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Foto- und Reiseblog

Die frühe Geschichte Sukhothais

Die frühe Geschichte Sukhothais als Vorposten der Khmer in der Wildnis

Bevor die historische Stadt Sukhothai auf der Bildfläche der Geschichte auftauchte gab es schon eine Khmer-Siedlung in diesem Gebiet. Als Siedler begannen die Khmer mit ihre Häuser und Pflanzungen in dem Gebiet, das wir heute als Sukhothai bezeichnen, zu errichten. Es gab zu dieser Zeit nichts, was auf eine frühere Stadt mit Stadtmauern, Gräben und religiösen Gebäuden, wie wir sie heute kennen, hindeutete. Es mußten erst einige Jahrhunderte vergehen ehe große Tempelanlagen – Chedis entstanden und Steininschriften von wichtigen Ereignissen zeugten. Nur die Ausrichtung der Stassen, die Position der Gebäude liefern einen Hinweis auf die frühe Entstehung des späteren Sukhothais.

Die Khmer in Sukhothai am Beginn der Besiedelung

Versetzen wir uns zurück in die Zeit, als es noch keine Stadtmauern und Gräben gab. Es führten zwei wichtige Verbindungsstrassen von Nord nach Süd und von Ost nach West. Eine weitere zog sich entlang der westlichen Bergkette von Nord nach Süd.

Karte der historischen Khmer-Siedlung

Karte der historischen Khmer-Siedlung

Vermutlich bauten die Siedler ihre Häuser nahe den Strassen und legten die Felder und Gemüsegärten auch an den Häusern und an den Strassen an. All diese Anlagen sind leider verschwunden. Die Gebäudereste aus dieser Zeit, die überdauert haben, sind aus Stein, im 13 Jahrhundert n. Chr. erbaut und auch zur Strasse hin ausgerichtet. So waren es diese Strassen, auf denen die Reisenden in der damaligen Zeit diese ersten Siedlungen erreichten. Woher diese Reisenden herkamen ist schwer zu beurteilen, da im 10. bis 13. Jahrhundert n. Chr. das Gebiet im Norden und Süden von Mon-Völkern und auch im Süden und Westen von den Khmer besetzt waren.

Im 11. Jahrhundert n. Chr. verloren die Mon einen großen Teil der besetzten Gebiete an das Khmer-Reich, das seit dem 9. Jahrhundert n. Chr. das politische und religiöse Zentrum um Angkor war. Als die Tai, die Vorläufer der modernen Thai das Gebiet von Sukhothai erreichten, kamen sie zu einer Zeit der finanziellen Schwäche der Mon und der Khmer und erwarben daher vermehrten Einfluß oder erkämpften sich das Gebiet der beiden Völker. So legten die Tai ihr Gebiet fest.

Es waren aber die Khmer, die in diesem Gebiet die ersten Gebäudereste hinterließen. Wie schon bei ihren Vorgängern gibt es aber keinerlei schriftliche Aufzeichnungen der Besetzungszeit.

Die Verbindung zum Angkor-Reich

Als die Khmer in diesem Gebiet siedelten war die Khmer-Epoche am Höhepunkt angekommen. Ihr Führer und König in dieser Zeit (1181 – 1220 n. Chr.) war Jayavarman VII., der auch Angkor Wat errichten ließ.

Sonnenaufgang Angkor Wat

Sonnenaufgang Angkor Wat

Jayavarman VII. hielt sein Reich durch ein umfangreiches System von Strassen und mehr als 100 Rasthäusern (Pilgerherberge – dharmasala) zusammen. Eines dieser „Gasthäuser“ ist in Si Satchanalai, zirka 60 Km von Sukhothai, entfernt erhalten. Dieses Gebäude ist in späterer Zeit, wie viele andere auch, in einen buddhistischen Tempel umgewandelt worden und trägt den Namen Wat Chao Chan.

Jayavarman VII. ließ 23 Steinfiguren anfertigen, die ihn als Buddha zeigen und auch sein Gesicht haben. Diese ließ er in die entferntesten Provinzen seines Reiches versenden. In einer Steininschrift aus Angkor werden diese Figuren als „Jaya Buddha Mahanatha“, eine Kombination aus dem Namen „Jayavarman“, Buddha und „großer Retter oder Heiland“, bezeichnet.

Statue Jaya Buddha Mahanatha

Statue Jaya Buddha Mahanatha im Ramkhamhaeng National Museum Sukhothai

Die Figuren waren mit 1,5 Meter nicht sehr groß. Fragmente einer solchen „Jaya Buddha Mahanatha-Statue“ wurden in den Gebäuderesten der Khmer-Siedlung in Sukhothai entdeckt.

Die Stadt des Jayavarman VII.

Die eigentliche erste Siedlung lag einst im Norden der in späteren Zeiten von den Tai mit Wallanlagen und Gräben eingegrenzten Stadtfläche Sukhothais. Ganz im Gegensatz zu den unregelmäßig angelegten Strassen und Gebäuden der umschlossenen späteren Stadt waren die Strassen der Khmer präzise an Hand von astronomischen Berechnungen ausgerichtet. Sie waren in der Ausrichtung ähnlich der königlichen Stätten und Tempel im Angkor-Reich. Man nimmt an, dass sowohl administrative Gebäude wie auch Krankenhäuser und Märkte die Straßen säumten. Noch heute gibt es auf dieser nördlichen Fläche Ruinen, die vom Fine Arts Department noch nicht ausgegraben oder restauriert wurden.

Reste des Wat Hin Tang - die Khmer in Sukhothai

Reste des Wat Hin Tang an der Nord – Süd Strasse im Norden des Khmer Siedlungsbereiches

Wat Phra Phai Luang – das größte Gebäude der Khmer in Sukhothai

Das heutige Wat Phra Phai Luang beherbergt noch immer die Gebäudereste der frühen Khmer-Epoche. Die Fläche sowie die Größe der originalen Strukturen lassen auf eine sehr große Gesellschaft schließen. Drei Tempeltürme waren aus Laterit erbaut und mit Stuck verkleidet.

Nördlicher Khmer Prang Im Wat Phra Phai Luang - die Khmer in Sukhothai

Nördlicher Khmer Prang im Wat Phra Phai Luang

Zum Wat Phra Phai Luang gibt es noch so viel zu berichten, dass es einen eigenen Beitrag dazu geben wird.

Übersicht Wat Phra Phai Luang

Übersicht Wat Phra Phai Luang

Neben dem Wat Phra Phai Luang Komplex gibt es noch ein Gebäude, das in der frühen Khmer-Epoche hier errichtet wurde. Es gilt als ältestes erhaltenes Bauwerk in Sukhothai, der Ta Pha Daeng Schrein.

Ta Pha Daeng Schrein - die Khmer in Sukhothai

Ta Pha Daeng Schrein

Er wurde zunächst als brahmanischer – hinduistischer Schrein identifiziert. Dies ist jedoch nicht richtig. Die dort gefundenen Statuen zeigen „devata“ oder „drapala“, also Wächterfiguren ähnlich denen an den Gebäuden in Angkor. Beides gilt für Hindus und  Buddhisten. Errichtet wurde der Ta Pha Daeng Schrein an der Nord-Süd Strasse im Süden der Khmer-Stadt.

Er war aber auch die Wohnstätte anderer beschützender Geister, die weder dem buddhistischen oder hinduistisch Glauben noch Angkor zuzurechnen sind. Als die Steinstatuen ausgegraben wurden identifizierten Historiker und Einheimische das Gebäude als einen Schrein von „Phi Sua“. Das war eines der beiden wichtigsten göttlichen Wesen der indigenen Götterwelt Süd-Ost Asiens und Chinas, bevor die indische Religion diese verdrängte. Es ist möglich, dass die Tai dieses göttliche Wesen dort installierten, nachdem sie die Khmer dieses Gebiet verlassen mussten.

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