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Wat Tuek – das Rätsel des Tempels

Das Rätsel des Tempels Wat Tuek in Sukhothai

Wat Tuek, ein Tempel der nicht so viel Interesse bei den Touristen des Historischen Parks in Sukhothai entfacht. Dabei ist es ein bemerkenswerter Tempel, der bei meinem Besuch im Jahr 2020 ein Rätsel offenbarte, das selbst von den touristischen Führern und meinen Kontaktpersonen im Ramkhamhaeng National Museum nicht beantwortet werden konnte.

Wat Tuek in der Übersicht

Wat Tuek in der Übersicht

Es gibt mehrere Schreibweisen für diesen Tempel: Wat Tuk, Wat Tuek oder Wat Tül. Ich beschränke mich hier auf die Schreibweise Wat Tuek.

Wo liegt Wat Tuek

Zirka 400 Meter hinter dem westlichem Stadttor ( Pratu O) ( ประตูอ้อ ), also außerhalb der historischen Befestigungsanlagen, liegt Wat Tuek. Es ist mit dem Fahrrad, das man sich ausleihen kann, gut zu erreichen.

Wat Tuek im Historischen Park Sukhothai – ein Rundgang im Wat Tuek

Beginnen wir mir den geschichtlichen Daten. Erbaut wurde Wat Tuek zur Zeit der Gründung von Sukhothai. Den Namen erhielt er von einem Führer, der den König Vajiravudh (Rama VI. – Oktober 1910 bis 1925 König von Siam), 1907 zu dieser Stätte führte. Die Übersetzung ins Deutsche lautet: „Tempel der Freimaurer“.

König Vajiravudh - Rama VI.

König Vajiravudh – Rama VI.

Restauriert wurde die Tempelanlage in den Jahren 1970 -1971 vom Fine Arts Department, einer Abteilung im thailändischen Ministerium für Kultur, die vom damaligen König Vajiravudh 1912 gegründet wurde.

Dieses Wat gehört zu den kleineren Tempelanlagen vom Historischen Park Sukhothai, bietet aber eine ganz besondere Sehenswürdigkeit.

Der Viharn

An der für thailändische Tempelanlagen üblichen Ostseite betritt der Besucher den Tempelkomplex. Zuerst fällt der eher als klein anzusehende Viharn auf, Diese Säulenhalle bot den Gläubigen bei den heiligen Zeremonien Schutz vor Sonne und vor Regen. Die Kantenlänge beträgt hier 14 x 10 Meter.

Der Viharn des Wat Tuek

Der Viharn des Wat Tuek mit der nach Westen ausgerichteten Sitzreihe der Mönche

Bemerkenswert sind die Reste der aus einzelnen, vorher in Form gehauenen Laterit Blöcke, die an Ort und Stelle mit dem typischen Mörtel der damaligen Zeit aufeinander geschichtet wurden. Sie waren früher vollkommen verputzt und in weiß getüncht. An der Ostseite des Viharn befindet sich ein Sockel mit den Kernresten eines Buddha-Abbilds.

Reste des Latterit-Buddhas im Viharn des Wat Tuek

Reste des Laterit-Buddhas im Viharn des Wat Tuek

Leider sind ist nur noch die Beinhaltung und der Körper der Figur erkennbar. Vermutlich wurde Buddha dort in der Haltung „Der die Erleuchtungs-Geste (bhumisparsa mudrā) oder die Zeugenanrufung“ gezeigt. (Siehe: Gestik der Buddha-Darstellungen Teil 3)

Der Mondop

Hinter den Resten des Viharn steht der fensterlose aus Backsteinen bestehende Mondop des Wat Tuek. Seine Formgebung, das Aussehen und die Buddha-Figur im Inneren, zeigen eine Ähnlichkeit mit Wat Si Chum auf. Er hat eine Kantenlänge von 8 Metern. Sein Eingangsportal ist wundervoll gemauert und zeigt die hohe architektonische Kunst der damaligen Handwerker. Besonders sind die aus grauen Schieferquadern bestehenden Türfassungen zu erwähnen.

Eingang zum aus Backsteinen errichteten Mondop

Eingang zum aus Backsteinen errichteten Mondop

Eingangstor aus Schiefer

Eingangstor aus Schiefer

Der Innenraum des Mondop im Wat Tuek

Der große Buddha im Wat Tuek

Der große Buddha im Wat Tuek

Vom Eingang des Mondops aus blickt man auf die Reste einer aus Backsteinen bestehenden Buddha-Statue. Auch hier sind leider nur die Reste erhalten. Auffällig ist – nach der Eingangsschwelle befindet sich eine zirka 1 Meter tiefe Grube, die das Betreten des Raumes verhindert. Am Grunde dieser Vertiefung, die den ganzen Raum vor dem Sockel der Buddha-Figur ausfüllt, erkennt man noch Bruchstücke von historischen Scherben.

Historische Scherben im Wat Tuek

Historische Scherben im Wat Tuek

Diese Vertiefung habe ich noch in keinem Tempel vorher gesehen und so entschließe ich mich die Grube näher zu untersuchen. Auffällig ist die dunkle Färbung der Wände auf einer gleichmäßigen Höhe. Auf einer der östlichen gelegenen Mauern ist eine Röhre zu entdecken, die eine direkte Verbindung zur Aussenseite hat. Der Zweck dieser Röhre erschloß sich mir erst später. Unter dem Eingang erblickte ich eine Merkwürdigkeit, die mir bis heute ein Rätsel aufgibt. Mitarbeiter des historischen Parks, des Ramkhamhaeng National Museums und auch ein sehr kompetenter Touristenführer hatten ebenfalls keine Erklärung dafür. Unter dem Eingang befand sich eine zirka 1 Meter tiefe und ebenso breite Aushöhlung, die einen verputzten Sockel beinhaltete. Auch in der wissenschaftlichen Literatur habe ich bisher noch nichts darüber erfahren können.

Das Geheimnis von Wat Tuek

Das Geheimnis von Wat Tuek

Heute glaube ich zu wissen, was diese in den Tempeln von Sukhothai einzigartige Vertiefung für einen Bedeutung hatte. Vielfach befinden sich kleinere Becken mit Lotus-Pflanzen vor Buddha-Statuen. So war diese Vertiefung vermutlich solch ein Teich, der den ganzen Vorraum vor der Buddha-Figur einnahm. Die dunkle Linie zeigte den damaligen Wasserstand an und das höher gelegene Rohr war ein während der Restauration angebrachtes Überlaufrohr.

Die Aussenseiten des Mondop im Wat Tuek

An den drei Aussenseiten des Mondops befanden sich in früheren Zeiten wundervolle Stuckreliefs. Leider ist davon fast nichts mehr vorhanden. Auf historischen Fotos ist zu erkennen, dass diese zum Zeitpunkt der Aufnahmen noch erhalten waren. Die Reliefs stellten Abbildungen aus dem Leben des Buddha dar.

Wat Tuek - Süd- und Westseite

Wat Tuek – Süd- und Westseite

Auf dem äußeren Gelände des Tempels befinden sich noch einige kleinere Fundamente von Chedis.

Sockellagen weitere Chedis im Wat Tuek

Sockellagen weitere Chedis im Wat Tuek

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