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Der Freitags-Quickie – Thailand und der Umgang mit dem Geld

Thailand und der Umgang mit dem Geld

Wieder so ein Reizthema! Thailand und die Thailänder und das Geld. In unzähligen Sozial Media Kanälen gibt es wahr Litaneien, Abhandlungen, Verallgemeinerungen, Hasstiraden und Vorverurteilungen. Nur wenige Menschen machen sich die Mühe diese mutmaßliche Verschwendungssucht mal genauer zu betrachten.

Noch sind die alten Geldscheine gültig, jedoch sind neue Geldscheine schon im Umlauf

Bei meinen Recherchen zu diesem Thema bin ich in einem Buch über Thailand fündig geworden. Durch diese Geschichte wird einem die Denk- und Handlungsweise vieler Thailänder verdeutlicht. Grundvoraussetzung für das Verständnis der Thailänder ist aber, die eigene vorgefasste Meinung und unsere Bewertung des Geldes und des Materialismus auszublenden oder wenigstens in Frage zu stellen.

Die Geschichte vom Thailändischen König und dem Bauern

In einer in Thailand beliebten Volkserzählung trifft der König einen Bauer. So sprach der König, Bauer, was gedenkst Du mit dem Überschuss von der ernte zu machen? Der Bauer antwortete: Eure Majestät, das Geld was ich mit der Landwirtschaft erarbeitet habe und von dem ich dann den Betrag für das genügsame Leben unserer Familie abgezogen habe, teile ich durch vier.

  • Den ersten Teil vergrabe ich im Boden
  • Mit dem zweiten Teil bezahle ich meine Schulden
  • Den dritten Teil werfe ich in den Fluß
  • und den vierten und letzten Teil gebe ich meinem Feind

Der König war erstaunt und bat den Bauern diese Aufteilung zu erklären.

Eure Majestät, das ist ganz einfach!

  • Das vergrabene Geld entspricht dem Geld was ich für Almosen und für den Erwerb eines guten Karmas ausgebe
  • Das Geld für die Schulden entspricht dem Geld, das meinen Eltern zusteht, denn ich schulde ihnen alles was ich besitze
  • Das Geld, das ich in den Fluß werfe, entspricht dem Betrag den ich durch Trinken, Glücksspiel und Rauschgifte verliere
  • Der letzte Teil des Geldes, den ich meinen Feind gebe ist das Geld das meine Frau bekommt.

Der Bauer verwendet also sein ganzes Geld für die Religion, die Eltern, das Vergnügen und die Ehefrau!

Dabei fällt es uns auf, dass nur der Betrag den er für die Religion aufwendet eine Investition in die Zukunft beinhaltet. Der Glaube ist seine einzige Zukunftssicherung!

Diese Geschichte ist noch heute bei den Thailändern sehr beliebt und wird auch teilweise in den Schulen besprochen.

Geldscheine an Blumen

Geldspenden im Tempel angehängt an Blumen, Ästen oder an speziellen Sticks dienen dem Tham Bun und somit dem besserem Karma

Der Unterschied in der Denkweise über Geld

Der grundlegende Unterschied zwischen unserem Denken, mit der in die Zukunft gerichtete Sicherung vor Unwägbarkeiten, und der Denkweise der Thailänder ist die Ausrichtung auf den Buddhismus also die Religion. In den Lehren von Buddha ist das anhaften das Übel und der Auslöser des Leids. So ist es also nicht verwunderlich, dass beim vorhanden sein von Geld, es ausgegeben wird. Weitere Erklärung finden wir im Artikel Unterschiede zwischen den Denkweisen beider Kulturen

Wer also mit einem oder einer Thailänderin zusammenleben möchte muss sich klar darüber sein, es kann schon durch die Kultur, Elternhaus, Schule, Religion und auch durch Mitmenschen zu für uns schwer nachvollziehbaren Denkweisen und Handlungen kommen. Wer dann falsch reagiert, mit Vorwürfen und Drohungen, lautstark die Person gegenüber angreift wird nichts erreichen sonder nur dazu beitragen, das sie oder er das Gesicht verliert (Gesicht verlieren in Thailand) und damit die Beziehung erst recht gefährden. Mit Geduld und Verständnis für den Partner können aber auch solche kulturellen Unterschiede überwunden werden!

Wenn BEIDE es wollen!

Denkt mal darüber nach und berichtet in den Kommentaren von Euren Erlebnissen.

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