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Die Geschichte des Berliner Doms

Der Berliner Dom – ein außergewöhnliches Bauwerk mit wechselvoller Geschichte

Der Dom ist mit seinem zentralen Standplatz im alten Zentrum Berlins, nahe dem Roten Rathaus, der Nikolaikirche, der Museumsinsel mit den vielen Museen und dem Neubau des ehemaligen Berliner Schlosses, jedem Berliner und den meisten Berlintouristen bekannt. Die Geschichte des Berliner Doms ist geprägt vom Glauben, von Kriegen und der Teilung und der Wiedervereinigung dieser Metropole, die wirklich niemals schläft. Für mich als gebürtigen Berliner war es schon immer ein beindruckendes Gebäude. Damals im Ost-Teil der Stadt gelegen und so für mich kaum – und wenn, dann nur mit einem Tagesvisum für die ehemalige DDR erreichbar. Jetzt ein Gebäude, das ich jedem Berlinbesucher empfehlen kann.

Der Berliner Dom und seine Geschichte

Die Aussenansicht des Berliner Doms im Jahr 2019

Die vorhergehenden Gebäude auf dem Gebiet des heutigen Doms in Berlin

 

Mein ganz besonderer Dank gilt Frau Svenja Pelzel, die als Beauftragte für Öffentlichkeitsarbeit und das „Fundraising“ es möglich gemacht hat diesen Post durch die Bildfreigabe und wertvolle Hilfestellungen zu erstellen.

Historischer Plan der Lage der Städte Berlin und Coelln von 1888

Historischer Plan der Lage der Städte Berlin und Cölln von 1888

Die Schloßkapelle und die Dominikaner-Kirche am Stadtschloß

Es ist ein sehr langer Weg, der bis zum heutigen Bild des Berliner Doms auf der Spreeinsel führt. Kaiser Siegesmund übertrug 1415 die Kurwürde auf Friedrich VI. von Hohenzollern und gab ihm das Land Brandenburg als Schenkung. 1443 wird der Grundstein für das spätere Stadtschloss und die Schlosskapelle gelegt, die durch den  Sohn von Friedrich VI. 1451 vollendet wird. Die Schloßkapelle wurde 1450 der Mutter Gottes, dem heiligen Kreuz und den Heiligen Peter, Paul und Ersasmus geweiht.1465 wurde die St. Erasmus-Kapelle im kurfürstlichen Schloss zu Cölln zum Kollegiatstift erhoben. Für dieses Bauwerk bürgerte sich schnell die Bezeichnung „Domkirche“ im Sprachgebrauch ein.

Alte Domkirche Berlin

Alte Domkirche Berlin

1536 verlegte der Kurfürst Joachim der II. als sechster regierender Kurfürst das Domstift in die ehemalige Dominikaner-Kirche nahe dem Schloß. Mit diesem Umzug wurde es offiziell zur Domkirche und zur Grablege des Hause Hohenzollern bestimmt. Drei Jahre nach diesem Ereignis kam es zur Reformation und Kurfürst Joachim II. wechselte zum evangelischen Glauben. Die Grablege blieb bis zum Jahr 1747 in dieser Kirche.

Historischer Stich von Berlin 1652

Historischer Stich von Berlin 1652

Der erste Dombau

König Friedrich II. (Der Große) ließ die als baufällig geltenden Gebäude 1747 abreißen. An der Nordseite des Schlosses, am sogenannten Lustgarten, kam es zur Grundsteinlegung für einem neuen Gotteshaus.  Die Pläne für diesen Bau lieferte der Niederländer Johann Noumann d. Ä. Er wurde 1750 fertiggestellt und im selben Jahr wurde er am 6. September geweiht. Hier fanden nun die Särge in einem Untergewölbe ihren neuen Platz.

Der Umbau des Doms ab 1817

Es war die Regierungszeit von König Friedrich Wilhelm III. (*1770 – † 1840) – der bestehende Dom war restaurierungsbedürftig. Karl Friedrich Schinkel erhielt vom König den Auftrag anläßlich des 300 – jährigen Jubiläums des Thesenanschlages durch Luther den Berliner Dom umzugestalten. Die äußeren Veränderungen des Doms durch Schinkel (1781-1841) zielten auf eine klassizistische Fassade. Der ehemalige Barockstiel des Doms wurde durch einen großen Dreiecksgiebel über dem Säulenportal umgebaut und zwei kleinere Türme ergänzten zum Lustgarten hin das neue Erscheinungsbild.

Alter Dom zu Berlin 1892

Alter Dom zu Berlin 1892

Jedoch konnten alle inneren und äußeren Maßnahmen die Wünsche des Königshauses für ein eindrucksvolles und repräsentatives Gebäude nicht erfüllen.

Die Planungen für einen Neubau und die Errichtung des neuen Berliner Doms

Von Schinkel sind aber auch schon Entwürfe für einen kompletten Neubau des Doms bekannt. König Friedrich Wilhelm IV. hatte schon in den Jahren als Kronprinz an Zeichnungen für einen Neubau gearbeitet. Auf diesen Vorarbeiten von Schinkel und dem Kronprinzen baute das Projekt  eine drei- später fünfschiffigen Basilika nach italienischem Vorbild auf. Hier in dieses neu zu errichtende Bauwerk sollte auch die Herrschergruft der Hohenzollern mit einbezogen werden. 1842 begann der Bau einer fünfschiffigen Basilika mit der Errichtung des Kellergeschosses und  der Grablege.

1848 kam es durch die Revolution zur Einstellung der Bauarbeiten. Die Planungen eines monumentalen Bauwerks mit einer Kuppel mit 42 Metern Spannweite und vier Türmen sollte der Kuppel des St. Peter Doms in Rom gleichkommen. Von dieser Vision von 1858 ist auch das Holzmodell bis heute erhalten. Diese Planungen wurden aber letztendlich nicht verwirklicht.

Wieder einmal wandelt sich die Geschichte des Berliner Doms

König Wilhelm I. war es, der den Planungen neuen Vorschub gab. Ein Wettbewerb für den neuen Dom wurde ausgeschrieben. 51 Entwürfe mit 359 Zeichnungen und 3 Modelle wurden eingereicht. Keiner dieser Entwürfe erhielt den Zuschlag, da keiner davon für eine Ausführung geeignet erschien.

Der Dom des Deutschen Reiches

Berlin entwickelte sich rasant zu einer Metropole. Der geplante Bau des Berliner Doms wurde erneut als nicht mehr repräsentativ angesehen. So wurde erneut die Geschichte des Berliner Doms umgeschrieben.

Julius Carl Raschdorff, seines Zeichens Architekt und 1878 an die technische Hochschule Charlottenburg, eines Stadtteils von Berlin, berufen, erhielt den Auftrag Pläne für einen neuen Dom auszuarbeiten. Sein Konzept – eine Domkirche mit drei verbundenen Räumen und einer Tambourkuppel.

Die drei Räume sollten dem Haus Hohenzollern als Predigt-, Fest- und Grabeskirche dienen und durch einen Gang mit dem Berliner Schloß verbunden sein. Auch dieser Plan wurde abgelehnt. Durch das großzügige Einverständnis des Kaisers Wilhelm II (*1859 –  † 1941) wurde es Raschdorff gestattet einen weiteren Plan vorzulegen. Dieser 20 Millionen Mark (entspräche einem heutigen Wert von 128 Millionen Euro) teure Kuppelbau war überdimensioniert und sollte aus  den kostbarsten Materialien entstehen. Aber erst nach mehrmaligen Änderungen des Plans durch Wilhelm II. endete die langjährige Diskussion um den Dombau. Das preußische Abgeordnetenhaus bewilligte einen Zuschuss von 10 Millionen Mark für den neuen Berliner Dom und einer Gruft für das preußische Königshaus.

Postkarte vom Berliner Dom 1900

Postkarte vom Berliner Dom 1900

Der Abbruch des alten und die Errichtung des Neubaus vom Berliner Dom begann im Jahr 1893. Um Platz zu schaffen wurde der bisherige Dom niedergerissen. Es folgte am 17. Juni 1894 die Grundsteinlegung für den neuen Dom und die Geschichte des Berliner Doms erhielt ein neues Kapitel. 11 Jahre wurde am Dom gebaut und am 27. Februar 1905 wurde das neue Bauwerk eingeweiht. Schon damals gab es, wie auch heute noch in Berlin, Verzögerungen. So wurde die Fertigstellung, die für das Jahr 1900 geplant war, auf das Jahr 1902 und dann auf das Jahr 1905 verschoben.

Die Geschichte des Berliner Doms nach 1905

Der Berliner Dom als Hofkirche des Hauses Hohenzollern wurde bis zum Ende des ersten Weltkrieges genutzt. Dabei diente der Berliner Dom nicht nur als Gotteshaus, besondere Feiern des Kaiserhauses sowie Jubiläen und Veranstaltungen des Reichstages fanden hier statt.

Nach der Abdankung des Kaisers und der Gründung der Weimarer Republik kam es zu einer generellen Trennung von Kirche und Staat. Der Dom jedoch diente weiterhin als Ort für staatliche Repräsentationen.

Die Geschichte des Berliner Doms im zweiten Weltkrieg und der Wiederaufbau danach

Es begann eine dunkele Geschichte des Berliner Doms. „Nichtarische“ Christen wurden 1941 von den Gottesdiensten ausgeschlossen. Reichsbischof Ludwig Müller beendete Trauungen mit dem Hitlergruß. Durch die Kriegshandlungen entstanden am Berliner Dom schwere Schäden. Ein Luftangriff zerstörte die wertvollen Altarfenster fast gänzlich. Weitere Bomben zerstörten im Laufe des Krieges die Kuppel. Eisenträger stürzten herab und durchschlugen den Fußboden bis zur Hohenzollern Grablege. Das Mobiliar verbrannte und Särge wurden beschädigt.

Der brennende Berliner Dom im zweiten Weltkrieg

Der brennende Berliner Dom im zweiten Weltkrieg

In der Folgezeit gab es 1945 einen der ersten Gottesdienste. Er fand in einem Teil der Gruft statt. Später wurden sogar Stimmen laut, die einen Abriss des Berliner Doms forderten. Durch die mangelnden und unzureichenden Sicherungsmaßnahmen am Gebäude zerfiel der Dom mehr und mehr. Das Wetter mit Regen, Sonne und Schnee zerstörte die Bausubstanz.

Die Geschichte des Berliner Doms in der ehemaligen DDR

Erst im Jahr 1974 kam es zu einem Vertrag zwischen der Kirche und der Staatsführung der so genannten „Deutschen Demokratischen Republik“ zur Rettung von „unerträglichen christlichen Symbolen“. So die Ausdrucksweise in der DDR. Nicht verhindert werden konnte jedoch die Sprengung der Denkmalskirche. Der DDR-Regierung war der Berliner Dom immer ein Dorn im Auge, da auf dem gegenüberliegenden Grundstück des alten Berliner Schlosses der Prunkbau der DDR, der Palast der Republik entstehen sollte. Solch ein historisches Gebäude der Hohenzollern und auf der anderen Seite „Erichs Lampenladen“, wie die Berliner den Palast der Republik nannten, war die Darstellung zweier Systeme, die nichts Gemeinsames hatten.

Bauarbeiter beim Abtrennen von Stahlträgern in der Ruine des Berliner Doms

Bauarbeiter beim Abtrennen von Stahlträgern in der Ruine des Berliner Doms

Durch Spendengelder konnte der Dom wieder aufgebaut werden. Nach 18 Jahren Bauzeit wurde er 1993 zum zweiten Mal geweiht.

Spendenaufruf für den Berliner Dom

Spendenaufruf für den Berliner Dom

Ein solches großes kirchliches Bauwerk verschlingt viel Geld. Wer für den Erhalt etwas Spenden möchte oder sich weiter informieren will, dem sei die Internetseite: rettet den Berliner Dom empfohlen

So ist die Geschichte des Berliner Doms jedoch noch nicht zu Ende!
Im zweiten Teil stelle ich Euch das Gebäude genauer vor und wir begeben uns auf einen virtuellen Rundgang! Der Berliner Dom

Euer Berliner Reiner

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Quellenangabe für die verwendeten Bilder: Pressestelle des Berliner Doms, gemeinfreie Bilder aus Wikipedia und meine eigenen Werke.

 

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