Follow my blog with Bloglovin

Hinduismus

Der Hinduismus als rätselhafte Religion

Kaum eine andere Religion oder Glaubensrichtung hat den Buddhismus in den Ländern Burma (Myanmar), Thailand, Laos, Kambodscha mehr beeinflusst als der Hinduismus. Er kennt zahlreiche Götter wie zum Beispiel Brahma, Shiva und Vishnu, jedoch keinen Gründer und keine Kirche.  Er soll die drittgrößte Weltreligion sein und manche Gelehrte sprechen davon, dass es gar keine Religion sein soll. Grund genug einmal den Hinduismus genauer zu betrachten, seine Verbindungen zum Buddhismus aufzuzeigen und einzelne Themen zu beschreiben.

Tempelfiguren in erotischen Darstellungen auch das gehört zum Hinduismus

Tempelfiguren in erotischen Darstellungen – auch das gehört zum Hinduismus

Der Ursprung des Hinduismus

Die Menschen in der Indus Region, dem heutigen Gebiet von Afganistan, Pakistan und Indien, leben in einer der drei frühsten Zivilisationen der Welt. Diese Menschen verehrten Muttergottheiten in Form von Pflanzen und Tieren. Funde aus dieser Zeit beweisen auch schon damals Darstellungen von“Göttern“ mit mehreren Köpfen. Diese Indus-Kultur „Indus Valley Civilization“ war eine bronzezeitliche Zivilisation. In einem Zeitraum von zirka 3000 v. Chr. bis 1300 v.Chr. entwickelten sich Lebensformen mit Städten mit bis zu 60000 Einwohnern. Namentlich gibt es mehrere wissenschaftliche Aussagen: Harrappa, Sarasvati-Kultur oder Sindhu-Saraswati-Zivilisation. Saravasti war der Name eines Flusses, der mehrmals in den ersten schriftlichen Aufzeichnungen der Rigveda auftauchte. Die Rigveda sind Teile von Sanskrit-Schriften, die im Hinduismus als Veden bekannt wurden.

Der Einfluß der Arier

In Nordindien fielen um 1700 bis 1800 v. Chr. die Arier, ein Nomadenvolk ein. Diese Eroberungswelle zerstörte die Indus-Kultur und ihr Glauben vermischte sich mit dem vorhandenen Urglauben. Die Arier galten als ein Volk auf einer niedrigen Kulturstufe zu sein, jedoch den Gebrauch von Pferd, Wagen und Schwert unterwarfen sie die vorherigen Bewohner der Indus-Region. So treten mit einen Male männliche Götter in die Geschichte ein. Die Arische Götterwelt erweist sich in diesem Zeitraum schon als komplex und es gibt eine göttliche Hierarchie.

Varuna galt als Wächter der kosmischen Ordnung. Er war Lenker des Alls und der  Weltenschöpfer. Mit der Sonne als Werkzeug erschafft er die drei Welten: den Himmel, die Erde  und dazwischen den Luftraum. Er ist es, der es regnen und die Flüsse fließen lässt, sein Atem ist der Wind.

So gab es viele Vedische Götter, Prithivi und Dyaus. Prithivi – die Erde Dyaus – der Himmel – werden als Kuh und Stier wiedergeben. Es gab Götter für die Morgenröte und Götter für das Feuer. Indra ist der Gott des Sturmes und schleudert einen Donnerkeil (Vajra) mit dem linken Arm.

Zu bemerken sei, dass Vishnu schon in den Veden genannt wird. Er ist aber zu diesem Zeitpunkt nur eine untergeordnete Gottheit.

Die brahmanische Periode

Gegen Ende der Vedischen-Epoche wandelten sich die die Gottheiten. Durch die Beschreibungen und Taten der Götter übernahmen einzelne Götter auch die Aufgaben eines anderen Gottes und so verwischte sich der Glauben an bestimmte Götter. Es gab aber keinen „Übergott“ oder einen einzelnen Herrschergott. In der Brahmanischen-Zeit war dies eines der entscheidendsten Themen. Ob Brahma nun eine Gottheit aus dem Vedischen, also eine alte Gottheit ist, oder ein neuer Gott sei, beschäftigte die Brahmanen, deren Ansehen immer größer wurde. Sie waren es, die der Gottheit Opfer brachten und das Opfern wurde fester Bestandteil der religiösen Zeremonie.

Was denn nun, ein oder tausende von Göttern

Manche Menschen glaubten an mehrere Götter (Polytheismus) während andere in jedem Lebewesen etwas Göttliches sahen. (Pantheismus). Natürlich glauben auch eine Gruppe an die Worte:  „viel hilft viel“ und so waren es für sie eben unzählige Götter, die für Glück, Unglück und alles Weitere zuständig waren.

Es bildete sich ein Kompromiss aus, in dem Vauna die oberste Gottheit darstellte und Brahma der Gott des Universums war. Es gab viele unterschiedliche Tendenzen aus denen Vishnu und Shiva hervortraten.

Shivaismus war eine der drei dann entstehenden Richtungen. Vishnuismus und Shaktismus waren die anderen. Shiva und Vishnu waren die Götter, die jeweils im Mittelpunkt der ersten beiden standen, wobei die Shaktisten die Urkraft des Universums in weiblichen Gottheiten sahen.

Hier erschien auch der Jainismus, der den Glauben vertrat, dass alles Lebende auch eine Seele besaß und man durch Askese und Ahimsa – das Nichteingreifen – die gleiche Göttlichkeit erreichen könne wie die Götter selber. Im 5. Jahrhundert v. Chr. entstand die buddhistische Bewegung, die die Priesterschaft und das Kastenwesen ablehnte.

Der Hinduismus und dessen Mythologie

Die Trias, die Dreiergruppe von Göttern oder mystische Wesen, kam schon aus frühster indischer Zeit. Im Hinduismus besteht sie in der Einheit Schaffen, Erhalten und Zerstören, also dem Gedanken von Leben, Tod und Wiedergeburt.

Einer Erzählung nach trafen sich Vishnu und Brahma. Es kam zum Streit wer der Würdigste sei. Es erschien eine riesige Feuersäule und die Beiden erschraken. Sofort wollten sie aber auch den Ursprung dieser Macht ergründen. Vishnu verwandelte sich in einen riesigen Eber und verfolgte die Säule tausend Jahre zurück, Brahma hingegen verwandelte sich in einen Schwan und stieg tausend Jahre an der Säule empor. Keiner der Beiden kam aber zum Ende der Säule und so kehrten beide zum Ausgangspunkt zurück. Dort erschien den beiden Shiva und sie erkannten, dass die Säule Shiva Lingam (Phallus) war und verehrten Shiva als größten Gott unter allen Göttern.

Betrachten wir das Dreigestirn der hinduistischen Götter:

Brahma – der Schöpfer

Statue in einem Tempel von dem Gott Brahma

Statue in einem Hindu-Tempel von dem Gott Brahma in Myanmar

Er verkörpert den Schöpferaspekt, der das Universum geschaffen hat. Brahma ist das alles durchdringende kosmische Bewusstsein . Er ist auch Wächter der Welt. Man glaubte, er sei aus einem goldenen Weltenei entstiegen, das auf den ewig fließenden Wassern trieb oder aus einer Lotosblüte, die aus Vishnus Bauchnabel gewachsen war.

(Der Lotus – Blume Buddhas eine Betrachtung einer Blume ein weiterführender Link)

Brahma soll sich sogar selbst erschaffen haben. Da aber seine Tätigkeit schon vollendet ist, gibt es Strömungen, die Brahma als nicht mehr so sehr zu verehrenden Gott ansehen. In sehr vielen Hindu-Mythen ist Brahma den beiden weiteren, Vishnu oder Shiva, unterlegen. Anderen zufolge wird er als Gott der Weisheit angesehen und die Veden sollen aus ihm heraus entstanden sein. Seine 4 Gesichter blicken in alle 4 Himmelsrichtungen.

Vishnu – der Bewahrer

Historische Abbildung von Vishnu im Hinduismus

Historische Abbildung von Vishnu im Hinduismus

In den Veden beschreibt man Vishnu als denjenigen, der mit drei Schritten die Größe der Erde und des Himmels bestimmt hat. Als Prajapati, als „Herr aller Geschöpfe“ setzt er sich aus Brahma dem Schöpfer und Shiva als dem Zerstörer zusammen. Er verkörpert Güte und Gnade, die alles durchdringende Macht, die das Universum und seine Ordnung, das Dharma, vor Schaden bewahrt. (Hier erkennt man sehr deutlich den Zusammenhang des Hinduismus und des Buddhismus!)

Vishnu wird auch als Narayana, „der sich in den Wassern Bewegende“ bezeichnet und gibt so einen Hinweis auf den Urozean oder den kosmischen Ozean. Dieser Ozean war es, der vor der Schöpfung das Universum füllte. Vishnu ist mit der Schicksalsgöttin Lakshmi vermählt.

Oft wird Vishnu als junger gut aussehender Mann mit blauer Hautfarbe dargestellt. In einer Hand hält er eine Muschel und in der anderen hält er einen Diskus. Diesen erhielt er für die Befreiung Indras. In der dritten Hand hält er eine Keule und in der vierten einen Lotos. Man sieht ihn oft auf Abbildung auf einem Lotos sitzend, neben ihm Lakshmi oder als Reiter des Garuda, eines Vogelmenschen.  Beide Darstellungen sind sehr häufig in Thailand anzutreffen.

Shiva – der Zerstörer

Im Lotussitz sitzende Shiva

Im Lotussitz sitzende Shiva (Quelle Pixabay)

Ruda, der rote Gott des Blitzes und des Sturmes, war der vedische Vorgänger von Shiva. Ruda wurde mit Agni, dem Gott des Feuers und der Verzehrer der Opfer in Verbindung gebracht. So ist es auch nicht verwunderlich, dass Shiva als Nachfolger eine besondere Stellung bei den Göttern einnahm. Shiva wird oft mit einem weißen Gesicht und zerzaustem Haar dargestellt. Der Gott ist häufig mit einem Tigerfell bekleidet. Das Hauptsymbol Shivas ist der Lingam oder Linga, der den männlichen Teil darstellt und der untere weibliche Part ist Yoni. Dort wird das Wasser der Verehrung aufgefangen, das über den Lingam gegossen wird.

Yoni der weibliche Teil von Shiva

Yoni der weibliche Teil von Shiva im Wat Sri Sawai

So wird die Zeugung oder die Entstehung des Lebens versinnbildlicht. Daher wird auch Lingam mit dem männlichen Phallus in Verbindung gebracht, was aber wissenschaftlich stark angezweifelt wird und eine neuzeitliche Interpretation sein kann.

Hinduismus Lingam oder Linga

Lingam oder Linga im Königspalast „Grand Palace“ in Bangkok

Shiva wird oft als Dämonenbezwinger bezeichnet und dargestellt. Dann lautet die Bezeichnung Natesa und er tanzt auf dem Körper eines Asura. Asuras sind die schlechten Existenzweisen der Götter. In der guten Existenzweise sind es niedere Götter, die an den Hängen des Weltenberges Meru wohnen.

Neben dem Linga ist ein weiteres Fruchtbarkeitsattribut Shivas das Reittier, der Stier Nandi und die Darstellung des zunehmenden Mondes.

Im Hinduismus ist man pragmatisch und so ist es nicht verwunderlich, dass heute in diese sehr friedliche Religion weitere Religionen mit einbezogen wurden. Buddha ist die Wiedergeburt Vishnus und die Hindus beten ganz unbefangen zu Christus oder auch, dass Hindus zu einem heiligen Ort der Moslems pilgern.

Das Kastenwesen – Grundlage des Hinduismus

Das Kastensystem vereint viele widersprüchliche Gedanken. So bleibt ein Mensch ein Leben lang in der Kaste, in die er hineingeboren wurde. Gleichzeitig darf zum Beispiel kein Inder seit 1950 wegen seiner Zugehörigkeit zu einer Kaste diskriminiert werden. Leider sieht die Realität anders aus. In früher Zeit waren sogar gemeinsame Mahlzeiten verboten.

Farben spielen im Hinduismus eine große Rolle

Farben spielen im Hinduismus eine große Rolle (Quelle Pixaby)

Man unterscheidet im Kastensystem 4 Varnas – den 4 Hauptkasten. Diesen Kasten sind Farben zugeordnet. So können die Kastenmitglieder leicht schon äußerlich erkannt werden.

  • Oberste Kaste: Brahmanen – Farbe Weiß – Priester und Gelehrte
  • Kriegerkaste:  Khhatriyas als zweithöchste Kaste – Farbe Rot – Fürsten, Krieger und höhere Beamte
  • Vaishyas als dritte Kaste – Farbe Gelb – Bauern und Kaufleute
  • Die Shudras als vierte Kaste – Farbe Schwarz – Knechte, Diener und Tagelöhner

Als weitere Kaste gibt es die Parias, Dalits und Harijans. Sie werden als Unberührbare bezeichnet. Diese sind auch eine Kaste, gehören aber nicht zu den 4 Varnas dazu.  Sie gelten als unrein und sind Wäscher, Frisöre, Müllbeseitiger und alle diejenigen, die absolut niedrige Tätigkeiten ausführen.

Kinder Im Kastensystem des Hinduismus

Kinder Im Kastensystem des Hinduismus für sie wird es wohl kaum ein entrinnen aus dem System geben

In heutiger Zeit verliert das Kastensystem gerade in größeren Städten und in der Jugend an Bedeutung. Jedoch bleibt es bei der Partnerwahl häufig noch entscheidend.

Erstaunlich ist, dass die Herkunft des Kastensystems nicht klar belegbar ist. Eine sehr wahrscheinliche Erklärung ist, dass der Grund in dem Zusammenwachsen verschiedener Völker zu finden ist und auch daher der Zusammenhang mit der Definition über die unterschiedlichen Hautfarben oder Hellhäutigkeit zur Einteilung führte. Noch heute wird ja in Südostasien die helle Haut als Anzeichen für Erfolg, Bildung und den höheren Status angesehen. Als Beispiel dient hier die soziale Bewertung der dunkelhäutigen Farmer gegenüber der hellhäutigen Oberschicht in Thailand.

Elefantengottheit Ganesha - Hinduismus

Auch die Elefantengottheit Ganesha gehört zum Hinduismus

Schlusswort über den Hinduismus

Sicherlich konnte ich hier nur einen kurzen Beitrag über den weitaus umfassenderen Hinduismus erstellen. Gerade die Götterwelt ist komplex und oftmals schwer zu durchdringen, da die Zusammenhänge für uns „Fremde“ kaum zu durchschauen sind. Eine Vielzahl von von Ritualen und Regeln im Hinduismus sprengen hier den Umfang meiner ersten Betrachtung und geben soviel Stoff für weitere Postings! Sicherlich wird es daher eine Fortführung des Themas über den Hinduismus und den Zusammenhang mit anderen Religionen, speziell dem Buddhismus geben.

Wichtig für mich war und ist die Herausarbeitung der Zusammenhänge der einzelnen Religionen und deren kulturelle Entwicklungen.

Euer

Reiner

Ihr träumt von fernen Ländern?

Hier könnt Ihr mit Video-on-demand Kambodscha – auf der Suche nach einem Gesicht erleben!

Jetzt auf Foto – Reiseblog – fantastische Reisedokumentationen als Video on Demand

Eine Reisedokumentation von und mit Reiner Kerner

Wenn Euch meine Beiträge gefallen und ihr keinen Beitrag versäumen wollt meldet Euch doch einfach zum Blog an! Ihr erhaltet dann die neusten Mitteilungen als Hinweis per Mail!

Blog via E-Mail abonnieren

Gib deine E-Mail-Adresse an, um diesen Blog zu abonnieren und Benachrichtigungen über neue Beiträge via E-Mail zu erhalten.

Alle Fotos und Texte unterliegen dem Copyright FOTO-KERNER Reiner Kerner 2018-2020
Sollten Sie Interesse an Fotos oder anderen Medien für Ihre Unternehmungen und Werbezwecke haben, oder einer Kooperation sich vorstellen können, wenden Sie sich bitte per E-Mail direkt an mich.

 

 

Blogverzeichnis - Bloggerei.de

 

 

Print Friendly, PDF & Email

Ein Kommentar zu “Hinduismus

  1. Pingback: Wie entstand der Buddhismus - ein kleiner geschichtlicher Rückblick

Ich freue mich über Eure Meinungen, Hinweise und sachlichen Kommentar!

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.