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Foto- und Reiseblog

Buddhismus und Prostitution

Wie verträgt sich die Prostitution mit dem Buddhismus?

Die ansteigende Verarmung der Landbevölkerung und die wachsende Problematik in der Touristikbranche werden sicherlich zu einer Zunahme im Bereich der Prostitution in Thailand führen. Ich höre jetzt schon einige sagen: „die Prostitution in Thailand ist doch verboten!“ und weiter: „die Thailänder sind doch religiös, da kann es doch keine Prostitution in Thailand geben!“. Doch sie gab es und sie wird es wohl auch immer geben. Begeben wir uns auf die Suche nach den Gründen, warum es Prostitution in Thailand gibt und wie der Zusammenhang zwischen dem Buddhismus und der Prostitution besteht.

Prostitution und Buddhismus

Prostitution und Buddhismus unvereinbar und doch alltäglich (Quelle Pixabay)

Der Grund der Prostitution im Zusammenhang mit dem Buddhismus

Die grundlegende Problematik, wie in fast allen Ländern dieser Welt, ist die Armut der Menschen und der betroffenen Familien. Für Thailand bedeutet dies, was auch durch Statistiken belegbar ist, dass arme junge Mädchen die Schulden der Eltern erwirtschaften müssen und / oder die Schulausbildung der eigenen, viel zu früh gekommenen Kinder finanzieren müssen.

Der Buddhismus fördert dies noch durch die religiöse Pflicht der Mädchen für das Auskommen der Elter sorgen zu müssen. Dass diese Mädchen eigentlich Schande über die Familie bringen ist im Dorf oftmals bekannt, wird aber geduldet und unter den Tisch gekehrt. Durch Zahlungen an die Tempel können sich die Mädchen von diesem Makel in einem bestimmten Bereich „freikaufen“. Seelsorgerische oder beratende Hilfestellung von Mönchen ist dabei nicht üblich.

Geldspenden im Tempel - Prostitution und Buddhismus

Geldspenden im Tempel um sich „freizukaufen! ?

Als Grund für die Arbeit als Prostituierte werden häufig Schulden der Familie, die Schulausbildung jüngerer Geschwister oder der eigenen Kinder angegeben. Erst danach folgt in der Aufzählung der Gründe, die eigene, geringe Bildung und der Konsum von hochwertigen Wirtschaftsgütern.

Da in Thailand die Prostitution seit 1960 verboten ist können die Frauen auch keine Hilfe von der dortigen Polizei erwarten. Ehr das Gegenteil, auf Polizeistationen werden sie auch noch das Opfer von Vergewaltigung oder Erpressung.

Was sagen Buddha und der Buddhismus zur Sexualität und zur Prostitution?

Eine der wesentlichen Feststellungen ist in den überlieferten Lehrreden von Buddha zu finden. Buddha beschreibt dort das menschliche Verlangen (in Pali tanhā oder in Sanskrit Tṛṣṇā) als die Ursache von dem Leiden. Die Sinnesfreuden seien eines der 3 Objekte des Verlangens. Im Suttapitaka (Sanskrit – सूत्रपिटक sūtrapiṭaka) wird dieses beschrieben. Von Nonnen und Mönchen wird strikte Enthaltsamkeit abverlangt.
Somit ist eindeutig geklärt, dass eine jegliche Art von Sexualität zur reinen Lusterfüllung und Prostitution vom Buddhismus abgelehnt wird.

Seit wann gibt es Prostitution in Thailand?

Diese Frage ist sehr spannend, wenn man bedenkt, dass im Buddhismus Sexualität eingeschränkt wird und Prostitution gänzlich verboten ist.
Viele Menschen behaupten die Prostitution sei auf eine ungezwungene Art im Umgang mit der Sexualität zurückzuführen und somit in der thailändischen Tradition und im Buddhismus begründet. Diese Meinung wurde ja oben schon widerlegt.
Der wirkliche Ursprung liegt vermutlich schon sehr lange zurück. Es ist sehr wahrscheinlich, dass die ersten Prostituierten mit den ersten chinesischen Gastarbeitern in das Gebiet des heutigen Thailand einwanderten. Zum Beginn waren es chinesische Frauen und im Laufe der Zeit kamen dann auch immer mehr  Thailänderinnen in die Reihen der Prostituierten, die letztlich die Mehrheit bildeten.

Ein erneutes Ansteigen der Zahlen wurde durch den Vietnamkrieg ausgelöst. Die amerikanischen Soldaten sollten sich im so genannten „Rest and Recreation Center“ vom Einsatz im Vietnamkrieg zeitweise erholen. Immer mehr Thailänderinnen erkannten darin die Möglichkeit aus der ländlichen Armut zu entfliehen und begannen in der Sex-Industrie tätig zu werden. Seit den 1980 zigern blühte der so genannte Sextourismus in Thailand auf und die Anzahl der „Liebesdamen “ wuchs stetig an.

Animation auf der Strasse in Pattaya - Prostitution und Buddhismus

Animation auf der Strasse in Pattaya

Mit all diesen Ereignissen wuchsen auch Thailands Probleme auf anderen Sektoren. Die Anzahl von Drogenabhängigen stieg stark an und so gibt es einen weiteren Konflikt mit dem Buddhistischen Gedanken, der Drogen oder allgemein Rauschmittel ablehnt.

Ein weiteres grosses Problem ergab sich durch die steigenden Fälle von AIDS, die kaum durch die westlichen Touristen ins Land getragen wurden, sondern eher durch Malaien, Inder und andere Asiaten. Gerade diese brachten den Virus ins Land, der sich dann durch die thailändischen Männer in den Thai-Familien ausbreitete.

Unterwäsche und Kondom

Unterwäsche und Kondom als Sinnbild für den verantwortlichen Sexualverkehr (Quelle Pixabay)

In der weltweiten Statistik HIV/AIDS – Infizierungsrate fand ich folgende Zahlen. 2014 hatte Thailand ( Zahlen für Deutschland 2013 ) eine Infizierungsrate von 1,13% ( D – 0,15% ) im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung. Damit belegte Thailand Rang 42 (D – 103) Es waren in Thailand 445.600 und in Deutschland 77500 Menschen erkrankt.

Wer besucht die Prostituierten?

Weit verbreitet ist die Meinung, dass die westlichen Ausländer als Touristen den größten Anteil der Freier für die thailändischen Prostituierten stellen. Dem ist bei Weitem nicht so! Der größte Anteil kommt aus dem eigenen Land. Man spricht davon, dass sehr viele junge Thailänder ihren ersten sexuellen Kontakt mit einer Prostituierten erleben. Dies liegt in der schamhaften Erziehung und der im Schulunterricht nicht vorhandenen sexuellen Aufklärung begründet. Oft werden die Söhne sogar vom Vater in dieses Gewerbe eingeführt. So werden auch häufig Geschäftsabschlüsse in Bordellen besiegelt. Statistiken beschreiben, dass 95% aller thailändischen Männer Erfahrungen mit Prostituierten haben.

Die buddhistische Ethik in Thailand

Buddhismus und Prostitution und die buddhistische Ethik – eine ganz wichtige Betrachtungsweise! In traditionellen, historischen Texten werden viele unangemessene Formen von sexuellen Handlungen beschrieben. Diese sollen unweigerlich zu Problemen führen. Im Buddhismus wird zwischen den destruktiven und den konstruktiven Handlungen unterschieden. Die destruktiven Handlungen treten in Zusammenhang mit Verwirrungen auf und rufen Leiden hervor. Die Konstruktiven rufen Gutes und Glück hervor und beenden das Leiden. Nun gibt es aber auch Handlungen, die beides enthalten, diese sind dann unbestimmt.

So kann also bei der Betrachtung die Ausübung der Prostitution nur destruktiv – schlecht also sein! Besonders wenn der sexuelle Akt mit einer Prostituierten ohne Kondom geschieht, da der Akt Leiden (AIDS und andere Geschlechtskrankheiten nicht nur für den Freier) bringen kann und als Weiteres nur der Befriedigung niedriger Gelüste dient.

Wie sieht es jetzt aber mit dem biologischen Verlangen, ausgelöst durch die Hormone aus? Ist also das sexuelle Verlangen durch die biologischen Vorgänge ausgelöst, so kann doch die Befriedigung durch eine Prostituierte und der Nutzung eines Kondomes als sehr konstruktiv angesehen werden.

Der Wandel in der Betrachtungsweise der Prostitution und dem Buddhismus

In früheren Zeiten wurde definiert, dass mehr als fünfmal Sex zu haben destruktiv sei,  weil es zwanghaft erschien. Festgelegt wurde aber nicht auf welchen Zeitraum sich dieses bezog. Auch das Masturbieren oder Oralsex wurden als destruktiv angesehen. Aus indischen Texten wird lediglich der Sex mit unangebrachten Partnern zitiert. Dabei wurden aber als unangebracht Handelnde meistens die Frauen angesehen. Somit würde also die Prostituierte auch darunter fallen. Es wurden aber auch Verlobte und Verheiratete von anderen Männern ausgeschlossen. Nonnen und Kinder fielen ebenso unter diesen Ausschluß. In späteren buddhistischen Konzilen kamen noch die Mütter und die eigenen Töchter dazu.
Auch über die Sexualpraktiken wurde gerichtet, so wurden Mund und Anus als destruktiv gewertet. Es folgten auch sexuelle Ausschlusszeiten, diese umfassten die Schwangerschaft und die Stillzeit. Auch Orte und Zeiten wie zum Beispiel „bei Tageslicht“ waren dabei. Die Homosexualität und die Selbstbefriedigung wurde auch als destruktiv bezeichnet.

Absolut bemerkenswert ist die Auslegung, dass in indischen und tibetanischen Texten der Sex mit einer Prostituierten für einen Mann, wenn er denn dafür bezahlt, vollkommen in Ordnung sei. Ausgenommen wurde auch der Fall, wie teilweise auch heute noch  üblich, jemand mit einer Tochter einer armen Familie schlafen wollte und dieses mit Einverständnis und der Bezahlung der Familie geschah.

Ein Artikel der zu diesem Thema passt: Die Thailänderin und Thailand als Ware

Resume über die Thematik – Buddhismus und Prostitution

Zuerst muß einmal festgehalten werden, das meine Betrachtung in keiner Weise allumfassend ausgefallen ist. Jedoch zeigt es mir wieder einmal wie vielfälltig der Buddhismus ist. Wie in allen Religionen dieser Welt ist auch der Buddhismus durch historische Ansichten geprägt und das Eine oder Andere passt scheinbar nicht mehr so ganz in unsere Zeit ! – Ist das wirklich so? Der Gedanke, dass Handlungen positiv und negativ sein können bleibt immer in den Grundzügen erhalten! Das ist auch für mich das Resume über den Buddhismus und die Prostitution!
Es gibt immer zwei verschiedene Ansichten und nichts ist von Dauer. Auch die Auffassung des Buddhismus zur Prostitution und zu der Homosexualität wird sich im Laufe der Zeit wandeln!

Euer Reiner

Wie steht es um die Frauen im Buddhismus und könne sie Nonnen werden?

Nonnen im Buddhismus

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Ein Kommentar zu “Buddhismus und Prostitution

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