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Yaksha – die Hüter der verborgenen Schätze

Yakshas – die Götter niederen Ranges

Yakshas, sie begegnen uns immer wieder, die überlebensgroßen Statuen an den Eingangstoren von Tempeln. Mit Ihrem fratzenhaften, beängstigenden Gesicht, den oftmals riesigen Hauern gleichenden Eckzähnen und dem großen Schwert in der Hand. Wer nun glaubt diese Naturgeister oder Götter würden nur in Thailand herrschen, den muß ich leider enttäuschen. Es gibt sie in der indischen, thailändischen Mythologie und in Tibet, Myanmar, Laos, Vietnam, Japan und China. Was bedeuten diese merkwürdigen Statuen und wie kam es zu diesen Darstellungen? Begeben wir uns also auf eine Suche über den Ursprung und den Zweck dieser figürlichen Darstellung.

Yaksha - Tempelwächter

Yaksha – Tempelwächter

Was sind Yakshas und Yakshinis?

Wie so oft kommt die Benennung „Yaksa“ aus dem Sankkrit und mit „Yakkha“ aus dem Pali. Im buddhistischen Kanon (buddhistische Erzählung) werden diese als Wesen göttlicher Natur erwähnt mit übernatürlichen Kräften. Manchmal sind es wilde dämonische Wesen, die an einsamen Plätzen leben. Es sollen aber auch Wesen sein, die dem spirituellen Menschen feindlich gegenüberstehen und mit Lärm die Meditation der Mönche und Nonnen stören wollen. Die Darstellungen sind immer mit dem Rücken zum Heiligtum eines Tempels – dem thailändischen Wat – ausgerichtet. Ausgenommen davon stehen nur im Wat Phra Kaew in Bangkok Yakshas, die in Richtung des Heiligtums blicken.

Yakshas gibt es im Janiismus, im Hinduismus sowie auch im Buddhismus. Die Bedeutung der Yakshas – oder in der weiblichen Form die Yaksī oder auch Yakshinī – ist sehr komplex und schwer durchschaubar. Während Yakshas oft sehr korpulent dargestellt werden sind die Abbildungen der Yakshinis jedoch oft sehr verführerische Frauen mit prallen Brüsten.

Im weiteren Text werde ich auf Yaksha oder nur im besonderem Fall in der weiblichen Form Yaksī oder Yakshinī eingehen. Ein Yaksha tritt in der Naturform als Wesen in Feen-Gestalt auf, kann aber auch auf dunkleren Darstellungen ein Geist sein (Bhuta), der Böses will.

Erschwerend kommt noch zum Verständnis hinzu, dass in den unterschiedlichen Religionen auch eine gewisse Vielzahl dieser Wesen vorkommt.

Die frühen Yakshas im Maurya-Reich

Das Maurya-Reich (322 – 180 v. Chr.) gilt als südasiatisches Reich im Zeitbereich der so genannten „Eisenzeit“. Hier treten die ersten Funde von großen Steinfiguren auf. Als König der Yakshas gilt Kubera. Er ist der Gott des Reichtums und des Wohlstands. Kubera ist der Herrscher des Nordens (Dikpāla) und der Beschützer der Welt (Lokapāla). In Darstellungen wird er mit einem vollen und runden Bauch dargestellt. Sein Körper ist mit Juwelen behängt, ein Geldtopf und eine Keule symbolisiere den Reichtum und die Kraft. Er tritt in Abbildungen oft gemeinsam mit Lakshimi auf, der Göttin des Reichtums und des Glücks. Kubera wird im Buddhismus mit Vaiśravana gleichgesetzt.

Sehr häufig wird vom Königreich der Yakshas gesprochen, doch wo liegt dieses mysterische Reich? Der Myhtologie nach liegt es im Gebiet des alten Indien und dem heutigen Tibet in der Bergregion des Himalaya.

Der Mythos um Kubera

Kubera – der Anführer des Bösen wohnt in den dunklen Abgründen. Nach der Vedischen-Periode (1500 – 800 v. Chr.) wurde er im hinduistischen Glauben zu einem der acht Weltwächter und zum König der Yakshas. Er soll ein hässlicher Zwerg gewesen sein. Durch tausendjährige Kasteiung soll er jedoch göttlich geworden sein.

Kubera, Tempera auf Baumwolle,

Kubera, Tempera auf Baumwolle, Mongolian Art – Quelle Wikipedia

Eine andere Erzählung schildert: „er soll ein Dieb gewesen sein“. Er wollte in Shivas Tempel einbrechen, doch seine Kerze verlosch und er stand in absoluter Dunkelheit. Er versuchte die Kerze zehnmal neu zu entzünden, Diese wiederkehrenden Bemühungen wurden von Shiva bemerkt und belohnt. Durch Shiva wurde er als Gott des Reichtums wiedergeboren. Kuberas Besitztümer liegen im Himalaya-Gebirge, die er dort mit Hilfe von Kinnaras bewacht.

Der Buddhismus und die Yakshas

Im Buddhismus sind Yakshas die Begleiter von Vaiśravana, dem Hüter des nördlichen Viertels. Er ist der Gott, der die Gerechten beschützt. Dies sind die zwölf himmlischen Generäle, die den Medizinbuddha bewachen.

Thailändischer Yaksha mit grimmigen Gesicht

Thailändischer Yaksha mit grimmigen Gesicht

Die thailändischen Tempelwächter

Thailand ohne die Yakshas ist kaum vorstellbar. Seid dem 14. Jahrhundert ist der Yaksha als Behüter und Wächter der Tempel verbreitet. Keramik-Figuren entstanden in der Sukhothai-Epoche und der darauffolgenden Ayutthaya-Zeit im Norden- und in Zentral-Thailand. Charakteristisch an diesen Figuren ist das bedrohlich wirkende Gesicht, das breite, mit zwei  Eckzähnen bestückte Maul und den runden Augen.

Im thailändischen Alphabet kommt der Yaksha in dem Buchstaben – yo yak vor.


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Yakshas im indischen National-Epos

Die Yakshas treten auch im 2. indischem National-Epos Ramayana auf, das in Thailand Ramakian genannt wird, in Erscheinung.

Heute wird man im thailändischen Flughafen – Suvarnabhumi Airport – von 12 riesigen Yak-Statuen begrüßt bzw. verabschiedet, die die 12 Generäle darstellen. Dabei unterscheidet sich das Aussehen deutlich in der Farbgebung.

  • Tosakanth oder Ravana – grünes Gesicht
  • Suriyaphob – rotes Gesicht
  • Cakravarati – weißes Gesicht
  • Maiyarab – violettes Gesicht
  • Viruncamban – dunkelblaues Gesicht
  • Sahassadeja – weißes Gesicht
  • Tosagirithorn – dunkelrotes Gesicht
  • Tosagiriran – türkisfarbenes Gesicht
  • Indrajet – blaues Gesicht
  • Askan – Mara – hellblaues Gesicht
  • Virulhok – dunkelblaues Gesicht
  • Mangkorakaran – grünliches Gesicht

Ein ganz besondere Darstellung – Thepanom

Bisher haben wir nur den grimmig schauenden und bewaffneten Tempelwächter kennengelernt. Er wehrt das Böse durch Angst und Furcht ab. Da die Bösen befürchten müssen den Kopf durch sein Schwert zu verlieren. Eine ganz andere Darstellung ist der Thepanom. Er wird als Frau oder Mann dargestellt. Thepanom begrüßt den Besucher ganz ohne Waffen. Er kniet vor dem, der Einlass begehrt und begrüßt ihn mit dem thailändischen Wai, der Ehrerbietungsgeste mit den aneinander gelegten Händen. Doch genau diese Haltung spiegelt seine Waffen wieder – Demut und Scham.

Thepanom - Tempelwaechter

Thepanom – Tempelwächter

Für mich sind es immer wieder wundervolle Fotomotive, die es verdeutlichen, wie vielfältig die thailändische Kultur ist und wie sehr sich die historischen Zusammenhänge, auch in Verbindung mit den angrenzenden Nachbarländern, in diesem Land widerspiegeln. Achtet einfach mal bei Eurem nächsten Besuch darauf!

Hier einige grundlegende Informationen über die thailändischen Tempel:

Was gehört zu einem Wat

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