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Virtuelles Reisen?

Thailand eine virtuelle Reise – der neue Trend?

Dank der modernen Technik und der jetzigen Krise feiern die Digitaljünger und die vermeintlichen Umweltschützer eine neue Art des Reisen – das virtuelle Reisen. Thailand virtuell bereisen und auch gleich Kambodscha, Myanmar, Laos und Vietnam besuchen! Das alles an einem Abend und bequem von zuhause aus. Da hört man nicht nur die uns bekannten Begriffe – virtuelle Realität, was das auch immer sein soll, sondern auch das viel geliebte 360 Grad Kugelpanorama, das uns einen umfassenden Ausblick auf die „wirkliche“ Realität geben soll.

virtuelles Reisen - schöne bunte Welt vor dem Computer

virtuelles Reisen – schöne bunte Welt aus dem Computer Bildquelle Pixabay

Das alles erinnert mich doch mehr an das „Holodeck“ aus der bekannten Fernsehsendung mit Kapitän Kirk, Mr. Spok und dem Raumschiff Enterprise.

Da hat doch wohl nicht der Fehlerteufel zugeschlagen! Ein freundlicher Leser bat mich um Korrektur. Es müsste heißen: „Das alles erinnert mich doch mehr an das „Holodeck“ aus der bekannten Fernsehsendung mit Kapitän Picard, Data und dem Raumschiff Enterprise.“ Da das alles für mich schon einige Jahre zurück liegt, habe ich jetzt die Änderung vorgenommen. Bin mir aber ehrlicherweise nicht sicher welche Version richtig ist!

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Was bedeutet für mich Reisen?

Reisen hat für mich immer mit einer Ortsveränderung zu tun. Damit einhergehend das Kennenlernen von anderen Menschen, auch wenn es nicht immer nur positive Erlebnisse sind.

Reisen beinhaltet für mich ein reales Erfassen von Formen, Farben und Gerüchen. Die Auseinandersetzung mit anderen Sprachen und der sich daraus ergebenden, oftmals lustigen oder bereichernden Unterhaltungen – oder den Missverständnissen, die alle zum Lachen bringen..

Ich freue mich auf die Fotos, die ich „schießen“ kann und auf die Auseinandersetzung mit dem Licht den verschiedenen Tageszeiten und der Wetterlange.

Für mich ist es auch wichtig die Sonnenstrahlen auf meiner Haut zu spüren und wenn ich es mal wieder übertreibe, dann muß ich auch den Sonnenbrand verkraften 😉

Thailand virtuell bereisen – los geht es!

Stellen wir uns also mal so eine virtuelle Reise vor! Wie könnte so etwas in der nahen oder auch fernen Zukunft aussehen?

So sieht Reisen heute aus -mit Fernseher und 3D Brille

So sieht virtuelles Reisen heute aus Bildquelle Pixabay

Wir nehmen in den hypermedialen Sesseln platz und über uns senkt sich eine kugelförmige Schale, in der dann die Projektion stattfindet.

Aus den umgebenden Lautsprechern kommt eine Stimme, die uns begrüßt und uns auffordert, das gewünschte Ziel zu wählen oder einen gewünschten Reiseverlauf einzugeben. Ich wähle Thailand mit Bangkok, Pattaya und Sukhothai. Haben Sie noch bestimmte Vorlieben oder Wünsche? – fragt mich die immer gleichklingende Stimme. Ja, ich möchte Informationen über die thailändische Küche, in Pattaya möchte ich ein Bordell besuchen und in Sukhothai etwas über die Geschichte Thailands erfahren. Sehr gute Auswahl, lobt mich die computergenerierte Stimme. Möchten Sie einen weiblichen oder einen männlichen Reiseführer? Natürlich einen weiblichen! Gut, dann wählen Sie bitte „Start“ um ihre Reise zu beginnen.

Der Ausflug nach Thailand beginnt

Eine langweilige und unglaubwürdige Animation soll den Eindruck erwecken, dass wir uns in Zeit und Raum dem Ziele nähern.

Der digitale Flug nach Bangkok

Der digitale Flug nach Bangkok Bildquelle Pixabay

Dann sind wir auch schon in Bangkok, eine Stimme aus dem integrierten Lautsprecher säuselt „Sawadee khrap“ – welcome in Prathet Thai. Wie? – kein Schock, wenn die Flugzeugtür sich öffnet und einem die lauwarme Luft entgegenströmt, kein Gewusel auf dem Flughafen, um die Koffer zu finden und keine Taxifahrer, die einem folgen mit: hello Sir – I make a spezial price for you.

Die virtuelle Besichtigungstour

Dafür taucht auf einmal der Königspalast auf und die liebliche Stimme flötet mir die Geschichte  des Palastes zu. Teilweise fantastische Fotos und wirklich tolle grafische Animationen wirbeln herum. Irgendwas fehlt mir aber? Na klar, die vielen anderen Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern. Ich bewege mich mit dem Joystick zum Ausgang hin. Tatsächlich entdecke ich dort ein Tuk Tuk – das typische dreirädrige Motorradtaxi.

Meine süße Stimme aus dem Lautsprecher flüstert mir zu ich solle mich vorsehen, diese Tuk Tuk Fahrer seien oft Betrüger und wollen den Touristen um sein Geld bringen! Wie bitte – hier wird man virtuell um das nicht vorhandene Geld gebracht? Wie öde. Ich habe Hunger und frage meine virtuelle Reiseführerin nach der Thailändischen Küche. OK, was wünschen sie zu essen – na, das nenne ich jetzt mal Service auf einer virtuellen Reise. Wie wäre es denn mit einem leckeren Curry. Super schnell wird mir die Auswahl eingeblendet und die Gerichte werden mir erklärt. Wie ein Wunder riecht es jetzt auch lecker in meiner Reisekapsel. Künstliche Aromen sollen mir etwas vorspiegeln. Als ich dann die gewünschte Bestellung aufgegeben habe werden mir Bilder vom Gericht gezeigt und das Rezept wird erklärt.

virtuelles green Curry macht nicht satt

virtuelles green Curry macht nicht satt Bildquelle Pixabay

Zuletzt wird dann noch die Bestellnummer vom Lieferdienst für thailändische Gerichte eingeblendet und der Preis des Gerichts. Lieferzeit zirka 45 Minuten. Es wird mir vorgeschlagen die Zeit solange in einer Bar in Pattaya zu verbringen.

Die Erlebnisse im virtuellen Pattaya

Ich willige ein und sogleich befinde ich mich in Pattaya am virtuellem Strand nahe der Walking Street. Ich bewege mich dank Stick direkt dort hin und schlendere die Strasse hinauf. Solch eine Wanderung mit Hilfe von Google Maps kann ja ganz interessant sein.

Wieder dieses merkwürdige Gefühl alleine zu sein. Keine Chinesen, keine Engländer und kein Geruch nach Alkohol. „Hello handsome man, how are you doing“? Eine virtuelle, vollbusige Bordsteinschwalbe spricht mich an.

virtuelle Lust - ist das das Ziel?

virtuelle Lust – ist das das Ziel? Bildquelle Pixabay

Ob ich Lust hätte ihr einen Ladydrink auszugeben. Na, warum denn nicht? Dieses Wesen erklärt mir, dass ich meine Checkkarte nur in den Schlitz in der Konsole stecken müßte und per ATM wird alles, was wir gemeinsam erleben, vom Konto direkt abgebucht. Irgendwie kommt mir das äußerst bekannt und real vor.

Langsam vergeht mir die Lust auf Thailand! Wird man denn hier nur abgezockt? Äh, Augenblick mal, ich bin doch gar nicht in Thailand, sondern auf einer virtuellen Reise – in der Kugel. Es folgen noch einige Tänze einer virtuellen Schönheit an der Stange, die aber auch irgendwie nichts bei mir in Wallung bringen.

Das virtuelle Sukhothai

Der letzte Versuch: ich wechsele von meiner Kugel zur 3 D Brille und möchte durch Wat Mahathat wandern. Ich sehe die Buddha-Statuen und die Opfergaben der Gläubigen vor imposanten Statue. Danach möchte ich eins der Räucherstäbchen aufrecht stellen und schlage dumpf mit dem Kopf auf meinem realen Stubentisch auf. Ich reiße die 3 D Brille runter und damit ist meine virtuelle Reise beendet!

Ist virtuelles Reisen wirklich die Zukunft?

Ich weiß, viele werden jetzt sagen: was soll das, was Reiner hier schreibt? Klar, dass ich mit einigen Dingen übertrieben habe, aber Vieles ist schon in unserer technisierten Welt möglich. Ist es aber auch nötig? Immer mehr Menschen vereinsamen jetzt schon und viele Menschen kommen auch mit dem technischen „Fortschritt“ schon nicht mehr mit.

Keine Maschine wird das persönliche Erleben ersetzen können und sollte es so werden, dass nur noch virtuelle Reisen möglich sind, dann kann ich die Menschheit nur bedauern. Sicherlich sind viele Anwendungen sehr zum Vorteil, aber man muß die Grenzen kennen.

Gerne wird ja das Fernreisen mit dem Flugzeug in der heutigen Zeit verurteilt. Es ist seit Jahrzehnten immer umweltbewuster geworden. Wenn ich nur an den Ausstoß der Triebwerke der alten Boeing Flugzeuge denke! Es wird sich auch in Zukunft vieles verändern, aber virtuelles Reisen ist in meinem Leben, für mich jedenfalls, undenkbar!

Ich freue mich auf eine rege, sachliche und faire Diskussion in den Kommentaren!

Euer Reiner

Vielleicht auch für Euch interessant, eine ironische Thailandreise:  Ein Thailandreise der besonderen Art

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6 Kommentare zu “Virtuelles Reisen?

  1. Micky

    Bitte ändern:
    Das alles erinnert mich doch mehr an das „Holodeck“ aus der bekannten Fernsehsendung mit Kapitän Picard, Data und dem Raumschiff Enterprise.

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Micky,
      vielen Dank für Deinen Hinweis den ich sofort aufgenommen habe. Bist Du dir ganz sicher? Bei mir ist das schon so lange her, dass ich mich nicht mehr ganz genau erinnere wer damals mitgespielt hat.
      Mit lieben Gruß
      Reiner

  2. Matthias

    Hallo Reiner,

    ich denke nicht, dass das hauptsächlich nur eure Generation so sieht. Ich bin in den 30ern und die Vorstellung, nur noch virtuell reisen zu können, ist ein Horror für mich. Reisen verbinde ich immer auch mit dem Unbekannten und vor allem mit dem Ungewissen. Ich liebe es, Menschen anderer Kulturen kennenzulernen, fremde Orte eigenständig zu erkunden und alles auszuprobieren, was sich dabei so an Gelegenheiten ergibt. Ich schätze dabei sowohl die positiven als auch die negativen Erfahrungen, wovon ich auch schon viele gemacht habe (und keine davon missen möchte). Gerade das macht das Reisen in die Ferne doch so spannend. Es ist immer auch ein Abenteuer. Nach einem festen Algorithmus virtuell „zu reisen“ (ich möchte es nicht mal reisen nennen) kann ich mir maximal als Vorbereitung auf eine Reise vorstellen. Die Erfahrung an sich kann das nicht ansatzweise kompensieren.

    Der Tag, an dem nur noch virtuelles Reisen möglich sein sollte, ist der Tag, an dem ich nichts mehr auf dieser Welt verloren habe.

    In bin da also vollkommen bei dir.

    LG
    Matthias

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Matthias,

      lieben Dank für den Kommentar! Ja, die Vorstellung nicht mehr Reisen zu können belastet mich ja jetzt schon! Zu viele Ziele stehen noch auf meinem Wunschzettel und wenn ich so die Situation überblicke wird es wohl in diesem Jahr nichts mehr werden! Das schlimme daran ist ja auch, dass alle alternativen Ziele nicht mehr erreichbar sind und man so „gefangen“ ist.
      Ich hoffe für uns alle, dass im neuen Jahr die Welt wieder für die Menschen offen steht und wir wieder unseren Hunger auf Kultur stillen können!
      Mit lieben Gruß

      Reiner

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Ulrike,
      wir sind eben aus einer Generation erwachsen die das Reisen auf die alte Art liebt! Ich werde mich auch nie damit zufrieden geben nur bunte Bildchen auf dem Computer anzuschauen. Bin gerade dabei über die Geschichte Buddhas in Afghanistan zu lesen und unendlich traurig da ja aus politischer Sicht eine sichere Reise unmöglich ist!
      LG Reiner

Ich freue mich über Eure Meinungen, Hinweise und sachlichen Kommentar!

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