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Freitags-Quickie – Thailand und die Pünktlichkeit

Thailand und die Pünktlichkeit

Es ist wieder einer dieser Tage, an dem ich darüber nachdenke, ob ich hier jemals leben kann. Ich hatte einen Termin mit einem Vertreter eines Thailändischen Unternehmens an einer Skytrain Station vereinbart, um mit ihm dann in ein mir bekanntes Restaurant essen zu gehen. Wir hatten uns gemeinsam auf den Tag um 18:00 Uhr geeinigt. Pünktlich wie wir Deutschen nun mal sind war ich schon mal 5 Minuten früher dort. Ich wollte ja auf keinem Fall ihn verpassen und damit einen schlechten Start für unsere Geschäftsbeziehung setzen. Thailand und die  Pünktlichkeit sind jedoch anders als bei uns definiert.

Goldener Uhrenturm in Chiang Rai in Thailand und die Pünktlichkeit

Clock Tower in Chiang Rai als Sinnbild der Zeit

Selbstverständlich war ich mir darüber im Klaren, dass Thailand und die Pünktlichkeit, anders zu bewerten ist. Eine gewisse Unpünktlichkeit durch den Verkehr und durch die normale Termintreue vieler Thailänder tritt häufiger als bei uns auf, aber wie lange das sein könnte war mir nicht bewußt. So war es auch nicht verwunderlich um 18:10 Uhr meinen erwarteten Partner noch nicht zu sehen war. Die Zeit verstrich weiter und gegen 18:35 Uhr durchbrach meine deutsche Denkweise dann die von mir selbst gesetzte Schmerzgrenze. Innerlich begann ich wütend zu werden wie ein Geschäftsmann doch so mit einem zukünftigen Kunden umgeht.

Es geschehen noch Zeichen und Wunder

Skytrain Terrasse im Herzen von Bangkok

Skytrain Terrasse im Herzen von Bangkok

Doch dann geschah doch noch das unvorhersehbare… Es war 18:55 Uhr und ich hatte gerade für mich selber beschlossen um 19:00 Uhr eben alleine meinen Hunger zu stillen und Geschäft, Geschäft sein zu lassen. Da kam Mister gut gelaunt, lächelnd und mit Tüten bepackt von einer ganz anderen Richtung angeschlendert.

Ich konnte mich nicht beherrschen und fragte ob er seine Uhr vergessen hätte. Nein, er präsentierte mir stolz seine Armbanduhr. Meine Frage ob er vergessen hätte das wir den Termin um 18:00 Uhr gehabt hätten, wurde auch kurz mit NO beantwortet. Stolz erhob er seine Tüten und erklärte freudig, er wäre ja schon 10 Minuten früher da gewesen, was für einen Thailänder wirklich erstaunlich und aussergewöhnlich ist, und da ich ja nicht anwesend war ist er eben SCHNELL mal etwas einkaufen gegangen.

Meine Stimmung war dahin! Unser Gespräch beim Essen brachte nicht den gewünschten Erfolg, warum wohl nur? Ich hatte durch mein verärgertes Nachfragen und meine ärgerliche Haltung dafür gesorgt, dass er sein Gesicht verloren hatte, eine denkbar ungünstige Ausgangssituation.

Die Thailänder gehen einfach kulturell bedingt anders mit der Zeit um!

Auf Thailand und die Pünktlichkeit passt der wundervolle thailändische Spruch, tschai yen yen, behalte ein kühles Herz oder für unseren Sprachgebrauch übersetzt: RUHIG BLUT hilf weiter. Die Thailänder lernen von Kindheit an, dass schon Buddha festgelegt hat, man wird ja Wieder-geboren, also ist Zeit wie Sand am Meer vorhanden. Das bezieht sich auf fast alle Dinge. Zeit wird auch, nicht wie bei uns, mit „Zeit ist Geld“ definiert, sondern nach Buddha ist ja alles vergänglich und warum soll man sich dann über einige Sekunden, Minuten oder Stunden Sorgen machen. Sorgen machen ist mai sanuk, als macht keine Freude. Thailänder lieben aber sanuk, die Freude und so wäre es besser gewesen wenn ich dem Herren zu seinen tollen Einkäufen gratuliert hätte und mich freundlichst für sein Erscheinen bedankt hätte.

Wenn Ihr auch so nette Geschichten erlebt habt, schreib diese doch mir mal in die Kommentare.

Schönes Wochenende!

Euer Reiner

Auch interessant zum Thema Thailand und die Zeit: Die Unterschiede in den Zeitrechnungen

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3 Kommentare zu “Freitags-Quickie – Thailand und die Pünktlichkeit

  1. Alexander R.

    Wie? Nur eine Stunde „Verspätung“? Und da gleich so einen Aufstand machen? Kein Wunder das kein Geschäft zustande kam 55555+
    Die Stunde(n) ist uninteressant, Hauptsache der Termin wir noch am vereinbarten Tag wahrgenommen 😉

  2. Reinhard Thürling

    Tja, kenne ich gut. Es gibt dann aber auch echt ärgerliche Situationen.
    Bekanntebat mich um 3 Uhr aufzustehen. Man würde mich gegen 4 Uhr morgens abholen und gemeinsam zu einem Tempel fahren, wo viele Menschen den MönchenEssen spenden würden. Ich sass also um 4 auf meiner Terrasse und wartete. Da sass ich auch noch um 5, um 6, um 7. Dann tauchten sie froh und munter auf. Als sei alles ok. Kein Wort der Erklärung. Völliges Unverständnis, warum ich sauer bin. Die Mönche wären alle noch in der Stadt auf ihrer Tour, die Gläubigen zu segnen (für Essen). Wir känen nicht zu spät. Für mich war der Tag gelaufen. Oder 2 Std. in brüllender Hitze an einer Kreuzung auf den LKW wartend, der Möbel brachte, aber den Weg nicht zum Haus kannte. Ist Alltag. Nicht mehr als 2 Termune am Tag, denn der Erste bringt alles durcheinander

    1. Reiner Kerner Autor des Beitrags

      Hallo Reinhard, danke für Deinen Beitrag. Ja, für viele die diese Art nicht kennen ist das unvorstellbar. Es gibt so viele Arten des zu spät kommen. Ob es Txifahrer, Bus, Möbel oder auch die eigene Frau ist, die mal wieder beim Einkaufen war 😉
      Unser geliebtes Thailand mit all seinen Facetten!

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