Foto- und Reiseblog von Foto Kerner

Die Geschichte Thailands Teil 2

Die Frühgeschichte Thailands

Folgen wir nach dem ersten Teil zur Geschichte Thailands nun den weiteren Jahrhunderten in der aufregenden Geschichte Thailands Teil 2. Sie wird in 3 Perioden eingestuft. Davon möchte ich Euch hier berichten.

Bevor wir uns aber den einzelnen Zeiträumen zuwenden sollten wir uns mit den Besiedelungswegen und den sich daraus ergebenen Einflüssen etwas auseinander setzen.

Der Indische Einfluß in der Geschichte Thailands

Es gibt drei Wege auf die, die Inder ins das Gebiet von Thailand vordringen konnten.

Vom südlichen Teil Indiens bot sich der Seeweg an. Auf dieser Route waren Orte wie Trang oder Patalung von Bedeutung.

Von dem mittleren Indien konnten die Reisenden über Birma oder auch Burma, dem heutigen Myanmar, ins heutige Thailand auf dem Landweg vordringen. Dabei war der Gebirgspass der Drei Pagoden zum Delta des Mae Nam Chao Pya über Kanchanaburi zu überwinden gewesen. Von dort aus ging es über Si Thep zum Plato der Korat Hochebene. Danach stand der Weg für die Inder nach Kambodscha offen.

Ein weiterer Landweg führte die Inder nach China. Dabei durchquerten sie im nördlichen Teil Birma und auch den nördlichen Bereich des heutigen Thailands.

Diese Wanderwege oder auch Handelswege wurden in der frühen christlichen Zeitrechnung benutzt. Ganz erstaunlich sind bei dieser Indianisierung, Funde aus der römischen Epoche. Eine römische Bronzelampe fand man bei Ausgrabungen in Pong Tuk, in der Provinz Kanchanaburi, im heutigen westlichen Thailand. Pong Tuk lag ja an der Handelsstraße aus dem mittleren Indien und so konnte durch diesen Fund die Handelsbeziehungen zwischen dem frühen Europa und dem Süd-ostasiatischen Kontinent zur Zeit der ersten Jahrtausendwende belegt werden. Die Wissenschaftler vermuten das, die Lampe im Bereich Alexandrien, in Ägypten, unter dem römischen Einfluss entstand. Ich persönlich finde es faszinierend wie hier die vier historisch ganz großen , Ägypten, Rom, China und Indien im Bereich des heutigen Thailands wirtschaftlich zusammen stoßen.

Man kann es sich wunderbar vorstellen wie vielleicht römische Händler, Musikanten aber auch Sklaven sich den gefährlichen Weg machten um bis nach Zentral China Geschäfte zu tätigen.

Die Dvaravati Periode

Die Thailändische Geschichte bezieht sich bei der Epoche, deren Name, Dvaravati, übersetzt „welches Tore besitzt“,  nicht auf ein mächtiges Königreich, wie man zuerst annahm, sondern beschreibt einen Zusammenfassung von politisch unterschiedlichen und volkskundlich buddhistischen Gruppen. Zeitlich ist diese Zeit zwischen dem 7. und 11. Jahrhundert n. Chr. einzuordnen. Die Funde der Archäologen weisen auf eine große Anzahl von Ansiedlungen in der zentralen Tiefebene von Thailand hin. Orte wie U-Thóng, Nakhon Pathom und Sri Mahosot hatte eine hohe Einwohnerzahl und umfassten Flächen von mehreren Quadratkilometern.

Diese Volksgruppen waren die Khmer, die Cham, die Man und weitere kleinere Gruppen. Im Bereich des heutigen Kambodschas herrschte der berühmte Jayavarman II. Er gilt als Gründervater und großer König der das Angkor Reich erschuf.

Phrasat Pimai mit 4 Wasserbecken

Phrasat Phimai ein Zeugnis aus dem 11. – 12. Jahrhundert

Nach einer Theorie  der Wissenschaftler sollen die Thais als Randvölker im Südosten Chinas im Raum des heutigen Guangdong und Guangxi gelebt haben. Seit den 10 Jahrhundert wanderten sie durch den Expansionsdruck der Chinesen in kleinen Gruppen, den so genannten „Yai Thai, große Thai“ nach Süden. Sie besiedelten Gebiete im Norden bis hin in die Berge Birmas.

Später im 11. und 12. Jahrhundert zogen dann große Gruppen der „Thai Noi“ durch die Flusstäler des Mekong nach Süden auf das Gebiet des heutigen Thailands.

Srivijaya Periode

Das Königreich Srivijaya war wahrscheinlich im Indonesischen Raum von großem Einfluß. Man vermutet sein Zentrum auf der Insel Sumatra. Andere Wissenschaftler sehen diese Hauptstadt aber im Bereich von Chaiya in Südthailand. Dort zeugen zahlreiche Entdeckungen von Baudenkmäler und Skulpturen der Srivijya-Kunst von der Existenz. Drei Steinplatten mit Inschriften, die in südlichen Thailand, eine davon in Chaiya (Provinz Surat Thani) gefunden wurden wird über den Bau von Denkmälern des Mahayana-Buddhismus durch den König Srivijaya berichtet.Chaiya ist einer der ältesten und historisch bedeutsamsten Orte in Südthailand.

Wie auch immer, der südliche Teil des heutigen Thailands war ein abhängiger Teil vom Königreich Srivijaya. Viele Skulpturen aus Stein und Bronze zeugen von hohen künstlerischen Fähigkeiten. Viele haben Buddhistische Motive, jedoch finden sich auch hinduistische Darstellungen zum Beispiel Shiva Abbildungen.

Erwähnenswert ist Pra Boromthat Chaiya in Chaiya. Dort ist trotz der Restaurierungsmaßnahmen die alte Form erhalten. Er ist mit Ziegeln erbaut die als Besonderheit ohne Mörtel, jedoch mit einem Pflanzenharz als Bindemittel sozusagen verklebt wurden. Dieses Verfahren findet man bei Tscham- und Khmerbauten.

Lopburi Periode

Die Lopburi-Periode erstreckt sich ebenfalls über das 11. und 12. Jahrhundert.In diesem Zeitraum drang die Khmer-Kultur stark in den Nordosten, Osten und in die Mitte Thailands ein. Lopburi, auch Lavo genannt war zur damaligen Zeit eine Festung der Khmer und Herrschaftsgebiet der Khmer-Könige. Sehr bemerkenswert sind im Nordosten Thailands aus dieser Periode, die nach einem strengen quadratischen Plan angelegt wurden. Dies entspricht der Städteplanung der Khmer. Die wichtigsten Baudenkmäler aus der Khmer-Zeit sind der Wat Phra Sri Rattana Mahathat und Prang Sam Yot, das Wahrzeichen von Lopburi. Beide stammen aus der Zeit um 1200n. Chr.

Die Einordnung der Kunstgegenstände aus dieser Zeit nimmt man durch Vergleiche mit der Khmer-Kunst vor. Es gibt leider wenige schriftliche Aufzeichnungen aus der Lopburi Periode in Thailand. Mit dieser Feststellung beschreibe ich auch ein weiteres Problem bei meiner Aufarbeitung der Geschichte Thailands.

Das Problem der Chronologie

Leider ist es wie schon so oft in der Geschichte, dass Zeiträume sich nicht so einfach Beschreiben lassen. Schon gar nicht wenn diese so lange zurückliegen und wenig konkrete, schriftliche und datierbare Aufzeichnungen gibt. Die einzelnen Epochen gehen gerade in der Frühzeit Thailands in einander über. Teilweise existieren die Kulturellen Gruppen die eine Epoche definieren neben einander und werden dem heutigem Gebiet Thailand zugeschrieben. Der Einfluß der Chinesen und der damaligen Inder vermischen sich im Zeitstrahl und jeder einzelne König prägte sein Landesteil und seine Zeit im Kontext mit den umgebenen Gebieten. Sehr viele Datierungen erfolgen durch die Architektur, zum Beispiel die Haltung und der Kleidung der Apsara Abbildungen in den Khmer-Gebäuden.

Absara Tänzererin im Phrasat Phimai

Absara Tänzererin mit einer der Zeit entsprechenden Kleidung anhand man den entstehungs Zeitraum bestimmen kann.

Eine weiter Datierung erfolgt über die Funde von Buddha Statuen. Diese weisen auch zeit typische Merkmale auf. Darauf möchte ich noch in einem weiteren Beitrag eingehen.

Im  Teil 3 der Geschichte Thailands werde ich auf folgende Epochen näher eingehen

  • Chiengsaen
  • Sukothai Epoche

Ich freue mich sehr wenn Ihr auch beim nächsten Thema wieder dabei seit! Wenn es Euch Gefällt hinterlasst doch bitte einen Kommentar oder ein Lob! Dies ist der Lohn eines Bloggers 😉

Wie alles begannt: Der erste Teil der Geschichte Thailands

Auch sehr Interessant: Sukhothai und der Historische Park

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