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Geschichte Thailands Teil 5 – Lan Na der Staat im Norden – Isan Lao und Khmer im Osten

Geschichte Thailands Teil 5 – Lan Na und Lao und Khmer

Nach dem Zusammenbruch von Ayutthaya Reich war Siam, das heutige Thailand, eigentlich nicht mehr existent. Im südostasiatischen Raum war Birma die bestimmende Großmacht geworden. Schon im frühen 16. Jahrhundert hatte sich aber im nördlichen Teil des heutigen Thailands der Einfluß Birmas früh abgezeichnet. Es bildeten sich neue Staaten – Lan Na und der Raum in der Hochebene um Nakhon Ratchasima.

Karte von Lan Na

Karte von Lan Na

Eine andere Entwicklung ergab sich aber im östlichen Bereich des heutigen Thailands. Im Nordosten, dem Isaan, der vornehmlich von nicht siamesischen Volksgruppen bewohnt wurde, erreichten die Volksgruppen der Lao und der Khmer stärkeren Einfluß auf das Gebiet.

Betrachten wir diese Zeiträume doch einmal im Einzelnen.

Lan Na der Staat im Norden

Lan Na, das Land der Millionen Reisfelder. Schon der Name zeigt den hohen Stellenwert dieser Epoche und Entwicklung der Geschichte auf. Lan Na war ein Königreich, entstanden durch den Zusammenschluss verschiedener Fürstentümer mit dem Zentrum im heutigen Chiang Mai.

Die Geschichte von Lan Na

Gegründet wurde es vermutlich im 13. Jahrhundert. Vor der Gründung besiedelten schon Völker der Lawa, ein kleines Bergvolk animistischen Glaubens und der Mon die Flußebenen. Um 1285 begann König Mengrai (Mangrai), der Herrscher des Königreiches Ngoen Yang, dem heutigen Chiang Sean, die umliegenden Fürstentümer zu vereinigen.

Statue des König Mengrai König von Lan Na

Statue des König Mengrai

Chiang Rai war die erste von Mengrai gegründete Hauptstadt des Lan Na Reiches. Die Stadt wurde am 26. Januar 1263 gegründet und Chiang Rai bedeutet in der freien Übersetzung “ Stadt des Königs Mengrai“. Diese wurde aber kurze Zeit später, um 1296, von Chiang Mai als Hauptstadt, die der König ebenfalls gegründet hatte, abgelöst.

Lan Na erweiterte seinen Einfluß bis in die Chinesische Provinz Yunan. So war der Höhepunkt dieses Reiches im 15. Jahrhundert erreicht.

1558 kam es zu einer folgenschweren Abhängigkeit von Burma. Der Burmesische König Bayinnaung eroberte Chiang Mai und infolgedessen unterwarf er das ganze Reich Lan Na. Trotz der Fremdherrschaft behielt aber Lan Na die eigenständige Kultur und die Kunstform bei. Zeittypisch ist für die Lan Na Epoche die Lotusknospe an den Buddha-Statuen, die erst später, in der Sukhothai-Epoche, durch die Flamme ersetzt wurde. Lan Na ist neben Sukhothai auch sehr bekannt für den kunstvollen Bronzeguss in diesen Zeiträumen.

In den folgenden Zeiten kam es immer wieder zu einem Wechsel der Unabhängigkeit Lan Nas und der Abhängigkeit unter der Hoheit von Birma und Ayutthaya.

Die Lage und die Bewohner von Lan Na

Flächenmäßig bestand Lan Na aus einer Vereinigung der nördlichen Regionen und Provinzen des heutigen Thailand: Chiang Mai, Chiang Rai, Lampang, Lamphun, Phayao, Nan und Mae Hong Son.

Begründet war dies durch die landschaftlichen Gegebenheiten mit den Bergregionen und den Ebenen der Flüsse Kok, Ing sowie der des Ping und des Wan.

Die Bewohner von Lan Na gehörten und gehören noch heute zum überwiegenden Teil zu der Thai Yuan Gruppe. Um Mae Hong Son befinden sich die Shan Volksgruppe und andere Bergvölker. Weiter Informationen: Die Bergvölker im Norden von Thailand

Der Untergang des Lan Na Reiches

Mit der Zerstörung Ayutthayas 1767 durch Birma kam es wieder zu einer großen Veränderung. General Taksin, der spätere König, gewann mit dem Königreich Siam immer mehr an Einfluß. Er war es auch, der 1775 Lan Na mit seiner Armee von den Burmesischen Truppen befreite und Lan Na danach zu seinem Vasallenstaat machte.

Durch Kolonialisierung-Bestrebungen von Großbritannien in Burma sowie Frankreich in Indochina sah sich Siam immer mehr gezwungen seine Nordregion gegen diese Aggressoren zu schützen. Daher wurden die bisher zu Lan Na gehörenden 8 Provinzen 1939  in das thailändische Königreich eingegliedert.

Damit endete die große Zeit von Lan Na, von der heute noch bedeutende Bauwerke wie das Wat Phra Singh in Chiang Mai, Wat Chedi Luang oder Wat Ching Man zeugen.

Eis sehr interessantes Museum über Lan Na: Oub Kham Museum

Isaan, Lao und Khmer im Osten

Kaum eine Region in Thailand ist so bekannt wie der Isan, das „Armenhaus“ Thailands. Aber diese Region hat auch eine interessante geschichtliche Entwicklung erfahren. Ein Stadt sticht hierbei heraus: Khorat oder auch Nakhon Ratchasima, wie die Stadt richtig heißt.

Typische Isanlandschaft

Typische Landschaft im Isan

Nakhon Ratchasima

Nakon Ratchasima ist eine Stadt, die in der Sukhothai-Epoche gegründet wurde. König Narai ist es zu verdanken, dass sie 1657 stark befestigt wurde und einen millitärische hohen Status erlangte. Die Kurzform für Nakon Ratchasima ist schlicht und ergreifend Khorat. Sie liegt in der Khorat-Hochebene. Die größten Flüsse sind der Mae Nam Mun und Mae Chi. Beide Flüsse münden in den Mekong, der die östliche Grenze vom Isan bildet.

Speziallitaet im Isan - Landkrabben

Spezialität im Isan – Landkrabben

Als Hinweis, es gibt beide Schreibweisen: Isaan und Isan – Ich werde hier die Form Isan wählen.

Nakon Ratchasima, die Herkunft des Namens wird durch verschieden Theorien erklärt.

Der Name soll aus dem Sanskrit, der altindischen Sprache, vom Nagara Ratchasima oder von der Khmer-Bezeichnung Nokor oder Angkor Reach sema kommen. Die Bezeichnung aus dem Khmer bedeutet so viel wie „Stadt der königlichen Grenze“. Die Stadt lag damals an der Grenze zum Reich von Angkor.

Eine weitere Theorie bezieht sich auf zwei vorherige Städte: „Gorakhapura“ und „Sema“, die im Zusammenhang mit Ayodhya, nach der heutigen Bezeichnung Ayutthaya, stehen.

Nachdem der König Phetcharat, der 30. König des Ayutthaya Reiches, sich widerrechtlich den Thron von König Narai angeeignet hatte, bekämpfte er Nakhon Ratchasima drei Jahre lang, bevor er die Stadt einnehmen konnte. Es folgten bewegte Zeiten. 1698 – 1700 n.Chr. gab es eine erneute Rebellion. 1826 rückten Truppen des Königs Anavon, der mit Unterbrechungen 1805 und 1828 König des Laotischen Königreiches  Vientiane war, gegen Nakhon Ratchasima vor. Kurz vor der Stadt wurden seine Truppen gestoppt. Dabei soll die Frau Thao Suranari, die Gattin des Gouverneurs, eine wichtige Rolle gespielt haben. Sie wird noch heute wie eine Heilige in der Stadt verehrt. Seit 1934 gibt es in der Stadt ein Denkmal für sie, das als Wahrzeichen der Stadt gilt.

1932 kam es zum Ende der absoluten Monarchie in Thailand. Ausgehend von Nakon Ratchasima kam es zu einem Aufstand der königstreuen Royalisten. Dieser hatte aber keinen Erfolg und die Rebellion wurde vereitelt.

In jünger Vergangenheit flog die US Airforce im Vietnamkrieg von dem Flughafen aus Angriffe auf Kambodscha und Vietnam

Die Khorat-Hochebene

Springen wir noch einmal in der Zeit zurück und schauen uns die Geschichte der Khorat-Hochebene an.

Im 18. Jahrhundert n. Chr.  stießen die Nachbarstaaten Lan Sangs – Vientiane und Champasak vom Osten her vor. Im Westen bedrängte Siam den Isan. (Siehe König Anavon im vorherigen Text.) Nach der Abwehr dieser Angriffe und der Unterwerfung von Champasak, Vientiane und Luang Prabang  1778 regierten in der Khorat-Hochebene von nun an die Siamesen. Es folgte eine wirtschaftliche Hochphase mit einem beachtlichen Anstieg der Bevölkerung in der Hochebene und im Isan.

1826 kam es zu einem Krieg zwischen den laotisch besetzten Regionen und Siam um den Vorposten Nakhon Ratchasima. Auch hier der Verweis auf die vorherige Beschreibung in der Geschichte von Nakhon Ratchasima um 1826. Seit dieser Zeit ist das Verhältnis zwischen Thailand und Laos angespannt!

Hier findet Ihr weitere Teile von der Reihe – Geschichte Thailands

Die Geschichte Thailands Teil 1

Geschichte Thailands Teil 2

Die Geschichte Thailands Teil 3

Geschichte Thailands Teil 4 – Ayutthaya

 

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