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Foto- und Reiseblog

Was ist nachhaltiges Reisen und sanfter Tourismus – gibt es das wirklich?

Gibt es wirklich den sanften Tourismus und das nachhaltige Reisen?

Bevor man eine Frage beantworten kann sollte man sich als erstes einmal darauf verständigen, was mit diesen Begriffen „sanfter Tourismus“ oder  „umweltfreundlicher Tourismus“ gemeint ist. Als zweites kann man dann die Frage verdeutlichen und nach Antworten suchen. Gerade jetzt, nach einem möglichen Neustart des Ferntourismus, tauchen neue Konzepte auf, die eine andere Ausrichtung des Tourismus fordern! So wird von Tourismusministerium aus Thailand eine neue Ausrichtung auf den „Qualitätstouristen“  ( Thailand News – Qualitäts-Touristen erwünscht ) aus dem Räumen Deutschland, Östereich und aus der Schweiz vorgeschlagen. Diese finanzkräftige Gruppe soll in speziell ausgesuchten Locations im Süden und Norden Thailands möglichst in 4 und 5 Sterne Hotels in zeitlich kurz begrenzten Urlauben möglichst viel Geld pro Tag ausgeben! Kann das die Lösung sein und ist dies unter dem sanften Touristen und nachhaltigem Reisen zu verstehen?

Sanfter Tourismus im Luxushotel ?

Sanfter Tourismus im Luxushotel ?

Der Tourismus und das nachhaltige Reisen

Beide Begriffe meinen im Großen und Ganzen einen ziemlich ähnlichen Bereich.
Als sanften Tourismus definiert man eine Form des Tourismus, der durch die Reise von Beginn an durchgängig auf auf die Natur, die Kultur und den Umweltschutz Rücksicht nimmt.

Diese Definition umfasst dabei eigentlich alles! Man müsste also schon die Planung einer Reise dabei mit einbeziehen, selbstverständlich auch den Reiseweg mit den dazugehörigen Transportmitteln, die Kleidung, die Unterkünfte, die verschiedenen Besuche von Sehenswürdigkeiten, die Verpflegung, die Körperhygiene, den Kontakt mit den Menschen, die Verteilung der erwirtschafteten Gewinne aus dem Tourismusgeschäft, die „Hinterlassenschaften“ der Touristen und vieles mehr.

Sanfter Tourismus auch bei Fernreisen ?

Sanfter Tourismus auch bei Fernreisen ?

Ihr seht schon, es ist ein Unterfangen, das nur in den wenigsten Fällen so rigoros durchführbar ist. Man sollte sich darüber im Klaren sein, dass man auf seinem Lebensweg immer einen Fußabdruck in der Umwelt hinterlässt. Wie groß oder klein dieser ist hängt nicht nur von uns, sondern auch von der Umwelt ab, die uns umgibt. Dazu zählen natürlich auch die wirtschaftlichen -, die geografischen- und kulturellen Gegebenheiten in der direkten Umgebung dazu.

Als Kind der 50 ziger Jahre habe ich eine ganz andere Zeit der technischen Möglichkeiten erlebt und bin so natürlich auch geprägt worden. Diese haben sich in den Jahrzehnten sehr stark verändert, ob sie sich verschlechtert oder verbessert haben ist kaum zu beurteilen, da sich vieles bereits verändert hatte. Die Transportmittel sind um ein Vielfaches besser in Punkto Belastung der Umwelt geworden. Dafür ist die Zahl der Touristen um ein Vielfaches angestiegen und die Hinterlassenschaften, wie zum Beispiel die Verschmutzung der Meere durch Chemikalien, Abwasser und Müll sind angestiegen.

Wie es nicht sein sollte:

Wie der Tourismus in meinen Augen nicht sein sollte zeigt sich am Beispiel der Malediven. Aus wundervollen Inseln ohne Fußwege und natürlicher Landschaft sind Luxus-Resorts geworden, die mit sanftem Tourismus nichts mehr zu tun haben.

Sanfter Tourismus und einsame Strände ?

Sanfter Tourismus und einsame Strände ?

Ist das nachhaltige Reisen und der sanfte Tourismus überhaupt möglich?

Wie viele Dinge im Leben ist diese Frage kaum zu beantworten! Sicherlich können einzelnen Personen dazu beitragen in ihrem Rahmen eine Art Tourismus zu leben, der wenig die gesamtheitliche Umwelt beeinträchtigt.

Wichtig ist nach meiner Einschätzung, dass die von den Touristen ins Land gebrachten Gelder auch wirklich bei den Menschen ankommen die dieses benötigen. Kleine Restaurants sind zu bevorzugen – anstatt in den Bettenburgen der Touristik-Konzerne im Restaurant europäisierte Einheitskost zu verzehren.

Strandpromenade Pattaya Thailand

Strandpromenade Pattaya in Thailand – Wohnsilos und Bettenburgen

Jeder Tourist sollte sich vor der Reise sich mit dem Land auseinandersetzen und die Lebensweise der dort lebenden Menschen respektieren. Umweltschädigende Dinge gehören nicht in das Reisegepäck und wenn dieses nicht zu vermeiden ist, dann sollten sie wieder mit nach Hause genommen werden.

Zu diesem Thema findet Ihr hier Wieviel Tourismus verkraftet Thailand und die Welt?

Sanfter Tourismus ist möglich!

Gerade Thailand ist in der glücklichen Lage jetzt neue Wege zu beschreiten! Die Ausrichtung auf den „Familien- und Bildungs-Tourismus“ wäre eine guter Anfang. Der Tourist, der am Meer entspannen möchte, sollte auch diese Möglichkeit erhalten, jedoch nicht nur im höherpreisigen Segment. Eine Beschränkung der Anzahl der Hotelbetten wäre ein gangbarer Weg.

Die Aussendarstellung Thailands und der anderen Länder sollte sich mehr auf die Kultur und die Geschichte des Länder ausrichten, um den bildungswilligen Touristen anzusprechen und damit auch die einheimische Wirtschaft breitgefächert zu unterstützen.

Ich würde mich sehr freuen Eure Meinung in den Kommentaren zu erfahren und noch mehr freue ich mich Euch nach der Aufhebung der Reisebeschränkungen in Thailand wiederzusehen!

Euer Reiner

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7 Kommentare zu “Was ist nachhaltiges Reisen und sanfter Tourismus – gibt es das wirklich?

  1. Ulrike

    Lieber Reiner, was für ein toller Artikel, der mich sehr nachdenklich stimmt. Das Problem ist, dass die Nachfrage das Angebot bestimmt. Natürlich will man auch in Thailand Geld verdienen. Und wenn der Tourist komfortable 5-Sterne-Hotels sucht, dann werden die auch angeboten. Man sollte auch nicht vergessen, dass diese sog. Bettenburgen auch Arbeitgeber für viele Einheimische sind. Ein wenig Einfluss haben die großen Reiseveranstalter, wenn sie auf eine ordentliche Müllentsorgung und Kläranlagen bestehen. Sowas kann sich meistens nur ein großes Hotel leisten. Mir kommt das manchmal vor wie die Wahl zwischen Pest und Cholera. Die Länder sind gleichfalls verantwortlich für eine umweltfreundliche Infrastruktur.
    Alles nicht so einfach!
    LG
    Ulrike

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Liebe Ulrike,

      danke für die wie immer sehr präzise Anmerkung! Wenn ich ehrlich bin habe ich ja auch kein passendes Allheilmittel. Ich bin der Meinung, die Anzahl der Einheimischen Angestellten ist leider oft genug zu gering. Einige Länder zeigen das es mit dem 5 Sterne Hotels funktioniert. Ob dies die allgemein gültige Lösung ist glaube ich nicht! Meine Meinung seit den 80 igern war immer: „Wir haben die Möglichkeit in alle Länder dieser Welt zu reisen doch leider vergessen viele der Reisenden das Gehirn mit einzupacken!“ Das trifft leider auch noch heute zu.
      Ich bin in keinem Fall eine Spaßbremse, wenn jedoch nur Alkohol, Party und Saufgelage, Sonne und Faulenzen am Meer und Shopping-Trips den Urlaub bestimmen, wenn kulturelle Schranken nicht akzeptiert werden sollte eingeschritten werden.
      Es gibt interessierte Backpacker in der Reisegemeinschaft und absolut weltfremde und kulturlose 5 Sterne Touristen! Die Mischung sollte stimmen um einen ausgewogenen Tourismus zum Wohle des Volkes des bereisten Landes zu gewährleisten.
      LG Reiner

  2. Christina

    Hallo Reiner,

    danke für deinen Artikel! Ich war noch nie in Thailand, kenne es eigentlich nur als ’schönes, aber überlaufenes Land‘. Wer im Winter nochmal billig weg wollte, der flog nach Thailand, auch kenne ich das Land, weil es doch dort diesen wunderbaren Strand gibt, der aber mittlerweile so verschmutzt ist, dass man ihn nicht mehr betreten darf, oder?

    Was du schreibst ist natürlich richtig. Wir hinterlassen IMMER einen mehr oder weniger bleibenden Fußabdruck, vA wenn man weit entfernte Destinationen wählt. In Peru hatte ich ein spannendes Gespräch mit einem Guide. Er hat mittlerweile seine eigene Reiseagentur gegründet und vermittelt hauptsächlich Homestays bei Peruanern und längere Wanderungen durch die Anden. Ihm war es wichtig, dass die Touristen das wahre Peru und seine Menschen kennen lernen dürfen, ihre Art zu leben, ihren Glauben und ihre Motivation. Das fand ich eine sehr schöne Einstellung. Außerdem kam ein Teil des Geldes unserer Tour den Locals der Umgebung zugute, davon wurde ein Zahnarzt engagiert, der in die Dörfer kam und den Kindern die Zähne gerichtet hat.

    Ich glaube Hotels, die mehr lokale Unternehmer unterstützen, wie zB Essensarrangements in unterschiedlichen Restaurants, oder Catering von lokalen Restaurants zu beziehen, den Menschen mehr Geschichten und Einblicke in das Land zu bieten, anstatt jeden Hotspot abzuhetzen. Zudem ist eine umweltbewusstere Lebensweise unumgänglich. Wie mit den ganzen Abwässern umgehen? Wie kann nachhaltig Strom produziert werden, wie die Flüsse sauber bleiben und die Meere nicht verschmutzt werden? Diese Fragen dürfen nicht zu kurz kommen, ansonsten ist es nur wieder greenwashing.

    Die einzige Frage, die für mich bleibt ist aber, ob nachhaltiger Tourismus und Massentourismus vereinbar sind? Denn durch die sinkenden Flugpreise und das höhere Budget und die Reisewilligkeit von Personen aus Schwellenländern wird es immer mehr Touristen geben. Irgendwann werden die Flugzeuge sicher auch ohne Kerosin fliegen können, dann hat sich zwar vielleicht der vordergründige Umweltaspekt relativiert, nicht aber das der Masse der Flüge und Anzahl an Personen.

    Ganz krass fand ich das z.B. in Machu Picchu: Jeden Tag betreten die Inkastadt 8000 Personen, diese Anzahl wurde bereits reguliert und man konnte sich auf 8000 Tagestouristen einigen. Dazu kommen aber jeden Tag noch zwischen 500 – 800 Personen, die über den Inka Track nach Machu Picchu wandern und zu den Touristen dazustoßen. 3/4 der Touristen kommen am Vormittag. Es gibt bereits Ruinen, die nur noch zu bestimmten Tageszeiten besucht werden dürfen, weil der Stein bereits langsam absackt und der Stein durch die Touristen schneller absackt. Im Ort unter Machu Picchu ist man wie ein Lemming gedrängt, geschätzt 500 Personen warten in einer kleinen Straße auf ihren Bus nach Machu Picchu. Für mich krasser Overtourism. Hier müsste es viel weitreichendere Reglementierungen geben.

    Beim The Wave in den USA gibt es z.B. eine Lotterie, man kann sich für ein Ticket bewerben und es wird gezogen, wer hinein darf, so wird auch verhindert, dass es horrende Eintrittspreise gibt, die sich wiederum nur die reichsten der Reichen leisten können.

    Anderes Beispiel ist für mich Hallstatt in meinem schönen Österreich: Die Stadt wird regelrecht überlaufen von Touristen. Auf 780 Einwohner kommen bis zu 10.000 Touristen am Tag, etwa 1 Million im Jahr. Es sind viele asiatische Touristen, die auf einer Europatour hier kurz Stopp machen, viele bleiben gerade mal eine Stunde, eine kleine Stadtführung und wieder zurück in den Bus. Von diesen Touristen bleibt wenig Geld in Hallstatt, der Troubel aber bleibt. Anstatt ein Ticketsystem zu vergeben, regen sich die Hallstätter über die Touristen auf, nehmen aber trotzdem das Geld, Regulieren gibt’s bis heute noch keine ordentlichen. Jetzt, in Corona Zeiten, waren sie erst selig, weil es endlich mal wieder schön ruhig war, aber jetzt kommt das Geraunze, dass ja jetzt die Umsätze weg bleiben. Wir waren letztes Wochenende da, um Hallstatt mal ‚ohne‘ die Massen an Touristen zu erleben. Und was soll ich sagen: es waren noch 3 Plätze auf dem einen Parkplatz frei. Es waren viele heimische Touristen da, ein paar Franzosen. Den Hallstättern passt’s trotzdem nicht. In solchen Fällen bräuchte es wohl weitergehende Regulationen seitens der Regierung, die sich auch Gedanken darüber machen sollte, wie wir Tourismus erleben und vorleben wollen.

    Leider ist natürlich die Gewinnmaximierung ein treibender Faktor. Und so werden immer wieder Umweltbedenken oder gewinnmindernde Maßnahmen über Board geworfen, zum Leiden der Touristenerfahrung und des Planeten.
    Es bleibt ein spannendes Unterfangen und hoffentlich hat diese Auszeit in der Welt auch bei manchen zu einem Umdenken verholfen.

    Liebe Grüße,
    Christina vom Reiseblog Miles and Shores

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Christina,
      lieben Dank für Deinen sachliche und vor allem umfassende Stellungnahme zu dem Thema! Ja, ich weiß auch im Moment keine allumfassende Antwort. Das Problem ist genau so wie Du es beschreibst nicht auf einen Ort oder auf eine Sehenswürdigkeit beschränkt. Für mich ist ein großes Problem die „Geiz ist Geil“ Haltung! Jeder möchte alles sehen, alles erleben und dafür am besten nichts oder nur wenig bezahlen. Spätere Generationen können und wollen vielleicht auch nur noch virtuell Urlaub machen? Besonders hat mir das Beispiel von Hallstatt gefallen. Es ist genauso wie auf Malle, erst haben alle über die Touristen gejubelt und jetzt ist es allen zu viel! Die Welt besteht aus Veränderung und ich glaube fest daran das es für uns auch noch möglich sein wird das Reisen wieder ungezwungen zu erleben. Virtuell ist für mich keine Alternative aber das Erleben der Menschen in Asien und dem Rest der Welt, die vielen großen und kleinen Abenteuer die ich immer wieder erlebe, sind Ansporn bewusst und rücksichtsvoll auf alles und jeden zu reisen und die Welt in ihrer Vielfalt und Schönheit zu entdecken.
      Das ist für mich das sanfte Reisen!
      Liebe Grüße an Dich und Miles and Stores
      vom Reiner

  3. Tina von Tinaspinkfriday

    Lieber Reiner, nachhaltig Reisen ist nicht einfach, das stimmt. Ich gebe vor Ort immer mein Bestes, bezüglich Nachhaltigkeit. Dennoch hinterlassen wir alle ökologische Fußspuren.
    Ich verstehe was Thailand sich wünscht und ich glaube auch dass das teilweise schon gelingen wird. Viele Menschen denken um, was das Reisen betrifft. Hoffe ich. Es gibt viele Arten ein Land kennenzulernen, na ja 5 Sterne all inklusive ist auch nicht die Megalösung dafür.
    Wir waren in einem thailändischen kleinen Holzhausresort mit Frühstück (Reissuppe und Toast) das war herrlich.
    Liebe Grüße Tina

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Liebe Tina,

      wer braucht schon 5 Sterne? Das ist etwas um bei anderen anzugeben! Reissuppe ist bekömmlich, gesund und lecker! Genau wie bei uns die volkstümliche Küche, die auch nicht mehr so häufig gut serviert wird! Zum Beispiel Erbsensuppe mit Wurst, Milchreis mit Zucker und Zimt oder Kartoffelpuffer mit selbst gemachten Apfelmus.
      Jetzt habe ich Hunger bekommen und muß selbst erst mal was essen 🙂
      Alles Liebe Reiner

      1. Tina von Tinaspinkfriday

        Himmel ich jetzt auch. So ein Milchreis mit frischen Erdbeeren wäre jetzt klasse. 🙂
        Gut dass es in „meinem kleinen Dorf“ am Meer kein 5 Sterne Hotel gibt. Mein Geld landet ohne Ausnahme bei der Bevölkerung im Dorf. Schön verteilt 🙂
        Liebe Grüße Tina

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