstätte an die Grausamkeiten und an die Tragödien, die sich hier abspielten. In der Gedächtnis-Stupa befinden sich tausende Totenschädel und menschliche Überreste aus den Gräberfeldern der Killingfields aus ganz Kambodscha. Weitere Killing Fields in Kambodscha bestanden unter anderem in der Nähe des Phnom Sampeou nahe Battambang.

Der Rundgang durch Choeung Ek

Der Rundgang durch die Gedenkstätte Choeung Ek ist kaum mit anderen Gedenkstätten zu vergleichen. Es empfiehlt sich hier einen Audio-Guide zu mieten, der in verschiedensten Sprachen angeboten wird.

Eingangstor zur Gedenkstätte Choueng Ek nahe der Stadt Phnom Penh

Eingangstor zur Gedenkstätte Choeung Ek Genocidal Center

Hier kamen die Gefangenen an, nachdem sie mit verbundenen Augen und gefesselten Hände auf LKWs durch die Stadt gefahren wurden. Die verbundenen Augen dienten dazu ihnen die Orientierung zu nehmen wohin die Fahrt ging. Die begleitenden bewaffneten Personen der Roten Khmer sagten den Gefangenen sie würden in neue, bessere Häuser gebracht. Dies geschah, um die zum Tode verurteilten ruhig zu halten.

Ankunft an den Killing Fields

Ankunft an den Killing Fields

Schon dort wurden mit unbeschreiblicher Härte die Menschen getrieben und sie wurden penibelste Art registriert. Teilweise wurden sie sofort getötet, die anderen mußten Zwangsarbeit auf den Feldern leisten bis zu ihrem Tode.

Auf dem ganzen Gelände befinden sich auch Schautafeln, die diese einzelnen Stationen beschreiben.

Beschilderung auf den Killing Fields nahe Phnom Penh in Kambodscha

Beschilderung auf den Killing Fields in Kambodscha

Während des Rundganges trifft man immer wieder mal auf diese Art von Schildern! Tatsächlich spült der Regen immer noch, solche Funde an die Oberfläche. Reste von Kleidungsstücke und Knochen der Opfer dieses grausamen Systems der Roten Khmer.

Schild mit der Aufschrift"Nicht auf die Knochen treten!" in der Gedenkstätte Choeung Ek nahe Phnom Penh in Kambodscha

Schild mit der Aufschrift „Nicht auf die Knochen treten!“

Dies sind keine einzelnen Funde, sondern es wiederholt sich Jahr für Jahr, dass neue Überreste auftauchen. Es ist ein grausamer Gedanke, dass hier Menschen auf bestialischste Weise zu Tode kamen. Es gab eine Anordnung von höchster Stelle der Roten Khmer, dass Munition zu sparen sei. So wurden die Gefangenen eben erschlagen. Dies geschah mit Knüppeln, Eisenstangen, Macheten und anderen dafür brauchbaren Gegenständen.

Menschliche Überreste auf den Killing Fields in der Genozid Gedenkstätte Choeung Ek

Menschliche Überreste auf den Killing Fields in der Genozid Gedenkstätte Choeung Ek

Vitrine mit Kleidungsstücken von Gefangenen die hier auf den Killing Fields getötet wurden

Vitrine mit Kleidungsstücken von Gefangenen die hier auf den Killing Fields getötet wurden

Das Grab der 166 Menschen ohne Köpfe in Choeung Ek

Massengrab von 166 Gefangenen ohne Köpfe in der Gedenkstätte Choeung Ek - Kambodscha

Massengrab von 166 Gefangenen ohne Köpfe in der Gedenkstätte Choeung Ek

In diesem Grab wurden 166 Soldaten der Roten Khmer verscharrt. Ihnen wurden die Köpfe abgeschlagen und die Körper wurden mit der Uniform und den Erkennungsmarken in die Grube geworfen. Diese Soldaten stammten aus der „östlichen Zone“, wie die Region an der Grenze zu Vietnam im Sprachgebrauch der Roten Khmer genannt wurde. Viele der Soldaten dort desertierten und flüchteten nach Vietnam. Die Soldaten in diesem Grab wurden vermutlich als warnendes und abschreckendes Beispiel auf diese Art ohne Kopf begraben. Dieses geschah durch eine typische verallgemeinernde Verurteilung durch die Roten Khmer:  „vietnamesicher Kopf – kambodschanischer Körper“

Der „Todesbaum der Kinder“

Der"Killing Tree" an dem unzählige Kinder starben

Der „Killing Tree“ an dem unzählige Kinder starben

Eines der abscheulichsten Beispiele der Grausamkeiten der Roten Khmer ist die nächste Station des Rundganges. Der „killing tree“ – „der Todesbaum der Kinder und Frauen“ und deren Massengrab.

Hier mußten sich die Frauen und Mädchen vollkommen entkleiden. Dieses war für die schamhaften Kambodschanerinnen, die teilweise noch heute nur komplett bekleidet baden gehen, eine Qual. Danach folgten teilweise Vergewaltigung und dann der Tod durch Erschlagen. Doch nicht nur Frauen und Mädchen fanden hier ihr Ende! An dem nahestehenden Baum fand man nach der Befreiung von Choeung Ek Blutreste, Gehirnmasse und Haarbüschel. Hier an diesem Baum wurden Kleinkinder und sogar Babys an den Füßen gehalten und mit dem Kopf gegen den Baum geschlagen bis der Tod eintrat. Dies alles, der gesamte Vorgang des Tötens, fand zu den lauten Klängen von Revolutionsliedern und dem Knattern des Stromgenerators statt.

Doch warum wurden sogar Babys und Kinder getötet? Niemand sollte nach Aussagen der Roten Khmer überleben, um sich später rächen zu können! Ein Spruch der Roten Khmer lautete: „um das Gras zu jäten muß man die Wurzel entfernen!“

Massengrab der Kinder und Frauen die auf dem Killing Field - Choeung Ek Gedenkstätte starben

Massengrab der Kinder und Frauen die hier auf dem Killing Field starben

Die Choeung Ek Gedenk Stupa

Gedächtnis-Stupa mit den Knochen und den Totenschädeln der getöteten Khmer id Genozid Gedenkstätte Choeung Ek nahe Phnom Penh in Kambodscha

Gedächtnis Stupa mit den Knochen und den Totenschädeln der getöteten Khmer

Diese Stupa soll die Erinnerung an die Menschen, die hier starben, wach halten. In ihr befinden sich die Knochen und Totenköpfe von einigen der aufgefundenen Getöteten.

Sie sind sorgsam nach Geschlecht und Alter sortiert. An den Totenköpfen kann man sogar rekonstruieren durch welche Art der Tötung sie starben. Es sind Tausende, die hier in der Stupa ihre letzte Ruhestätte fanden.

Totenköpfe nach Männern und Frauen getrennt

Totenköpfe nach Männern und Frauen getrennt

Resume meines Besuches von der Choeung Ek Gedenkstätte in der Nähe von Phnom Penh

Bitte nicht die Massengräber betreten - Choeung Ek nahe Phnom Penh

Bitte nicht die Massengräber betreten

Es waren diese Momente, die sich bei mir eingebrannt haben! Momente des Schaudern, des Unverständnisses des menschlichen Handelns und auch der Momente, in denen ich es nicht verstand, dass sich in all den Jahrtausenden in der Geschichte der Menschheit immer wieder solche Art von Grausamkeiten wiederholten.

Wer Kambodscha besucht muss auch Phnom Penh, das Gefängnis S-21 und die Killing Fields mit der Choeung Ek Genozid Gedenkstätte besuchen.

Hier erkennt man, warum das moderne kommunistische Kambodscha so ist, wie es sich jetzt darstellt. Man versteht, warum es so viele junge Menschen gibt und man so wenige von einer älteren Generation sieht!

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