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Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie

Wie kann ich bessere Reisefotos erstellen?

Ich bekam einen Tipp von Janette auf Facebook, die mich auf dieses Thema hinwies. Gerne nehme ich dies auf und möchte euch heute 10 Tipps über Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie vorstellen. Dabei ist zu bemerken, dass es bei der Thematik Kreativität sicherlich hunderte bis tausende von Möglichkeiten gibt. Bei diesem Thema ist es auch schwer jedem gerecht zu werden, denn jeder ist ein Individuum, das andere Wünsche und Maßstäbe anlegt.

Figur einer Schildkroete ein besonderes Motiv

Figur einer Schildkröte: das wäre ein besonderes Motiv und eine etwas andere Art der Reisefotografie

Die Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie

Eines vorab, richtig oder falsch gibt es nicht. Man kann immer Objekte unterschiedlich darstellen! Es gibt die realistische Fotografie, die den momentanen Zustand und das Aussehen eines Objekts darstellt. Die künstlerische Fotografie, bei der man einen ganz besonderen, ungewöhnlichen Blickwinkel, Fehlfarben oder extreme Kamera Ausrichtungen wählt. Als weiteren Punk ist die ästhetische Fotografie zu nennen. Diese ist bestrebt das Objekt von einem besonderen Punkt aus darzustellen, der den Regeln der Ästhetik unterliegt. Ganz zum Schluß gibt es die Mischformen, die mehrere dieser Spielarten in einer Aufnahme vereinigen.

Abgestorbener Baum als Motiv bei den 10 Tipps

Auch ein abgestorbener Baum in schwarz weiß ist mal ein anderes Motiv in der Reisefotografie und erzählt eine Geschichte

Ob ein Foto gut oder schlecht ist oder gelungen oder misslungen ist, das entscheidet immer der Betrachter und so kommt es immer wieder zu nervenaufreibenden Diskussionen, die in meinen Augen vollkommen unnötig sind. Derjenige,  der das Foto erstellt hat, sieht es so wie er es will, andere eben anders. Dabei spielen auch die Erfahrung und der Anspruch des Fotografen eine entscheidende Rolle, es wird aber immer sein Foto sein, so wie er es sieht und es wird immer angeblich „bessere“ Fotos geben. Daher lasst Euch nicht entmutigen, hier helfen ja auch meine Tipps zur Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie. Eine alte Fotografenweisheit besagt: die ersten 10000 Fotos sind die schwierigsten ! In diesem Sinne viel Spaß beim Lesen!

1. Tipp – achte auf einen geraden Horizont

Einer der häufigsten Kardinalfehler in der Fotografie ist der schiefe Horizont! Baudenkmäler stürzen um oder Gewässer laufen aus. Dieser Fehler sollte Euch nach dem Lesen dieser Tipps nie wieder passieren. Achte am besten schon bei der Aufnahme auf einen geraden Horizont. Viele der modernen Kameras bieten schon eine digitale Wasserwaage an, um die Kamera gerade auszurichten. Wenn es dann trotzdem mal ein schiefer Horizont bei der Aufnahme geworden ist, in einer Nachbearbeitung kann oder besser muß man diesen Fehler beheben. Dabei geht aber im Bildausschnitt einiges verloren!

2. Tipp – Klischees vermeiden

Geht es Euch genauso? Das hundertste Bild vom Wat Arun in Bangkok oder vom James Bond Felsen… (Informationen zum James Bond Felsen hier) Alles die gleichen Aufnahmen – schon 100.000 Fotografen hatten nichts Besseres zu tun als ihn genau so wie alle anderen auch abzulichten. Wo ist dabei die kreative Bildgestaltung in der Reisefotografie? Die 10.000 Aufnahmen vom weißen Sandstrand und die Menschen, die Ihr mit Euren Fotos erfreuen, faszinieren oder auch überraschen wollt, verfallen in Tiefschlaf.

Die Linien für zur Bildmitte als Mittel zur Bildkomposition

Die Linien führen zur Bildmitte. Als Mittel für diese Bildkomposition wurde ein tiefer Standpunkt gewählt

Ein wichtiger Tipp zur Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie lautet: fotografiert doch mal gegensätzlich! Wenn die Reisegruppe aus dem Bus steigt und nach rechts geht, geht ihr doch mal nach links. Die anderen fotografieren alle das selbe Motiv aus der selben Position. Legt Ihr Euch und Eure Kamera auf die Erde, sucht Euch andere Perspektiven.  Fotografiert doch die Aktivitäten der Fotografen, wie sie sich diese Personen alle um das Objekt scharen. Haltet doch auch einmal die Kamera schräg und beobachtet dabei welch für eine andere Bildwirkung entsteht.

Seid einfach anders und ihr werdet von den Menschen, die eure Bilder betrachten, viele Komplimente über Eure außergewöhnliche Betrachtungsweise erhalten.

Treppe mit Aufschrift für Frauen Verboten

Schenkt doch mal auch ganz besonderen Dingen Euer Augenmerk, wie zum Beispiel einer Treppe

3. Tipp – nach Details schauen

Ich kann mich noch gut an die Zeit meiner Tätigkeit als Unterwasser Fotograf und Unterwasser Kameramann erinnern. Alle sprangen vom Tauschiff und jagten durch das Riff auf der Suche nach Schildkröten, Haien, Delfinen oder wenigstens einem kapitalen Mondfisch. Fast alle kamen von Tauchgang zurück und waren frustriert! „Wieder mal nichts gesehen“ klang es einstimmig. Ich hatte mich nach dem Abtauchen in einen kleinen Bereich des Korallengartens verliebt, legte mich auf den Sandboden und wartete. Wie ihr Euch denken könnt, ich sah fantastische Fische, die neugierig ankamen, winzige Lebewesen, die sonst dem Auge verborgen bleiben und hatte auf diese Art wunderschöne Tauchgänge und Bilder.

Was sollen wir nun daraus für die Bildgestaltung in der Reisefotografie lernen? Entwickelt eigene Kreativität in der Reisefotografie! Sucht Euch ein Plätzchen und betrachtet mal die Kleinigkeiten. Zum Beispiel, wie die Wurzel einer Pflanze aus den Ritzen im Mauerwerk eines Tempels wachsen und bindet sie in die Aufnahme ein. Schaut auf den Boden, dreht Euch um und blickt zurück, legt Euch ins Gras, auf den sandigen Boden und betrachtet auch mal die Sicht auf Ruinen oder auch auf die Markanten herabgefallenen Steine der Tempel von unten.

Das funktioniert auch bei Menschen! Fotografiert Augen, Hände, Münder, Tatoos oder sonstige Auffälligkeiten.

Traurige Buddha-Statue im Wat Intharawihan in Bangkok

Traurige Buddha-Statue im Wat Intharawihan in Bangkok

4. Tipp – Licht und Schatten

Wie es so schön heißt: wo Licht ist ist auch Schatten! Warum sollen wir uns das nicht für unsere Aufnahmen zunutze machen? Zu jeder Tageszeit ist das Licht anders und wir können dieses Unterschiede in unsere Aufnahmen einfließen lassen. Gerade am Morgen und am Abend bieten sich für den Fotografen gute Möglichkeiten mit den langen Schatten zu spielen und diese in die Bildkomposition einfließen zu lassen.

5. Tipp – Symmetrie und Rahmen

Symmetrie, zum Beispiel eine Spiegelung in einem stillen Gewässer oder besondere Anordnungen können ein Bild schon interessanter machen. Hier lohnt es sich. einmal selbst die die Perspektive zu wechseln und auch von einem anderen Standpunkt die Dinge zu betrachten.

Saeulengang in Angkor Wat

Hier zieht die Symmetrie des Säulenganges den Betrachter förmlich ins Bild hinein und die Säulen bilden einen Rahmen

Der Rahmen gibt einem Bild einen besonderen Charakter. Durch ihn kann man sehr gut Emotionen übermitteln. Dafür eignen sich hervorragend Durchgänge, Türrahmen, Fensterrahmen oder andere Gegenstände oder Linien, die Euer Motiv einrahmen.

6. Tipp – der wichtige Vordergrund

Einer der wichtigsten Tipps gerade im Bereich Landschaftsfotografie, aber auch in fast allen anderen Bereichen ist: der Vordergrund erzeugt Tiefe im Bild. Hat ein Bild keinen Vordergrund, wird es für den Betrachter sehr schwer das Bild räumlich zu erfassen. Hier helfen manchmal auch Dinge, wie zum Beispiel eine Blume oder Äste eines Baumes, die ins das Bild gehalten werden, um Tiefe zu erzeugen. So ergibt sich aus dem Vordergrund und den daraus abgehenden Linien das gestalterische Hilfsmittel, welches durch die Bildlinien den Blick des Betrachters führen.

Landschaft in Thailand

Landschaft in Thailand – Der Felsen im Vordergrund gibt dem Bild erst die Tiefe

7. Tipp – Das ungewöhnliche Fotografieren

Um ein Land, eine Kultur und deren Menschen darzustellen ist es manchmal notwendig, sich einfach nur umzuschauen. Sucht Euch die Dinge heraus, die ungewöhnlich sind und die einfach auffallen. Dazu gehört zum Beispiel, dass Thailänder Fanta tanken. Ein Blick auf die Besonderheiten ist interessanter als das 50.001 Bild vom Eiffelturm oder von einem Buddha. Auch Tiere, die uns fremd sind, bieten sich für ein Foto an.

Frau die Fanta in das Motorrad am Tank einfuellt

In Thailand tankt man FANTA – erzähle mit Deinen Fotos Geschichten

8. Tipp – Blickrichtung und Freiraum

Häufig sehe ich diesen Fehler auf den Fotos: es fehlt am Freiraum der Blickrichtung. Bei der Fotografie von Menschen sollten wir darauf achten, dass in Lauf- oder in Blickrichtung immer mehr Platz da ist als hinter dem Aufgenommenen. Nur so wirkt ein Bild stimmig. Wenn dann auch noch die 3 er Regel angewendet wirkt ist das Bild einfach besser.

Wichtig beim Portrait der Freiraum vor dem Gesicht

Wichtig beim Portrait, der Freiraum vor dem Gesicht

Schnellboot am Strand bei Pattaya

Schnellboot am Strand bei Pattaya

Demonstration der Bildaufteilung nach der 3 er Regel

Demonstration der Bildaufteilung nach der 3 er Regel

9. Tipp – Die Nacht und die blaue Stunde

Nachts sind alle Katzen grau! Diese Weisheit stimmt nur bedingt. Gerade in der blauen Stunde, kurz vor dem Sonnenuntergang und danach, bietet sich eine sehr schöne Lichtstimmung, die zum Fotografieren einlädt. Hier kommen die Tipps zur Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie am wirkungsvollsten zur Geltung, da auch noch die Wirkung der Farben dazu kommt.

Krematorium seiner Majestaet Koenig Bhumibol Adulyadej in der Blauen Stunde

Krematorium seiner Majestät König Bhumibol Adulyadej in der Blauen Stunde

Wann ist die blaue Stunde? Definiert ist die Blaue Stunde durch den Zeitbereich nach dem Sonnenuntergang und dem Eintreten der völligen Dunkelheit. Sie dauert so zirka 20 bis 30 Minuten, abhängig vom Ort. Wie kann ich den Zeitraum der Blauen Stunde erfahren? Diese Frage zu beantworten helfen uns kleinere Tools auf dem Pad oder dem Handy weiter.

Zum Beispiel von Apple:

Blaue Stunde Sonnenrechner

der für Android das kostenlose Komplettprogramm mit super vielen Funktionen:

Android Fototools

10. Tipp – Langzeitbelichtung

Wenn wir schon gerade bei der Blauen Stunde und der Nacht sind gehört auch die Langzeitbelichtung zu den 10 Tipps für die Bildkomposition in der Reisefotografie dazu. Dazu ist jedoch ein Stativ unumgänglich. Bei dieser Art wird die Belichtungszeit verlängert und dadurch wirken sich natürlich schon kleine Wackler auf das Bildergebnis aus! Die Belichtungszeit kann dabei von mehreren Sekunden, bis hin, zum Beispiel bei der Sternenfotografie, von mehreren Minuten gehen. Auch hier gelten die selben Regeln wie am Tag für der Bildkomposition in der Reisefotografie.

Der historische Park Sukhothai bei NAcht

Der historische Park Sukhothai bei Nacht mit dem Mond

Schlusswort zu den Tipps zur Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie

Versucht es doch selbst einmal und belichtet das Bild eines Wasserfalls mit unterschiedlichen Belichtungszeiten. Ihr werdet erstaunt sein welche Auswirkungen ihr erkennen könnt. Dabei ist zu beachten, dass man den Bildstabilisator der Kamera oder des Objektivs abschalten muß, wenn man vom Stativ aus arbeitet und auch eine manuelle Scharfstellung vornimmt.

So, jetzt habe ich Euch einige neue Anregungen gegeben. Diese Serie werde ich fortsetzen und der nächste Teil beschäftigt sich mit dem Thema:

Weg vom Automatikmodus – der Zusammenhang Blende, Zeit und ISO in der Fotografie

Wer mich mal in Sukhothai treffen möchte: Im Januar und Februar 2020 ist es möglich mit mir gemeinsam einen Foto-Walk und geschichtlichen Rundgang im historischen Park dort zu unternehmen und fotografische Erfahrungen zu sammeln. Einfach mal melden!

Bis dahin, seid schön fleißig beim Fotografieren – Euer Reiner

Reiner Kerner, Fotograf und Weltreisender auf der Treppe eines Tempels

Reiner Kerner, Fotograf und Weltreisender

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2 Kommentare zu “Bildkomposition und Kreativität in der Reisefotografie

  1. Ulrike

    Danke für deine anregungen! Doch im Zeitalter von Instagram wollen die Leute doch immer das gleiche fotografieren. Da ist Individuallität häufig nicht mehr gefragt!
    LG
    Ulrike

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Leider, liebe Ulrike!Das Fotografieren war einmal das Abbilden der Realität in anderen Ländern. Heute ist es oftmals zum knipsen von selfies vor hippen Locations geworden. Kann man ja auc/ schon vor der Fototapete machen! 😉 Es freut mic/ aber dass es gerade unter den Bloggern recht viele gibt die sich an einer guten, teilweise auch modernen Art der Fotgrafie, erfreuen! Wenn dann noch tolle Beschreibungen, wie bei dir, dazukommen kann sich doch der Leser in das andere Land träumen und anhand der Bilder auf Reise gehen!

      LG Reiner

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