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Das Dharma-Rad

Die Ikonografie Buddhas – das Dharma-Rad

Es gab im Buddhismus eine Zeit, in der es keine personifizierten Abbildungen vom erleuchteten Buddha gab. Buddha als Person kam in der Kunst nicht vor. Anstelle der bildhaften Abbildungen traten Buddha-Symbole. Diese Zeit wird als prä-ikonische oder an-ikonische Zeit bezeichnet. Das es keine bildlichen Abbildungen Buddhas gab lag garantiert nicht daran, dass die Bildhauer und Steinmetze dazu nicht in der Lage waren. Zahlreiche andere Kunstwerke wurden in historischen Tempelanlagen realistisch und der Natur entsprechend abgebildet. In dieser Zeit entstand das Dharma-Rad.

Als einen Grund für ein Fehlen von Abbildern des Buddha nimmt man in der Wissenschaft an, dass schon im Brahmanismus Götter nicht dargestellt wurden. Buddha selbst hatte es der Überlieferung nach nicht gewollt, dass ihm gehuldigt wird. Ein weiterer Grund war die damalige Annahme, dass ein zum Nirvāna Gelangter keinen Körper mehr hat, somit auch nicht dargestellt werden kann und so traten die Buddha-Symbole an dessen Stelle . Diese Auffassung änderte sich erst mit dem Mahāyana-Buddhismus um die Jahrtausendwende.

Dharma-Rad mit zwei Rehen

Dharma-Rad mit zwei Rehen (Bildquelle Pixabay)

Die Entstehung des Dharma-Rades

Das Rad der Lehre, wie das Dharma-Rad genannt wird, geht auf den Kaiser des Maurya-Reiches zurück. Das Reich wurde um 320 v. Chr. im indischen Kernland gegründet. Kaiser Ashoka (268 – 232 v. Chr.) ließ das Rad auf Säulen in seinem Reich aufstellen als Zeichen der geltenden buddhistischen Gesetze dort. Auf den bis zu zwei Meter hohen Säulen befanden sich Inschriften in Pali, der Literatursprache des Buddhismus, die das Ingangsetzen der Lehre Buddhas beschrieben.

Buddhas erste Predigt im Tierpark

Buddhas erste Predigt im Tierpark

Diese erste Rede, die das Rad in Gang setzte, soll unter dem Bhodi-Baum, dem Baum der Erleuchtung, im Tierpark von Sarnath, nahe der Stadt Benares gehalten worden sein. Buddha sprach dort für die fünf Mönche (Asketen), mit denen Siddharta Gautama einst in Askese lebte. Buddha wird bei dieser Rede von 2 Rehen oder Gazellen flankiert. Nach der Lehrrede erkannten sie ihn als „Erleuchteten“ und bildeten die Keimzelle des Sanga, des Mönchordens. Dieses Ingangsetzen des Rades spiegelt sich auch in der Darstellungen der Dharmaćhkra Mudra, der Geste der Lehre, wieder.

Buddha mit der Predigergeste

Buddha mit der Predigergeste – Dharmachakra Mudra

Bei der Vitarka-Mudra, bei der der Daumen und der Zeigefinger das Rad bilden befinden sich häufig auch das Dharmachakra-Rad hinter dem Kopf Buddhas. (siehe auch: Die Gestik der Buddha-Darstellungen Teil 3).

Es gibt aber auch andere Buddha-Darstellungen mit dem Rad im Hintergrund.

Buddha mit Vitarka Mudra und 8 Speichen Dharma-Rad

Vitarka-Mudra mit 8 Speichen Dharma-Rad

Die Darstellung des Dharma-Rades

Im Nationalmuseum in Bangkok befindet sich ein Ausstellungsstück, auf dessen Speichen die Pali-Inschrift der vier edlen Wahrheiten beschrieben sind. Die meisten Dharma-Räder sind in Kalk- oder Sandstein gemeißelt. Es wurden aber auch welche aus dem porösen, jedoch harten Laterit gefunden.

Der Buddhismus präsentiert uns gleich zwei Arten von Rädern, das mit 6 und mit 8 Speichen. In weiteren Darstellungen, mit anderen Bedeutungen, sieht man aber auch 4, 6, 8 und 12 oder noch mehr Speichen. Die größte Anzahl habe ich in einem Buch mit 32 Speichen gesehen.

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Das Rad des Werdens – dieses hat 6 Speichen und eine dicke Nabe. Es stellt den mit Leid behafteten Wiedergeburtskreislauf (pali – samsāra) dar.

Das Rad mit 10 Speichen symbolisiert mit den Speichen die 10 Richtungen, so ist es überall auf der Welt gleichzeitig.

12 Speichen sind das Symbol der zwölf Glieder der sogenannten „bedingten Entstehung“, die beschreibt, dass alles in Beziehungs- und Abhängikeitsverhältnissen steht. (pratitya-samutpāda)

Ein Rad mit 31 Speichen zeigt die 31 Bereiche der Existenz. Dies kommt aus der alten buddhistischen Kosmologie.

Nabe eines Dharma-Rad

Nabe eines Dharma-Rad (Bildquelle Pixabay)

Das Rad der Lehre hat 8 Speichen, die den achtfachen edlen Pfad symbolisieren.

Ein Rad ist eine sehr stabile Form. Diese Stabilität ist aber nur dann gegeben, wenn alle Teile des Rades zuverlässig und fest miteinander verbunden sind. Durch die Denkweise mit dem Rad erschließt sich auch die Bezeichnung – Fahrzeug, denn die Lehre des Buddha versteht sich als ein Fahrzeug (yana). Im Buddhismus haben sich drei Schulen oder Fahrzeuge gebildet:

  • Das kleine Fahrzeug (Hinanyana) – (theravada)
  • Das große Fahrzeug (Mahayana)
  • Das diamantene Fahrzeug (Vajrayana)

 

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Anmerkungen zum Dharma-Rad

In Tempeln kann man häufig buddhistische Anweisungen und Appelle auf dem Dharma-Rad antreffen. Diese enthalten dann sogar staatliche oder politische Thematiken. So wird das „Vaterland“ angesprochen. Dies trifft oftmals auf chinesische Räder zu. Vielleicht kann unsere Chinaspezialistin Ulrike vom Bambooblog noch diesbezüglich etwas speziell für China berichten.

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Mit lieben Gruß und bleibt gesund!

Reiner

 

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