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Foto- und Reiseblog

Museum Ostasiatische Kunst Köln

Das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln

Bisher habe ich mich als Hauptgebiet mit Südostasien beschäftigt und mit der dortigen Kultur und dem Buddhismus. Gerade aber durch den Buddhismus und die künstlerische Darstellung der Buddha-Statuen gelangt man ganz automatisch auch zu anderen Gebieten. So zum Beispiel Gandhara, Indien, Nepal, aber auch Ceylon und Malaysia. Eine Region dieser Welt wird aber besonders in den Fokus von uns Europäern genommen – Ostasien. Auf der Suche nach Museen, die Ausstellungsstücke des Buddhismus präsentieren fiel mir ein Museum gleich als erstes auf – das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln.

Gebäude des Museum Ostasiatische Kunst

Gebäude des Museum Ostasiatische Kunst

Also nahm ich Kontakt auf und klärte mit der Sachbearbeiterin für Presseangelegenheiten, Frau Eulitz, alles für meinen Besuch ab.
Hiermit möchte ich mich ganz besonders für die wundervolle, freundliche und kompetente Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Stadt Köln und natürlich ganz besonders bei Frau Eulitz und Frau Clever bedanken.

Schon hier sei darauf hingewiesen, dass die hier gezeigten Bilder und Fotografien dem © Copyright Reiner Kerner und des Museums Ostasiatischer Kunst Köln unterliegen.

Wo finden wir das Museum für Ostasiatische Kunst in Köln?

Das Museum liegt sehr zentral und ist leicht zu finden. Mit den öffentlichen Verkehrsmitteln hat man eine gute Anbindung –  Straßenbahn Linien 1 und 7 sowie Bus Linie 142 bis Haltestelle „Universitätsstraße“. Das Museum bietet einen angrenzenden Parkplatz, der dem Besucher mit einer Parkscheibe für 3 Std. kostenfrei zur Verfügung steht.

Der Eintrittspreis ist momentan 7,- € und ermäßigt 4,- €

Karte für die Anfahrt zum Museum Ostasiatische Kunst koeln

Karte für die Anfahrt zum Museum Ostasiatische Kunst Köln

Adresse des Museums:

Museum für
Ostasiatische Kunst Köln
Universitätsstraße 100
50674 Köln

Tel.: 0221.221-28617

Das Museum Ostasiatische Kunst in Köln

Blicken wir zurück in die Zeit vor mehr als 110 Jahren. Im Deutschen Kaiserreich (1871 – 1918) wurden schon einige Objekte aus Asien in Volkskundlichen Museen und Kunstgewerbemuseen präsentiert. Ein eigenständiges Museum für die chinesische, die japanische und die koreanische Kunst gab es aber zu dieser Zeit noch nicht. Man vertrat damals die Meinung, dass Europa der Mittelpunkt der Welt sei und andere Länder nur minderwertige Kunstdarstellungen hervorbrachten. Ganz anders dachte aber Adolf Fischer (* 4. Mai 1856  – † 13. April 1914). Er schätzte die ostasiatische Kunst genauso hochwertig ein wie die aus Europa.

Adolf Fischer -der Gründer des Museums Ostasiatische Kunst

Der Gründer des Museums Ostasiatische Kunst – Adolf Fischer (Quelle: © Museum Ostasiatische Kunst Köln)

So kam es im Jahre 1913 zum ersten Museum für Ostasiatische Kunst und im Laufe der Zeit sah man ein, dass die chinesische Kulturgeschichte sogar älter war als die europäische. Zuvor hatte Adolf Fischer im Jahr 1901 die erste seiner Sammlungen gegen eine finanzielle Leibrente dem Berliner Völkerkunde Museum übergeben. Auf weiteren Reisen baute er erneut eine umfassende Sammlung auf. 1944 war ein schwarzes Jahr für das Museum. Bei den Bombenangriffen im zweiten Weltkrieg wurden die bisherigen Museumsgebäude vollkommen zerstört. In weiser Voraussicht hatte man aber die Sammlung vorher ausgelagert und so vor der Zerstörung in Sicherheit gebracht.

Adolf Fischer in den alten Museumsräumen

Adolf Fischer in den alten Museumsräumen (Quelle: © Museum Ostasiatische Kunst Köln)

Es dauerte bis 1977, dann wurde der Neubau am Aachener Weiher eröffnet. Es folgten hochwertige Ausstellungen und das Museum Ostasiatische Kunst in Köln erwarb sich einen hervorragenden international anerkannten Ruf.

Heute findet der Besucher im Museum Ostasiatische Kunst in Köln Ausstellungsstücke aus den unterschiedlichsten Materialien – Holz, Keramik, Porzellan, Papier, Bronze und den verschiedensten Kunstrichtungen und Handwerksgewerken.

Das heutige Gebäude und der japanische Landschaftsgarten

Eingangswürfel am Museum - Köln

Eingangswürfel am Museum

Der Neubau wurde vom japanischen Architekten Maekawa Kunio (1905 – † 1986) entworfen. Er war ein Schüler des berühmten Le Corbusier (1887 – † 1965). Cobusier war einer der berühmtesten Architekten und Möbeldesigner des 20. Jahrhunderts. Seine Entwürfe von Betongebäuden begründeten den Architekturstil des sogenannten „Brutalismus“.
Maekawa Kunio war von dieser Betonarchitektur beeinflußt. Er wich von dem reinen Betonstil ab und verkleidete hier in Köln das Museum Ostasiatische Kunst komplett mit braunen Fliesen. Nur wenige Betonflächen sind zu erkennen.

Gebäude des Museum Ostasiatische Kunst Köln

Gebäude des Museum Ostasiatische Kunst

Die Raumaufteilung im Museum ist großzügig und bietet einen kompletten Rundgang. Bedingt durch die Empfindlichkeit der Ausstellungsstücke ist die Beleuchtung eher als gemütlich und abgedunkelt zu bezeichnen. Zu viel Licht würde die Ausstellungsstücke zerstören. Vieles ist in einem warmen Licht zu betrachten und viele der nicht so empfindlichen Gegenstände, wie zum Beispiel Porzellan, wird durch das Tageslicht der raumhohen Fenster beleuchtet. So entsteht eine Lichtstimmung, die einen sehr wohnlichen, ruhigen Charakter aufweist und der ruhigen asiatischen Kultur entspricht.

Eingangsbereich der Museums Ostasiatische Kunst Köln

Eingangsbereich der Museums

Seit Mitte der 80iger Jahre des vorigen Jahrhunderts wurde ein Ausbau des bisher bestehenden Museums gewünscht und geplant. Erst 1993 konnte damit begonnen werden. 1995 war es dann soweit und es konnte der neue Gebäudekomlex wiedereröffnet werden.

Der japanische Landschaftsgarten

Schon vom Eingangspavillon aus hat man Einblick in den zentral gelegenen japanischen Garten.

Japanischer Garten - Museum Ostasiatische Kunst

Der Japanische Garten im Zentrum des Museum für Ostasiatische Kunst in Köln

Der Landschaftsgarten im Museum Ostasiatische Kunst ist von dem japanischen Bildhauer  Masayuki Nagare (*1923 – † 2018) gestaltet. In dem Garten finden sich die Ausdrucksformen des Zen-Buddhismus wieder, der das Wahrnehmen des Hier und Jetzt durch Meditation beschreibt. Eine weitere Grundlage ist das wertfreie Betrachten von Dingen der Realität. Ich empfinde beim Anblick dieses eher klein geratenen Gartens eine Ruhe und Ausdrucksstärke der einzelnen Objekte, die mich immer wieder neu inspirieren.

CHINA im Museum für Ostasiatische Kunst

Gleich am Anfang des Besuches wurde ich von einer Figurengruppe im ersten Raum in den Bann gezogen. Die Haltung und der Ausdruck, die detaillierte Schnitzerei, die die Figuren eine Ruhe, Weisheit und Religiosität ausstrahlen ließ! Die chinesische Kunst zog mich förmlich an.

Bodhisattva Guanyin

Man datiert diese aus Weidenholz geschnitzte Statue in das 11. – 12. Jahrhundert n. Chr. Im ostasiatischen Mahayana-Buddhismus ist sie die weibliche Bodhisattva des Mitgefühls. Die Bodhisattva Guanyin – auf Chinesisch 觀音 – geleitet die Seelen von Verstorbenen ins Paradis, so die Legende.

Bodhisattva Guanyin - geschnitzte Statue Museum Ostasiatische Kunst Köln

Bodhisattva Guanyin – Weidenholz

Man datiert diese aus Weidenholz geschnitzte Statue in das 11. bis 12. Jahrhundert n. Chr. Im ostasiatischen Mahayana-Buddhismus ist sie, die weibliche Bodhisattva des Mitgefühls. Im Volksglauben wird sie als Göttin verehrt und man findet Abbildungen von ihr in fast allen asiatischen Ländern.
Guanyin bedeutet: „Sie, die alle Töne des Leidens der Welt betrachtet“. In den Legenden taucht Guanyin vor rund zweitausend Jahren im alten China auf.

Bei der hier im Museum Ostasiatische Kunst in Köln gezeigte Figur lohnt es sich genauer hinzuschauen.  Die Schnitzerei stammt aus dem Gebiet der Provinz Shanxi im Norden Chinas.  Shanxi bedeutet in der Übersetzung „westlich der Berge“. In der antiken Epoche der Jin-Dynastie und der Liao-Dynastie wurde diese ausserordentliche Schnitzarbeit von einem unbekannten Künstler gefertigt. Der Haarknoten ist im Gegensatz zu den Darstellungen in anderen Ländern auffällig gestaltet. Deutlich sind noch Farbflächen zu erkennen, die zur Entstehungszeit aufgetragen wurden.
Besonders sollte man das Augenmerk auf die kunstvolle Schnitzarbeit und die realistische Darstellung der Zehen richten. Gerade die schlanken, filigranen Finger mit den Nagelbetten und die Zehen, die aus einem abgetretenen Schuh herausragen, sind Beispiel einer besonderen Kunstfertigkeit.

Schnitzereien an einer antiken Statue im Museum Ostasiatische Kunst

Feinste Schnitzarbeit der Finger und Zehen an der Statue des Bodhisattva Guanyin

Rückseite der Guayin - Statue

Ausgehöhlte Rückseite der Guanyin-Statue für die Aufnahme von Weihegaben

Chinesische Keramik und chinesisches Porzellan

Für Viele ist die Keramikware und natürlich erst recht das chinesische Porzellan das, was einem bei dem Begriff China einfällt. So finden wir in den Räumen des Museums Ostasiatische Kunst in Köln viele aussergewöhnliche Ausstellungsstücke. Für mich faszinierend ist immer wieder die kunstvolle Dekoration und Malerei, die farbenfroh ausgeführt ist zu einem Zeitpunkt, bei dem wir noch aus rohen Tonbechern tranken.

Opfergabe aus der Ming Dynastie im Museum Ostasiatische Kunst

Opfergabe aus der Ming Dynastie

Diese Ausstellungsstücke sind Grabbeigaben. Noch heute werden Verstorbene im heutigen China mit Grabbeigaben ausgestattet. Wir kennen dieses auch aus den fantastischen ägyptischen Pharaonengräbern oder auch aus anderen Kulturen. Diese Beigaben sollten den Toten auf ihrem Weg dienlich sein, ihr Leben im Jenseits erleichtern und verbessern oder ihnen als Nahrung dienen.
Zu dieser Art zählen auch diese Funde aus der Ming-Dynastie (16. Jahrhundert). Es sind zwei Truhen und ein Tisch mit Speisen sowie eine Dienerin und ein Diener. Auffällig ist die feine Verarbeitung und die leuchtend grüne oder ockerfarbene Glasur.

Diener und Dienerin als Totenbeigabe

Diener und Dienerin als Totenbeigabe

Exportporzellan aus China

Ab dem 9. Jahrhundert verlor die „Seidenstrasse“, der Landweg zwischen Europa und Asien, stark an Bedeutung. Immer mehr erfolgte der Handel mit Keramik und Porzellan auf dem Seeweg. Wir befinden uns im Zeitraum der großen Zeit der Niederländischen Ostinden Kompanie und der  Britischen Ostindien Kompanie.
So ist auch dieser etwas merkwürdig für ein Museum Ostasiatische Kunst erscheinende Teller als ein wunderbares Ausstellungsstück zu erklären. In der großen Zeit der Porzellansammlungen, wie zum Beispiel in der von August dem Starken (1670 – †1733), wuchs der Wunsch nach feiner Keramik und zartem, weißen Porzellan. Johann Friedrich Böttger (1682 – †1719) gilt bis heute als Erster, der in Meißen das Porzellan hier in Europa herstellen konnte. So findet man auch diese merkwürdige Kombination von feinstem chinesischen Porzellan und christlicher Symbolik.

Chinesischer Teller mit christlichem Motiv für den Export

Chinesischer Teller mit christlichem Motiv für den Export

Blau bemalter chinesischer Teller in Unterglasur

Blau bemalter chinesischer Teller in Unterglasur

Dieser mit wundervoller blauer Unterglasurmalerei entstand um 1600 n. Chr. Er zählt zur Ming-Dynastie in der Walin-Periode. In der Mitte segeln zwei portugiesische Schiffe um eine Kompassrose. Damit wurde angedeutet, dass das eine Schiff Richtung Asien segelt und das andere sich auf dem Rückweg nach Europa befindet. Dieser reich bemalte Teller dürfte eine Auftragsarbeit eines wohlhabenden europäischen Kapitäns gewesen sein.
Diese Dekorationsart der Unterglasurmalerei ist sehr schwierig zu erstellen. Da die blaue Farbe direkt mit dem Pinsel auf die rohen gebrannten Porzellanscherben aufgetragen wird (Schrübrand) kann keinerlei Fehler des Malers auf dem Scherben korrigiert werden. Nach der Bemalung wird der Teller in das Bad mit der Glasur getaucht und erneut ein zweites Mal gebrannt.

Chinesische Malerei und Kalligrafie

Neben Japan stellt China sich als führende Nation der Kalligrafie dar. Kalligrafie und die Malerei ist in China bis heute weit mehr als nur etwas mit einem Pinsel auf das Papier zu bringen. Es sind komplett eigenständige Kunstformen, zu denen eine Ausdrucksform gehört, die zeitlos erscheint. Es geht nicht um eine reale Abbildung – es zählt der Ausdruck der Stimmung und die Atmosphäre, die den Betrachter, aber auch den Neuling in der asiatischen Kunst gefangen nimmt. Auch die Nutzung der Bildnisse ist in China ganz unterschiedlich zu denen im Westen. Chinesische Bilder werden aufgerollt verwahrt und nur zum Betrachten aufgehängt oder ausgerollt.

Idealporträt des Malers Skitao

Idealporträt des Malers Skitao

In der Beschreibung des Museums heißt es:
Zitat: “ In wenigen kraftvollen Pinselzügen umreißt Qi die Essenz seines großen Vorbilds. Er schaut Shitao über die Schulter und präsentiert ihn in vollkommener Versenkung, Künstler, Pinsel, Tusche und Papier bilden eine Einheit. Die klaren opaken Mineralfarben steigern den Effekt der Schlichtheit“

Der Maler war Qi Baishi (*1864 – †1957) der das Bild 1931 auf Papier erschuf.

Besser und schöner kann man kaum ein Bild und die dahinterstehende Empfindung ausdrücken.

Die chinesische Landschaftsmalerei

Hängerollen - chinesischer Malerei - Museum Ostasiatische Kunst Köln

Hängerollen chinesischer Landschaftsmalerei

links Landschaft am Huangshan- Gebirge
rechts Flußlandschaft im Stil des Ni Zan (+1301 – † 1374)

Gerade hier bei den Landschaftsmalereien sollte man sich Zeit nehmen um diese Art der Malerei mit Pinsel und Feder auf sich einwirken zu lassen. Ich persönlich habe bei der chinesischen Landschaftsmalerei das Gefühl das Bild würde mich in sich hinein saugen und mich trotz der Einfachheit an den Ort des Malers bringen.

 

Besonderheiten der chinesischen Kunst

chinesische Kopfstütze - Museum Ostasiatische Kunst KölnChinesische Kopfstütze

Speziell sind auch die im Museum Ostasiate Kunst gezeigten Nacken- und Kopfstützen aus Keramik, die aus  China stammen. Diese sind kunstvoll verziert, manche mit Schriftzeichen, andere mit Schnitzereien von Tieren. Im Vergleich zu Funden zum Beispiel aus dem alten Ägypten ist ihr Aussehen eher wuchtig. Für mich ein Rätsel wie man so bequem liegen oder sogar schlafen soll. 😉

Literatenstein aus China

Literatenstein aus China

Die Literatensteine oder auch Miniaturparadiese, wie diese kleinen Kostbarkeiten genannt werden, sind vergleichbar mit der Japanischen Kunst des Bonsai. Die Miniaturen werden aufwändig und intensiv bearbeitet. Ihre Formen und Darstellungen sind ein Symbol von daoistischen und kosmischen Kräften. Die hier dargestellte Bergkette besteht aus dunklem Kalkstein, der mit weißen Adern aus Kalzit durchzogen ist. Das Ausstellungsstück stammt aus der Qing-Dynastie (18. – 19. Jahrhundert)

Gesticktes Bild eines deutschen Marienesoldaten

Gesticktes Bild eines deutschen Marienesoldaten

Das Museum Ostasiatische Kunst in Köln hat nicht nur Ausstellungsstücke aus der fernen Vergangenheit, sondern auch welche aus dem vorherigen 20. Jahrhundert . Seien es nun fotografische Schätze oder dieses gestickte Wandbild eines deutschen Marinesoldaten. Es trägt die in rot gestickte Überschrift „Zur Erinnerung an den Feldzug in China 1900 – 1901“. Dieser Schriftzug deutet auf den im Jahr 1900 beginnenden, sogenannten, Boxeraufstand hin. Die Boxer („Bewegung der Verbände für Gerechtigkeit und Harmonie“) waren ein Zusammenschluss, der sich gegen die europäischen, US-amerikanischen und japanischen Einmischungen in China zur Wehr setzte. Für Interessierte, die mehr erfahren wollen: Der Boxeraufstand aus LEMO – dem Lebendigen Museum Online

Buch mit deutschen Berühmtheiten - Museum Ostasiatischekunst Köln

Chinesisches Buch mit deutschen Berühmtheiten

Diese beiden Seiten zeigen Persönlichkeiten der Kriegsparteien aus dem Deutsch-Französischen Krieg aus dem Buch: „Einfacher Bericht über die Geschichte des Deutsch – Französischen Krieges Band 1“ Es werden gezeigt: links – Otto von Bismark ( *1815 – †1899) und Luise von Preußen ( *1838 – †1923). Sie war die Tochter Kaiser Wilhelms I.

Wer mehr über den Deutsch – französischen Krieg erfahren möchte : Der Deutsch – Französische Krieg aus LEMO – dem Lebendigen Museum Online.

JAPAN

Der Beginn der japanischen Sammlung des Museum Ostasiatische Kunst fallen in den Zeitraum der Meiji-Periode (1868 – 1912). Meiji entspricht in der Übersetzung „Erleuchtete Herrschaft“. Dies ist ein entscheidender Abschnitt der japanischen Geschichte, in der der Tenno Matsuhido (*1852 – † 1912) die Regenschaft über Japan innehatte. Matsuhido war der 122. japanische Tenno. Tenno ist die Bezeichnung des japanischen Kaisers. In dieser Zeit gab es grundlegende Änderungen im politischen System und die komplette Umgestaltung der japanischen Gesellschaft. Genau in dieser Zeit war es dem Ehepaar Fischer möglich eine der wertvollsten Sammlungen buddhistischer Kultbilder und Skulpturen zu erwerben. Weiterhin glänzt das Museum mit Sammlungen japanischer Malerei, Kalligraphie, Möbeln, Keramik, Porzellan und Kunstgegenständen. Besonders erwähnenswert sind hier die Sammlungen von Schiebetüren und Stellwänden.

Innerhalb der Meiji-Periode entwickelt sich auch der Export nach Europa explosiv.  Es bildet sich eine riesige Welle aus, der „Japonismus“ und Kunsthandwerk aus Japan ist gefragt wie nie zuvor. Die Qualität der Produkte, speziell der Porzellanartikel erreicht einen absoluten Höhepunkt und flacht dann aber leider durch die Massenproduktion für den Export ab.

Japanische Vase mit Vergoldung

Japanische Vase mit Vergoldung

Besonders die Überglas-Email und die Vergoldung sowie die absolut perfekte Malerei der Landschaft und der Personen machen Japanisches Porzellan zu den hochwertigsten Kunstwerken in der Geschichte.

zwei zierliche Japanische Vasen

zwei zierliche Japanische Vasen

Diese beiden Vasen haben eine Höhe von nur zirka 12 cm. Wundervoll ist der Verlauf des Goldauftrages und die perfekte Landschaftsmalerei in diesem kleinen Maßstab anzusehen.

Japanischer Exportkatalog für Porzellan - Museum Ostasiatische Kunst Köln

Japanischer Exportkatalog für Porzellan

Dieser historische Kunstgewerbe-Katalog für den Export aus England zeigt das breite Spektrum des englischen Importeurs. Angeboten werden in dem Katalog Porzellan, Lackarbeiten, Seide, Korbwaren, Stellschirme, Möbel und Teppiche.

Namba - Lackthruhe Museum Ostasiatische Kunst Köln

Namba – Lacktruhe

Die japanische Namban-Truhe im Museum Ostasiatischer Kunst ist ein hervorstechendes Kunstwerk im Portugiesen-Stil. Bei der Lackkunst werden zahlreiche Schichten eines schwarzen Lackes aufgetragen, auf denen dann die einzelnen Einlegearbeiten aufgetragen oder eingearbeitet werden. Mit dem üppigen Perlmuttdekor zeigt die Truhe die hohe handwerkliche Kunst in der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts n. Chr. Diese Truhe wurde für einen europäischen Auftraggeber gefertigt. Sie besteht neben den Perlmutteinlagen aus Holz, Schwarzlack, Gold- und Silberdekoren (Makie) auch noch aus den Beschlägen und Griffen aus Kupfer- und Goldlegierungen (Shakudō)

KOREA

Für mich immer wieder unverständlich, dass das Land Korea und dessen Geschichte und Kunstgeschichte bei uns so etwas im Abseits steht. Ich vermute, dass dies durch die politischen Gegebenheiten der letzten Jahre und Jahrhunderte geprägt ist. Korea hat eine 10.000 Jahre alte Kultur. Das Museum Ostasiatische Kultur zeigt auch in wechselnden Ausstellungen Porzellan, Keramik und Möbel.

Überblick über die Ausstellung über Korea

Überblick über die Ausstellung über Korea

Das Museum kann sehr stolz auf eine der bedeutendsten Sammlungen koreanischer Keramik aus der Koriō-Periode (935-1392) sein. Fast alle stammen aus der Sammlung von Adolf Fischer. Einige Stücke dieser Sammlung wurden in die Gruppe der wertvollsten und seltensten Stücke koranischer Kunst außerhalb Koreas eingestuft.

koreanisches Möbel - Museum Ostasiatische Kunst Köln

koreanisches Möbel

Schon in den alten Zeiten Koreas war es üblich Wohngegenstände aus Holz anzufertigen. Sie gelten genauso wie die Keramik und das Porzellan als hervorragende kunsthandwerkliche Leistungen des Landes. Koreanische Möbel sind im Gegensatz zu den chinesischen kleiner und weniger verziert. Das Design verbindet das Grundprinzip der Nützlichkeit mit der natürlichen Schönheit Asiens.

Die Bibliothek des Museums Ostasiatische Kunst

Die Bibliothek darf auf keinen Fall vergessen werden! Sie umfasst Bücher zur Kunstgeschichte Chinas, Japans und Koreas, aber auch aus anderen Bereichen Asiens wie zum Beispiel Tibet, der Mongolei, Indiens oder Südostasiens. Hier muß man sich aber vorher anmelden und ich werde darüber bei meinem nächsten Besuch ausführlicher berichten

Resume meines Besuches im Museum Ostasiatische Kunst in Köln

Sicherlich kann ein Bericht über einen dreistündigen Besuch in einem Museum keinen vollumfänglichen Überblick über all die Kostbarkeiten geben, die in diesem Museum zu bestaunen sind. Dazu kommt noch, dass es laufend hochwertige und wundervoll ausgearbeitete Ausstellungen im Museum Ostasiatische Kunst in Köln gibt.

So ist es also jedem anzuraten sich auf der Seite des Museums Museum Ostasiatische Kunst Köln zu informieren welche Ausstellungen gerade präsentiert werden oder schon im Terminkalender vorzumerken sind.

Das Museum hat einen so großen und wertvollen Bestand, dass es verständlich ist, dass nicht alle Exponate zu jeder Zeit zu sehen sind. Dies hat auch einen konservatorischen Hintergrund. Jede Ausstellung kann auch die Gegenständen schädigen und um dies zu verhindern gibt es einen stetigen Austausch und Wandel. Ich war begeistert und habe schon einen weiteren Besuch geplant, bei dem ich noch viel zu erkunden hoffe. Einen kleinen Punkt der Kritik habe ich aber anzumerken – die Beschreibung für die Ausstellungsstücke ist für mein Empfinden gerade für den „Asienneuling“ etwas kurz gehalten. Es wäre sehr schön etwas mehr über die Ausstellungsstücke im Einzelnen zu erfahren.

Ich freue mich auf meinen erneuten Besuch im Museum Ostasiatische Kunst in Köln um Weiteres vielleicht auch hinter den Kulissen eines solchen Museums zu erfahren.

Vielleicht war schon jemand vor Ort und schildert seine Eindrücke vom Besuch in den Kommentaren!

Euer Reiner

Ein ebenfalls empfehlenswertes Museum mit Ausstellungsstücken aus Thailand, China und Vietnam leider etwas weiter weg: Sangkhalok Museum Sukhothai

Sangkhalok Museum Sukhothai

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Ein Kommentar zu “Museum Ostasiatische Kunst Köln

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