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Der fallende Baht-Kurs als Familienkiller?

Der fallende Baht-Wechselkurs als Familien- und Beziehungskiller?

Was waren das für herrliche Zeiten, als der Baht-Wechselkurs noch so stand, dass man für 1 € etwa 50 Baht oder sogar mehr bekam. Der Urlaub und das Leben waren in Thailand sehr preiswert. Es wurden Freundschaften geschlossen und Familien gegründet. Heute bei einem Baht-Wechselkurs von 1 € zu 33 Baht oder weniger (Stand September 2019) häufen sich die Telefonate mit mir, in denen besorgte und verunsicherte Ehemänner ihre Probleme mit ihrer thailändischen Beziehung, der Familie und der thailändischen Ehefrau besprechen wollen.

Der schlechte Bath-Wechselkurs sorgt für leere Taschen

Der schlechte Bath-Wechselkurs sorgt für leere Taschen

Welche Problempunkte kristallisieren sich heraus?

Von der Seite der Ehefrau oder der Freundin kommt der Hinweis, dass die monatlichen Unterstützungszahlungen nicht mehr ausreichen. Das Geld, das die Frau hier in DACH oder in Thailand verdient, das genügt nicht mehr, um für die lieb gewonnenen Zahlungen an die Familie auf einem gleich hohen Lebensstandard zu halten.

Lösungswege und einen Ausweg gemeinsam suchen

Das sollte der naheliegenste Weg sein, den man in einer funktionierenden Partnerschaft einschlägt. Leider ist das oftmals  in einer Deutsch – Deutschen Beziehung schon schwer genug. Die Thailänderin ist durch die Kultur und die Erziehung oft anders geprägt worden. Probleme werden nicht angesprochen, um den anderen nicht zu belästigen oder um das Gesicht zu wahren. Man will niemanden in Verlegenheit bringen.

So trifft die Aussage „Schatz ich brauche mehr Geld“ den Farang, also den westlichen Ehemann oder Partner ganz unvorbereitet. Wenn sie dann überhaupt so offen gestellt wird. Sehr häufig wird auch nur eine Veränderung bei der Thailänderin bemerkt, die nicht mehr so fröhlich und gelassen wirkt.

„Wieso denn das schon wieder? Du bekommst doch schon den monatlichen Betrag X von mir. Das muß doch mal reichen!“… und schon hängt der Haussegen schief !

Sie denkt – warum will er mir denn nicht helfen? In Thailand ist doch alles so viel teurer geworden und er gibt schon längere Zeit immer den gleichen Betrag. Leider geht aber bei ihrer Betrachtungsweise verloren, dass ja bei uns in DACH die Lebenshaltungskosten sehr gestiegen sind und die Renten- oder Lohnerhöhungen auch nicht in gleicher Höhe mitgezogen sind. Dazu kommt, viele der Thailänderinnen werden von ihren Partnern nicht über die steuerlichen Abgaben und die Lebenshaltungskosten hier in DACH aufgeklärt. Leider gibt es aber auch die Fälle, bei denen sich die Thailänderin gar nicht dafür interessiert, da sie von den ihr bekannten steuerlichen Gepflogenheiten in Thailand ausgeht.

Viel schwieriger ist es sie zu überzeugen, dass es keine höhere Zahlung für die Familie geben wird. Dabei ist es doch für eine gute thailändische Tochter das höchste Glück und ein ungeschriebenes Gesetz, dass sie stets verpflichtet ist die Familie in Thailand zu unterstützen.

Hier wirkt sich der schlechte Baht-Wechselkurs sehr häufig katastrophal aus.

Das Problem des Haus- oder Autokauf auf Kredit

So manch ein Farang, also ein westlicher Ausländer, hat sich schon auf einen ruhigen Lebensabend in seinem neuen Traumland eingerichtet. Sein ganzes Leben hat er hart gearbeitet, dann seine „Traumfrau“ in Thailand kennen gelernt. Schnell wurde man sich einig. Da ja kein Ausländer ein Grundstück in Thailand erwerben darf wurde das Haus auf dem Grundstück der thailändischen Frau errichtet.

Ein Haus in Thailand

Ein Haus in Thailand der größte Wunsch der Thailänderin

Wenn das Grundstück noch nicht vorhanden war, mußte dieses auch noch erworben werden. Man plante, da nicht genug Geld vorhanden war, es durch einen Kredit zu finanzieren. Sie wollte ja auch dazu mit einem eigenen Einkommen beitragen. Doch wie immer läuft im Leben nicht alles nach Plan und das Einkommen von ihr in dem für sie von ihm eingerichteten Massagestudio war doch nicht so hoch wie erwartet. Diverse Zahlungen und Anschaffungen, die etwas unüberlegt vorgenommen wurden, wie zum Beispiel der Kauf eines Autos für die Familie, bringen jetzt die Finanzierung weiterhin in Schieflage.

Mit einem Male fallen die schon beinahe berühmten Worte: „farang kinjau“ – auf Deutsch freundlich übersetzt „Der Farang ist geizig“. Der Mann steht fassungslos vor dem Scherbenhaufen seiner Pläne. Sie droht an, wenn er nicht helfen will wird sie ihn verlassen und sich jemandem Wohlhabenden zuwenden, der die Familie unterstützt. Manchmal hat sie  das schon längst getan und stellt den Freund oder Ehemann nur vor vollendete Tatsachen. Der Mann steht schockiert da. Warum, wieso nur, ich habe doch alles für sie getan und bezahlt. Ich würde es doch weiterhin machen, aber der schlechte Baht-Wechselkurs zwingt mich doch zum Sparen.

Wie soll die Zukunft aussehen?

Diese Frage stellen sich immer mehr Männer, die den Schritt vor Jahren in Richtung Thailand gegangen sind. Niemand kann momentan die Entwicklung über einen längeren Zeitraum einschätzen. Zu viele Variablen bestimmen die weiteren Entwicklungen auf den Weltmärkten und auch in Thailand. Wie sich der Kurs des Baht weiter im Verhältnis verändern wird bleibt fraglich. Niemand kann auch mit Bestimmtheit sagen wie sich die politischen Gegebenheiten in der Regierung und auch um seine Majestät König Maha Vajiralongkorn (Rama X.) verändern werden.

Für viele Ausländer zeichnet sich ab, dass der fallende Baht-Wechselkurs und damit der momentane finanzielle Status nicht zu halten sind. Somit entwickelt sich der fallende Baht-Wechselkurs zum Familienkiller. Im günstigstem Fall ist die Ehefrau bereit den Weg in ein Nachbarland mit zu beschreiten. Das aber alleine ändert nicht alles an der angespannten finanziellen Lage. Somit wird auch der Gedanke über ein Zurück nach DACH nicht mehr ausgeschlossen sein und vielleicht notwendig werden.

Resume über den Baht-Wechselkurs als Familienkiller

Ihr seht schon, auch ich habe keine Patentlösung parat. Auch mein geplanter Weg steht durch diese Entwicklung immer wieder erneut auf dem Prüfstand.

Chart Baht Kurs

Chart Baht Kurs 2019

Fest steht aber, dass einige Beziehungen oder auch Ehen daran zerbrechen werden. Oftmals wird die thailändische Frau die veränderte Lage nicht einschätzen oder verstehen können. Auch der mögliche Druck der Familie sich einen vermögenderen Farang zu suchen wird in einigen Fällen zur Trennung führen. Auf der anderen Seite wird es ab einer finanziellen Schwelle für den Ausländer nicht mehr möglich sein den Lebensunterhalt und die vielfälltigen Anforderungen der Familie zu erfüllen. Das alles kann der fallende Baht Kurs als Familienkiller anrichten!

Es soll aber auch nicht verschwiegen werden, dass es auch Fälle gibt, in denen die thailändische Frau den Ehemann liebevoll umsorgt und ihm unterstützend unter die Arme greift. Man kann eben dieses wie vieles nicht verallgemeinern.

Auch zu dieser Thematik passend: Warum scheitern so viele Beziehungen mit Thailänderinnen?

Ihr habt schon eigene Erfahrungen mit diesem Thema gemacht oder habt Fragen, dann schreibt doch einfach einen Kommentar, ich werde versuchen zeitnah zu antworten.

Wann ist Eure Schmerzgrenze beim fallenden Baht Kurs erreicht und würdet Ihr dann auch eine Trennung von Frau und Familie nicht ausschließen? Teilt doch diese Gedanken anderen interessierten mit um ihnen auch eine Entscheidungshilfe zu geben.

Ich freue mich über Euren Kommentar im Blog

Euer Reiner

Link zum aktuellen Wechselkurs: Euro-Baht Wechselkurs

 

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2 Kommentare zu “Der fallende Baht-Kurs als Familienkiller?

  1. Dietmar

    Guten Morgen, Reiner,
    ein guter Artikel, wie alle von Dir!
    Auch ich – wir – leiden unter dem starken Baht. Glücklicherweise gehöre ich zu denen, die von ihrer Ehefrau jetzt tatkräftig unterstützt werden. Das liegt vielleicht auch daran, dass ich ihr die Wechselkursgeschichte seit mehr als 10 Jahren immer erklärt habe, und sie sich dessen bewusst ist. Auch haben wir nie Kredite aufgenommen oder Schulden gemacht, sondern uns alles ganz langsam aufgebaut. Die familiäre Unterstützung betrifft nur Mama und Papa, und hier auch nur innerhalb eines festgesetzten Rahmens, der überschaubar ist. Der Sohn ist mittlerweile 25, und wir haben ihm seit 5 Jahren klar gemacht, dass er die Eltern unterstützen soll, nicht umgekehrt – was leider immer häufiger der Fall ist. Dadurch kommt dann eine Doppelbelastung auf die primäre Familie zu – Unterstützung der Eltern UND des Nachwuchses, obwohl dieser im arbeitsfähigen Alter ist – aber oft keine Lust zum Arbeiten hat.
    Auch mit seinem Thai-Partner kann man solche Probleme besprechen – nur sollte es von Anfang an gemacht werden, nicht erst, wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist. Auch sollte man nicht immer jeden Wunsch der Familie erfüllen. Ein freundliches „später“ funktioniert sehr gut,und niemand verliert sein Gesicht.
    Trotz allem ist es eine schwierige Situation, und wenn die Probleme nicht durch Kommunikation und gegenseitiges Verstehen gelöst werden können – tja, dann gerät die kleine Welt ins Wanken. Aber ist es in der EU nicht genauso?
    Bei einem Wechselkurs von 29 ist bei uns Ende der Fahnenstange. Darüber haben wir gesprochen,sind aber nicht sicher, was wir dann machen werden. Im jetzigen Moment haben wir alle Investitionen gestoppt – keine neuen Fenster und Türen im Haus sowie kleinere Sachen -, Besuch bei der Familie im Isaan nur noch 1 mal im Jahr, nur noch 1 grosses Familienfest pro Jahr. Da wir kaum Alkohol trinken und nur Thai essen, gibt es hier also keine Einschränkungen für uns. Nur dass auf meinem Konto in DE kaum noch etwas übrig bleibt zum Monatsende. Aber noch kommen wir damit klar.
    Viele liebe Grüße aus Bang Saen von Dietmar

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Dietmar,

      vielen lieben Dank für die offene Schilderung Eurer Umstände.
      Ja, so geht es vielen Familien und ich persönlich freue mich ganz besonders, dass es eben doch die Familien gibt die genauso funktionieren und damit tagtäglich die allgemeinen Vorurteile gegenüber den Thailändern widerlegen. Ich wünsche Euch auch weiterhin viel Glück und hoffe für uns alle, dass es auch eine Umkehr geben wird und das Wechselverhältnis sich zum positiven wendet. Nicht nur für uns Farang sondern auch für die thailändische Wirtschaft die genauso unter dieser Lage leidet!
      Liebe Grüße nach Bang Saen
      Reiner

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