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Foto- und Reiseblog

Ramkhamhaeng Denkmal und die Inscription No 1 – Sukhothai

Ramkhamhaeng Gedenkstätte im Historischen Park Sukhothai

Die Gedenkstätte für den größten König der Sukhothai-Epoche ist ein bemerkenswerter Ort. Hier verbinden sich die historischen Gebäude im Historical Park Sukhothai mit der Moderne. Die alten Formen des Buddhismus mit der Verehrung des Königs in der modernen Zeit. Das Ramkhamhaeng Denkmal und die Kopie der Inscription No 1, der Steinsäule, auf der die erste thailändische Schrift zu lesen ist, ist ein Anziehungspunkt gleichermaßen für die Thailänder, aber auch für die Touristen und es gehört einfach dazu, dem König Ramkhamhaeng einen Besuch abzustatten.

Das Ramkhamhaeng Denkmal im Historischen Park Sukhothai

Das Ramkhamhaeng Denkmal im Historischen Park Sukhothai

Wo finden wir das Ramkhamhaeng-Denkmal?

Geografische Daten: 17° 1′ 11,93″ N99° 42′ 16,83″ O 

Im nördlichen Teil des historischen Park Sukhothai gelegen befindet sich auf einem großflächigen Platz die Gedenkstätte für Ramkhamhaeng, den dritten Herrscher und wichtigsten König der Sukhothai Epoche. Erbaut wurde das Denkmal durch das fine arts department. Den Grundstein für das Bronze Denkmal legte der Premier Minister General Thanon Kittikhajon am 26.11.1969. Geplant war die Fertigstellung für 1971.

Seine Majestaet Ramkhamhaeng auf seinem Thron am Denkmal im Historischen Park Sukhothai

Seine Majestät Ramkhamhaeng auf seinem Thron

König Ramkhamhaeng sitzt auf dem Thron, der den Namen Manangasila trägt. Diesen Thron kann man im Original heute im Wat Phra Kaeo Museum besichtigen. Die Figur steht auf einer steinernen Empore. Auf ihrer Rückseite befinden sich Abbildungen aus dem Leben des Königs.

1. König Ramkhamhaeng auf dem Rücken des Elefanten „Jujasri“ am Tag des Vollmondes auf dem Weg zum Bergtempel Wat Sapan Hin.

Ramkhamhaeng auf dem Elefanten - Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Ramkhamhaeng auf dem Elefanten Jujasri auf dem Weg zum Tempel Wat Saphan Hin

2. Der König kämpft auf dem Rücken eines Elefanten gegen König Khun Sam Chon, den Herrscher von Muang Chot, dem heutigen Mae Sot

Der Kampf auf dem Elefanten gegen den Herrscher von Muang Chot - Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Der Kampf auf dem Elefanten gegen den Herrscher von Muang Chot

3. Der König bei einer Audienz.

Ramkhamhaeng gibt eine Audienz - Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Ramkhamhaeng gibt eine Audienz

4. Buddhistische Zeremonie während der Sukhothai-Periode.

Abbildung einer buddhistischen Zeremonie -- Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Abbildung einer buddhistischen Zeremonie

5. Arbeiten in der Landwirtschaft in der Regierungszeit des Königs.

Szene mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten - Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Szene mit landwirtschaftlichen Tätigkeiten

Auf dem imposanten und großen Vorplatz findet sich auch der Inschriftenstein Nr. 1. Er ist der früheste Beleg der thailändischen Schrift, deren Entstehung dem König Ramkhamhaeng zugeschrieben wird. Die Nachbildung der Glocke, an der jeder Bürger der Sage nach läuten konnte, um eine Audienz beim König zu erbitten, steht hier am Platz.

Die Glocke an der man leutete um eine Audienz zu bekommen

Die Glocke an der man läutete um eine Audienz zu bekommen

Am 17. Januar jedes Jahres findet hier das große Ramkhamhaeng Festival statt. Bei diesem Fest sind unzählige Stände mit Speisen, Getränken und handwerklichen Produkten vertreten. Eine große abendliche Show mit Elefanten berichtet von der großen Zeit von Sukhothai.

Nächtliche Feier zu Ehren seiner Majestät König Ramkhamhaeng - rechts die Säule mit der Inscription No 1

Nächtliche Feier zu Ehren seiner Majestät König Ramkhamhaeng

Elefantenparade auf der Feier am Ramkhamhaeng Denkmal

Elefantenparade auf der Feier am Ramkhamhaeng Denkmal

Tanzdarbietung direkt vor dem Ramkhamhaeng Denkmal im Historischen Park Sukhothai

Tanzdarbietung direkt vor dem Ramkhamhaeng Denkmal im Historischen Park Sukhothai

Hier wird noch in der heutigen Zeit das ganze Jahr über  dem Schöpfer der thailändischen Schrift gehuldigt.


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Die Steininschrift Nr. 1 – Inscription Nr. 1

Ein ganz besonderer Platz befindet sich gleich neben dem Denkmal. Hier steht eine viereckige Säule, ähnlich eines Ägyptischen Obelisken, die an allen vier Seiten mit Schriftzeichen versehen ist. Sie hat eine Kantenlänge von 35 Zentimetern und ist 114 Zentimeter hoch. Der Stein besteht aus „Schluffstein“ oder auch als „Siltstein“ bezeichnet, einem Sedimentgestein aus ruhig stehenden Gewässern.

Abbildung vom Herstellungsprozess der Inscription No 1 - Bronzeplatte am Denkmal von König Ramkhamhaeng

Abbildung vom Herstellungsprozess der Inscription No 1

Seine Oberfläche wurde im oberen Teil, auf dem sich die Schriftzeichen befinden poliert. Der untere Teil ist ist noch rauh. Dieser Teil befand sich vermutlich in einem Sockel versenkt.  Dieser Stein ist die Nachbildung des berühmten Steins mit der Inscription No 1, der Inschrift Nr. 1, die Ramkhamhaeng zugeschrieben wird. Sie soll die erste Aufzeichnung sein, auf dem die erste Siamesische Schrift abgebildet sein soll. Das Original befindet sich im Bangkok National Museum.

Der Stein mit der Inscription No 1

Der Stein mit der Inscription No 1 in historischen Park Sukhothai

Die Entdeckung der Inscription No 1

Begeben wir uns zurück in das Jahr 1833. Prinz Mongkut (*18.10.1904 – †18.10.1868), der spätere König Mongkut, war ein sehr gelehrter Mann. Er war ein buddhistischer Mönch und er beschäftigte sich mit Geschichte, Religion und anderen Wissenschaften. Mit ihm begannen auch die Thailändisch – Deutschen Beziehungen.

Prinz Mongkut mit der Moenchsrobe - Entdecker der Inscription No 1

Prinz Mongkut mit der Mönchsrobe

Prinz Monghut war es, der auf einer Pilgerreise nach Sukhothai in den historischen Ruinen des vermuteten Palastes (Noen Prasat) von Sukhothai zwei beschriftete Steinplatten sowie die viereckige Säule fand. Diese Säule wurde nach Bangkok gesandt und erhielt in den Jahrhunderten verschiedene Aufstellungsorte. Zuletzt wurde der Fund im Bangkok National Museum ausgestellt, wo er bis heute zu sehen ist. Eine weitere Kopie befindet sich im Ramkhamhaeng National Museum Sukhothai das auch einen Besuch lohnt!

Steininschrift die König Ramkhamhaeng zugeschrieben wird - Inscription No 1

Steininschrift die König Ramkhamhaeng zugeschrieben wird

Seither gibt es verschiedene Auslegungen über den Wahrheitsgehalt und die Datierung dieser Inschrift. Die Steele wurde auf das Jahr 1292 datiert. Zu heutiger Zeit, in den späten 1980iger Jahren, wurde sogar vermutet, es handele sich um eine Fälschung. Bis heute ist dieser Streit um die Echtheit und um die Datierung wissenschaftlich nicht zu 100% geklärt. Trotz alledem ist dies eine wichtige Quelle in der thailändischen Geschichte und wurde in das UNESCO Register aufgenommen.

Die Beschriftung der Inscription No 1

Auch bei der Entschlüsselung war es Prinz Mongkut, der im Jahr 1836 den Mönch Prinz Roek zum Leiter einer Kommission ernannte, die die Inschrift entschlüsseln sollte. In späteren Jahren überreichte Prinz Mongkut britischen und französischen Gesandten Kopien für die wissenschaftliche Untersuchung. Der deutsche interdisziplinäre Wissenschaftler Adolf Bastian (*26.06.1826 – †02.02.1905), der auch Gründungsdirektor des Museums für Völkerkunde in Berlin war, hat als erster 1864 den Text in eine westliche Sprache übersetzt. Es folgten weitere Übersetzungen und Überarbeitungen.

Über die Sukhothai-Schrift

Diese Schriftzeichen, die auch als erste thailändische Schrift oder siamesische Schrift bezeichnet werden, unterscheiden sich aber deutlich von der heutigen thailändischen Schrift. Die Schrift enthält mehr Ähnlichkeiten zur Khmer-Schrift. Heutige Forschungen gehen davon aus, dass die Sukhothai-Schrift eine Mischform darstellt aus Khmer und Sanskrit und weiteren indischen Teilen. Bemerkenswert ist: die Schrift weist keine Unterbrechungen auf und ist fortlaufend in den Stein gemeißelt worden. Das Besondere an dieser neuen Schrift war ein logischer Aufbau, ein konsequenter einheitlicher Schriftstil und die Schrift war einfach für die damalige Thai-Bevölkerung zu lesen. Die Rechtschreibung war standardisiert und es gab die ersten Zeichen, die verschiedene Tonhöhen angaben. Dies war ein bedeutender Fortschritt, da es so möglich war für Menschen, die nicht die tonale Sprache beherrschten, die Thai-Sprache zu sprechen und zu verstehen.

Sehr feine Steinmetzarbeit auf dem Stein der Inscription No 1

Sehr feine Steinmetzarbeit auf dem Stein der Inscription No 1

Seite 1 der Inschrift

Die ersten 18 Zeilen des Textes behandeln Ramkhamhaeng persönlich. Er schildert sein früheres Leben bis zu dem Punkt seiner königlichen Amtsübernahme.

Die Seiten 1 bis 4 der Inschrift

Ab Zeile 18 auf der ersten Seite bis hin zum Ende auf der Seite 4 wird vom „Überfluß“ und der Schönheit der Stadt Sukhothai berichtet. Es wird beschrieben, wie die Menschen in Sukhothai frei leben können und von einem gerechten König geführt werden. Im Weiteren wird noch die Errichtung eines Thrones beschrieben und etwas über Reliquien in Si Satchanalai. An dieser Position wird auch das Schriftsystem des Königs erwähnt.

Als Abschluss ab Zeile 11 der vierten Seite wird dort ein Lob auf den König Ramkhamhaeng verfasst. Dieses ist in einem anderen Schreibstil verfasst und so geht die Wissenschaft davon aus, dass es nachträglich von einem anderen Steinmetz angefügt wurde.

Die Diskussion um die Echtheit der Sukhothai-Inscription No 1

Seit 1987 wird wissenschaftlich über die Inscription No 1 nicht nur in Sukhothai, sondern, weltweit diskutiert. Dabei sollte man in Betracht ziehen, dass es sich bei der Steinsäule um ein Objekt von Nationaler Tragweite handelt. Die Säule stellt das erste Königreich Thailands dar und ist einem König gewidmet. Damit fallen Diskussionen hierüber schnell in den Bereich der „Majestätsbeleidigung“ und sind somit in Thailand strafbar. Siehe auch: Majestätsbeleidigung in Thailand mal genauer betrachtet.

Selbst wissenschaftliche Untersuchungen mit dem Rasterelektronenmikroskop und weiteren Maßnahmen bestätigten das Alter der Steinsäule, aber wie immer bleiben hartnäckige Befürworter der Fälschungstheorie bei ihrem Standpunkt.

Hier möchte ich auf einen Artikel in PDF Form von Hans Penth vom Social Research Institute der Chang Mai Universität für interessierte Leser hinweisen. Difficulties with Inscription No 1

Der Besuch dieses Denkmals sollte auch dazu genutzt werden etwas zu verweilen und dem Treiben am Denkmal und an der Statue von seiner Majestät Ramkhamhaeng zuzuschauen. Auch heute noch zeigen Thailänder dort kniend ihre Ehrerbietung für diesen König.

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