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Mama-san im thailändischen Rotlicht-Milieu

Mama-san, woher kommt diese Bezeichnung?

Mama-san ist ein gängiger Begriff in Thailands Rotlicht Milieu. Häufig wird dieser Begriff von den Farangs, den westlichen Ausländern verwendet. Kaum jemand macht sich aber einmal Gedanken darüber, woher dieser Begriff stammt, was er bedeutet und welche Funktionen die Mama-San eigentlich hat. Ich versuche hier ganz neutral und ohne jegliche Wertung den Begriff zu erklären. Wo er herkommt, dieser Begriff und was sind eigentlich die Aufgaben einer Mama-San?

Werbehinweis:

Bei diesen Erklärungen werden auch Links verwendet, die als Werbung gelten könnten. Diese sind mit einem Stern * kenntlich gemacht. Sie dienen hier nur zur journalistischen Behandlung des Themas Mama-san. Ich erhalte weder finanzielle oder in Naturalien getätigte Gegenleistungen von den Unternehmen.

Woher stammt also der Begriff Mama-san und was bedeutet er?

Die Mama-san hat ihren Ursprung in Japan. In meinen Recherchen fand ich den Begriff erstmalig zum Anfang des 18. Jahrhunderts erwähnt. Vermutlich ist die Mama-san in der japanischen Kultur viel früher schon tätig gewesen.

Leuchtreklame in einem Rotlichtbezirk

Leuchtreklame in einem Rotlichtbezirk

Erstaunlicherweise tritt der Begriff Mama-san ganz ohne Wertung und den Zusammenhang zum Rotlicht-Milieu auf, wie zum Beispiel im Restaurant Mama-san * in Bali.

Die Gaststätten der Mama-san

Es waren durchweg Frauen im späten mittleren Alter, die in einer Gaststätte tätig waren. Häufig waren sie die Besitzerinnen der Gaststätte und versorgten ihre Gäste liebevoll. Sehr häufig waren diese Besucher langjährige Stammgäste. Die Mama-san schenkte nicht nur Getränke aus und versorgte die Gäste auch mit kleineren Speisen, sondern war zugleich Psychologin, Beraterin und verständnisvolle Zuhörerin. Im Japanischen wird eine solche Art von Kneipe dem Mizu Shobai – dem „Wassergewerbe“ zugeordnet. Dieser Begriff deutet auf das Gaststättengewerbe im weitesten Sinne hin und umfasste auch das Unterhaltungsgewerbe und auch die Prostitution.

Wer besucht solche Gaststätten?

Die kleinen, oft nicht sauberen, eher dreckigen Lokale bestanden aus einem Tresen und wenigen Sitzplätzen davor. Sie fand man häufig nahe dem Rotlicht-Milieu oder mitten darin.

Die Besucher waren meistens ältere Herren, die sich von der Arbeit sich kurz entspannen wollten. Hier konnten diese Männer sich den Frust oder ihre Sorgen mit jemandem, der zuhört, teilen. Neue Gäste wurden durch Bekannte eingeführt oder aber auch, wenn Mama-san ihnen nicht wohl gesonnen war, rausgeekelt. Mama-san war für die Gäste da und um deren Wünsche zu erfüllen. Die Küche sowie andere Arbeiten verrichteten Andere. Häufig gab es keine differenzierte Abrechnung der einzelnen Kunden und jeder bezahlte den gleichen Preis, da ja die Fürsorge auch in die Berechnung mit einfloss. Man könnte die Art der Gäste und des Aufenthaltes in der Gaststätte mit einem Besuch in einer vertrauten Familie vergleichen.

Mama-san war und blieb immer die Hauptperson, um die sich alles drehte. Mama-san war auch Richterin, wer sich von den Gästen nicht benahm wurde erst verwarnt und bei Wiederholung rausgeworfen bis hin zum Lokalverbot. Die Gäste, oft hochrangige, auch verheiratete Männer, taten Vieles, um das Wohlwollen der Mama-san zu erhalten. Die Männer brachten Geschenke mit und erkauften sich damit ihre „Mutterliebe“. Bei Mama-san fand der Mann das, was er von der Ehefrau nicht bekam, Akzeptanz so wie er war und er mußte nicht dem japanischen Rollenspiel entsprechen, natürlich gegen Geld. Man sagt japanische Männer seien wie ewige Kinder.

Von der Kneipe zum Teehaus

Feststellen muß man auch, dass viele Mama-san in Japan keinen Alkohol trinken und auch nicht selbst dem Gewerbe, also der Prostitution, nachgehen. So entwickelte sich aus der kleinen dreckigen Kneipe manchmal ein feineres Teehaus, in dem die Geishas zur Unterhaltung der Gäste tätig wurden. Viele der Damen hatten und haben einen Decknamen und Mama-san teilte dann die Damen den Herrenrunden zu. Alles war sauberer und auch mit mehr Sitzplätzen ausgestattet als die kleinen Gaststätten..

Mama-san wird eine Bardame

Es entwickelten sich immer luxuriösere und größere Gaststättenbetriebe. Hier waren dann auch schon mehrere „Hostessen“ tätig. Auch in diesen besseren und auch als edler zu bezeichnenden Gaststätten blieb Mama-san die unangreifbare Chefin. Sie sorgte aber auch dafür, dass die Gläser nie leer waren und die Gäste immer Unterhaltung hatten.

Mama San - Beer Bar in Pattaya

Beer Bar in Pattaya, die Sitzanordnung ist geblieben, nur mehr Sitzplätze

Die Mama-san in Thailand

Schon anhand der vorherigen Schilderungen über die Mama-san läßt sich das Tätigkeitsfeld der Mama-san auch in den thailändischen Vergnügungsbars erkennen. Auch hier ist Mama-san oftmals die Besitzerin, aber auf jeden Fall die Chefin. Als Chefin ist sie für das Wohl der Gäste und den Umsatz verantwortlich. Sie ist es, die kassiert und die Verzehrbuchungen vornimmt.  Natürlich hat sie den Bestand der Getränke im Auge und überwacht genau, was an die Gäste ausgeschenkt wird. Sie achtet darauf, dass die angestellten Damen den Gast zum weiteren Trinken animieren und ihn natürlich so lange wie möglich in der Bar halten.

Schon vor der Bar locken die Schönen der Nacht mit Angeboten

Schon vor der Bar locken die „Schönen der Nacht“ mit Angeboten

Die erste Frau in der Gaststätte hat aber auch eine viel weitergehende Funktion. Mama-san ist für Neuankömmlinge im Bargewerbe (Prostitution gibt es ja offiziell nicht in Thailand und ist auch verboten!) die erste Ansprechpartnerin. Sie ist für diese jungen Damen Beschützerin, die das Verhalten und das Erfüllen der Kundenwünsche den oftmals sehr jungen Frauen erklärt. Da bei der Ankunft die Damen nur sehr wenig Geld besitzen ist sie diejenige, die einen Vorschuss gewährt und mit den Frauen die neue erste Dienstkleidung besorgt. Mama-san stellt den Wohnraum gegen Bezahlung und die „Arbeitszimmer“ für die Damen bereit.

Männer wollen seid je her unterhalten werden - Mama-san sorgt dafür!

Männer wollen seit je her unterhalten werden und die Mama-san sorgt auch dafür

Sie ist es auch, die die Barfine kassiert, also die Ablöse, die der Gast zahlen muß, wenn die Dame mit ihm mitgeht und daher dem Geschäft ja keinen weiteren Umsatz an Getränken in Ihrer Abwesenheit einbringt. Mama-san achtet aber auch auf die Rückkehr der Frauen und auch in bestimmtem Rahmen für ihre Sicherheit.

Selbstverständlich ist Mama-san auch hier der Seelentröster und geduldige Zuhörer für die Liebeskranken und verzweifelten Männer 😉

Einsamkeit soll in einer Bar nicht aufkommen!

Einsamkeit soll in einer Bar nicht aufkommen!

Schlussbemerkungen über die Mama-san

In Japan gibt es immer weniger Mama-san und schon in naher Zukunft wird durch die Schnelllebigkeit dieser Beruf aussterben. Eine alte Kultur wird den Selfservice, dem Drive in und dem Schnellrestaurant weichen, wie auch bei uns das Ende der gemütlichen Kneipe schon als beschlossene Sache angesehen wird.

Die Mama-san wird sich durch das Rotlichtmilieu in Thailand vermutlich am längsten halten.  Durch die größer werdende Emanzipation und das Bildungswachstum auch in den ländlichen Regionen, wird jedoch vielleicht auch hier diese Berufsbezeichnung aussterben.

Weitere Informationen über die thailändische Kultur bietet der Post :

Mia Noi – die thailändische Zweitfrau

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