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Die Geschichte Thailands Teil 3

Die Geschichte Thailands Teil 3

Die Geschichte Thailands Teil 3 meines Mehrteilers beschäftigt sich mit der  Kunst der Chiengsaen Epoche und der bedeutenden Sukhothai Periode. Noch immer bewegen wir uns in einem Zeitbereich der Thailändischen Geschichte, der geprägt ist durch eine Parallelität der Ereignisse und als erster Zeitraum der wirklich als Thailändischen Zeitrechnung, in der Literatur beschrieben wird.

Die Schreibweisen unterscheiden sich in den Publikationen sehr, so bezeichnet man das heutige Chiang Mai auch als Chiengmai, Xiang Mai oder Klangmai. Ich bleibe hier, in diesem Kapitel, bei der in der älteren Literaturform gewählte Schreibweise. Dies gilt auch für alle anderen erwähnten Ortsnamen.

Stehender Buddha im Histoirical Park Sukhothai

Buddha-Statue aus der Sukhothai Epoche

Chiengsaen Epoche

Diese Epoche hat mich zuerst am meisten interessiert. Sie soll laut Literatur den Zeitraum zwischen dem 11. und 13. Jahrhundert in Nordthailand beeinflußt haben. Diese Epoche wird in zwei Phasen unterteilt. Die Periode Alt-Chiengsaen und Neu-Chiengsaen oder auch Chiang Mai.

Alt-Chiengsaen

Aus der Alt-Chiengsaen Zeit gibt es wenige Anhaltspunkte. Buddha Figuren weisen charakteristische Züge eines indischen Stiles aus dem Norden Indiens auf. Die Darstellungen der Erleuchtung Buddhas in Form einer Lotusknospe, Buddhas Haare weisen große Locken auf und die Buddha Statuen haben ein rundlich geformtes Gesicht mit geschwungenen Augenbrauen. Das Kinn der Figuren springt aus dem Gesicht auffällig hervor hervor und ähnelt dabei eine Zitronenform. Die figürlichen Darstellungen weisen dabei eine rundliche Bauchform auf. Das Gewand Buddhas ist dabei auf der linken Seite und ist kurz und bildet eine Zick Zack Form. Ein wundervolles Beispiel befindet sich im Ubosoth oder dem Bot von Wat Suan Dok in Chiang Mai. Besser verständlich wird die ganze Situation in der Geschichte Thailands, wenn man sich die Lage der heutigen Stadt Chiang Saen anschaut


Heute befindet sich die Provence Chiang Seen im Goldenen Dreieck und grenzt an Myanmar im Nordwesten und Laos im Nordosten.

Die Chiengsaen Periode soll die erste der heutigen Thai-Zeit gewesen sein in Bezug auf das heutige Thailand. Die Thais sind als eine von den drei Zugrichtungen (siehe Die Geschichte Thailands Teil 2) nach Süden gezogen in das Gebiet des heutigen Nordthailands. Diese alte Stadt war wahrscheinlich schon in der Frühzeit besiedelt und ist heute die Hauptstadt der Provinz. Chiang Seen liegt 60 Km Nordöstlich von Chiang Rai und wurde erst um 1329 gegründet. Ihr seht also wie schwer und manchmal verwirrend es ist die Geschichte Thailands darzustellen.

Neu-Chiengsaen

Für die spätere Chiengsaen Periode gibt es kein chronologisches Problem. Archäologen fanden Inschriften auf Stein und auf mehreren Buddha Statuen sind, in deren Sockel, eindeutige Beschriftungen zu finden Die Neu-Chiengsaen Epoche beginnt im Jahr 1296 als König Mangrai die Stadt Chiangmai (Chiang Mai) zur Hauptstadt des Königreiches Lan Na erhob. Davon jedoch mehr im Teil 5.

Skizze der Königreiche von Thailand im 13. Jahrhundert

Die Königreiche als Skizze im 13. Jahrhundert

Sukhothai Periode Periode 1238-1351 n.Chr.

Die Geschichte Thailands Teil 3 ist ohne die Sukhothai Zeit undenkbar! Hier in Sukhothai, entstand nach einer Rebellion gegen die Khmer das erste Königreich der Thai.Im 13. Jahrhundert begann die Macht und damit Einflussnahme der Khmer und dem Angkor-Reich zu verblassen. Die Thai empfanden diese Herrschaft als ungerechtes und willkürliches System.Aus fast 100 Steininschriften konnte die bedeutsame Geschichte Sukhothais wieder erweckt werden.

In meinem Bericht über den Historischen Park Sukhothai berichte ich über den ersten Mönch der als König in die Geschichte einging. König Ramkhamhaeng (1278 -1318) war der zweite Sohn vom Reichsgründer. Er war es auch, der das Reich Sukhothai erweiterte. Die Ausmaße von waren erstaunlich. So reichte der Einflußbereich von Ramkhahaeng bis in den Norden nach Luang Prabang und bis in den Süden zur Malaischen Halbinsel. Im Westen reichte es bis nach Vientiane in Laos und im Osten bis Pegu in Burma, dem heutigen Myanmar.

Ramkhamhaeng-Denkmal im historischen Park Sukhothai

Ramkhamhaeng-Denkmal im historischen Park Sukhothai

Die größten Errungenschaften von Ramkhahaen waren jedoch die Errichtung von einer funktionsfähigen Landesregierung und er entwickelte das thailändische Alphabet. Dazu entnahm er Teile aus dem Khmer-Schrift in der bisher die Buddhistischen Texte geschrieben wurden und formte so das neu Alphabet.

Steinsäule mit thailändischer Schrift

Steinsäule mit thailändischer Schrift

Der Einfluß Chinas auf Thailand

Auch China trug zu dem Aufstieg Sukhothai bei. Den Chinesen war es ganz Recht, dass sich als Gegengewicht zum Angkor Reich entwickelte. So gab es einen regen Austausch an Waren und Kultur zwischen Sukhothai und China. Der Name Siam leitet sich auch aus diesem Zeitraum ab. Sien, war die chinesische Bezeichnung für die Thaivölker. Bei den Khmer nannten sie dann siam, bei den Burmesen wurden sie Schan genannt. Da, durch die Thais ein Gegengewicht zu den Khmer entstand, konnten die Chinesen in aller Ruhe das burmesiche Reich von Pagan, 1287 vernichtend schlagen und dem Erdboden gleich machen. Ramkhamhaeng wurde vom Chinesischen Kaiser als ein bedeutender südostasiatischer „Barbaren Herrscher“ geachtet.

Trotz des enormen Fortschritts und der kulturellen Entwicklung war die Zeit des Sukhothai Reiches von kurzer Dauer. Nach 200 Jahren  im Jahr 1438 wurde es von Ayutthaya einverleibt. Geblieben sind die hervorragenden Baudenkmäler, die Schrift und viele Geschichten über den König Ramkhahaeng.

Die Glocke von Ramkhamhaeng

Einer dieser Geschichten besagt, dass der König eine Glocke an den Palast anbringen ließ. Jeder der Untertanen in seinem Reich sollte die Möglichkeit haben sein persönliches Anliegen dem König direkt vorzutragen. Die Bezeichnung Pho Khun (Landesvater) für den König und luk (Kind) für seine Untertanen zeigt die Bedeutung des väterlichen Regierungsstils und die enge Verbundenheit mit seinem Volk auf.

Eine Bronze Glocke hängt am Gerüst und ist die Nachbildung der Ramkhamhaeng Glocke

Die Glocke von Ramkhamhaeng – hier als Nachbildung

Die bedeutende Lage Sukhothais in der Region

Sukhothai lag strategisch und wirtschaftlich idealer Weise an der bedeutendsten Handelsroute zwischen Yunnan aus dem Norden zum Süden zum Golf von Siam. Aus Birma lief der Handelsweg in Richtung Korat-Hochebene und weiter in das Mekongbecken. Eine Wasserstraße die Sukhothai mit der 50 Km entfernten Stadt Si Satchanalai hatte eine große Bedeutung. Chaliang, wie die Stadt auch hieß wurde 1250 als Residenzstadt des Kronprinzen gegründet und wurde bald das Zentrum der Keramikproduktion. Unzählige Brennöfen geben noch heute Zeugnis dieser Epoche.

Die Nachfahren von Ramkhamhaeng

Eine Legende erzählt das der König Ramkhamhaeng im Jahre 1317 in den Stromschnellen eines Flusses ertrunken sei. Wissenschaftler nehmen aber eher an, das er schon am Ende des 13. Jahrhunderts verstarb. Der Sohn des Königs, Loethai regierte  fast ein halbes Jahrhundert das Sukhothai Reich. (1298-1347) Das Reich von Ayutthaya wurde 1351 begründet. Dieses Reich sollte mit für den Untergang Sukhothais verantwortlich sein. Unter dem König Mahathammaracha IV (1417-1438) wurde Sukhothai dann vollständig durch Ayutthaya annektiert.

In, Die Geschichte Thailands Teil 4, wenden wir uns dann, dem großen Reich von Ayutthaya zu!

Frühere Teile:

Die Geschichte Thailands Teil 1 Die Frühgeschichte

Die Geschichte Thailands Teil 2 Frühgeschichte, Dvaravati-, Srivijaya-, Loburi Perioden

Alle Fotos und Texte unterliegen dem Copyright FOTO-KERNER Reiner Kerner 2018

 

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